Das Wichtigste..


  • Web-Auftritt

    Auf das Wichtigste des Statuts habe ich schon hingewiesen ( [https://aufstehen-forum.net/topic/1318/statut-hier-bitte-auf-die-10-fragen-antworten/2]: anstelle hierarchischer, zentralistischer Strukturen, basisdemokratische Organisationsformen zu schaffen, wo alle auf Augenhöhe miteinander verkehren und wo sich alle Beteiligten mit ihren Aktivitäten frei entfalten können.
    Aufstehen wird nicht voran kommen, solange das nicht gesichert ist, keine Regelungen dafür gefunden wurden, horizontale, dezentrale Strukturen soweit wie möglich anstelle von hierarchischen Strukturen zu realisieren.
    Ansonsten wird es immer knirschen, Ärger und Frust geben, der den Erfolg der Bewegung sabotiert.

    Die Realisierung solcher demokratischer, horizontaler Strukturen und ihre Absicherung muss deshalb Vorrang vor allem anderen haben.

    Die inhaltlichen Fragen würde ich vorläufig dem Gründungsaufruf überlassen, solange sie uns dort nicht komplett gegen den Strich gehen und deshalb Handlungsbedarf besteht. Die kann man in aller Ruhe im Verlauf von 6 - 12 Monaten durchdiskutieren und dann in ein Statut aufnehmen.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @gwhh sagte in Das Wichtigste..:

    Ansonsten wird es immer knirschen, Ärger und Frust geben, der den Erfolg der Bewegung sabotiert.

    Lieber gwhh, kannst Du mir nur ansatzweise erklären, wie ein Staat wie die BRD, basisdemokratisch gelenkt und geleitet werden soll. Das geht eventuell noch af der Ebene einer kleinen Stadt - aber schon größere Städte, nehmen wir Halle oder Leipzig, können so nicht geleitet werden. Ohne Strukturen und ohne Hierarchie, geht kein größeres Gemeinwesen.

    Dazu habe ich mir unmittelbar nach 1990 schon Gedanken gemacht.

    1. Darf keiner in einer Funktion mehr als ZWEI Perioden regieren. Was er in 10 Jahren nicht schafft, schafft er auch nicht in 15 oder mehr
    2. wer kandidiert, darf maximal 63 sein. Es hat auch in der BRD den Anschein, regieren ist ein Nebenjob, den Rentner mit Links erledigen - aber das entscheidende, jeder muß abtreten, so lange er noch haftfähig ist
      3 Jerder hat innerhalb des ersten Halbjahres alles zu prüfen, was sein Vorgänger ihm übergibt. Ab dann werden aufgedeckte Mängel ihm selbst angelastet.
    3. Es MUSS ein unabhängiges Kontrollorgan auf allen Ebenen vorhanden sein, mit uneingeschränkten Rechten der Kontrolle. Diese Leute sind nach dem Zufallsprinzip aus den Melderegistern zu bestimmen und haben jeweils, überschneidend 3 Jahre ihre bürgerliche Pflicht zu erfüllen.

  • Sachsen-Anhalt


  • Niedersachsen

    @gwhh Ich denke, wir brauchen kein Statut. vgl. https://aufstehen-forum.net/topic/1318/statut-hier-bitte-auf-die-10-fragen-antworten. Dort habe ich das begründet. Vor Allem weil Basisdemokratie nicht in einem Statut geregelt werden kann. Das wäre ein Widerspruch zur Lockerheit der Bindung und zur Souveränität der Basis. Ein Statut ist bereits eine zentralistische Struktur. Es erfordert definierte Mitgliedschaften, Rechte und Pflichten der Organe und des Einzelnen sowie Sanktionen bei Verstößen. Das Alles gibt es in einer Bewegung nicht. Es gibt gemeinsame Ziele, zB Abschaffung von Hartz 4. Die das wollen, setzen sch zusammen (Sind jetzt also auch Mitglieder) und machen einen Plan, die Aktion wird ausgeführt, alle gehen nach Hause (Ende der Mitgliedschaft bis zum nächsten Mal). Das schließt umfangreiche Vernetzungen und auch Arbeitsteilung nicht aus.


  • Baden-Württemberg

    "Basisdemokratie ist nicht Laissez faire" - Zitat aus meinem Film, wo Basisdemokratie als Organisationsform festgelegt ist. Natürlich kann man in einem Statut Basisdemokratie festlegen. Radio Dreyeckland -erstes freies Radio - hat einen Mitgliederverein zur Förderung und Geldorganisation, und das Radio. Das Radio hat nur ehrenamtliche Mitarbeiter, die Orgstellen sind etwa 10 halbe und die Struktur ist festgelegt, ebenso die inhaltliche Grundrichtung, dargestellt durch die 10 berüchtigten "Antis", denen alle Beiträge folgen müssen.

    Interessante Frage: Wenn eine Mehrheit entstünde, die basisdemokratisch die linken Inhalte kippt und nationalistische Tendenzen einführen wollte - was dann.


  • Web-Auftritt

    @Lotte sagte in Das Wichtigste..:

    "Basisdemokratie ist nicht Laissez faire" - Zitat aus meinem Film, wo Basisdemokratie als Organisationsform festgelegt ist. Natürlich kann man in einem Statut Basisdemokratie festlegen. ... Das Radio hat nur ehrenamtliche Mitarbeiter, die Orgstellen sind etwa 10 halbe und die Struktur ist festgelegt, ebenso die inhaltliche Grundrichtung, dargestellt ....

    Das ist eben, was ich mir vorstelle - und ich habe eine Reihe von basisdemokratischen Projekten kennengelernt, die kontinuierlich und mit verbindlichen Strukturen arbeiten

    Interessante Frage: Wenn eine Mehrheit entstünde, die basisdemokratisch die linken Inhalte kippt und nationalistische Tendenzen einführen wollte - was dann.

    Auch mit diesem Punkt habe ich mich auseinandergesetzt:
    die "linken" Inhalte gehören eben ein Statut, zB. Menschenrechte, Gleichberechtigung usw.
    Ein solches Statut kann nur durch spezielle Vorkehrungen gekippt oder verändert werden, d.h. z.B. Einladungsfristen von 3 Monaten und mit der Einladung gründliche Information über die vorgesehenen Änderungen, so dass alle Beteiligten informiert sind und im Vorlauf darüber diskutieren können, qualifizierte Mehrheit, zB. zwei Drittel oder drei Viertel
    Ein Projekt, das sich nicht entsprechend schützt, wird in der Regel über kurz oder lang infiltriert, durch einen Putsch oder anderweitig beseitigt.

    Auf den Nachdenkseiten wurde auch das Problem erklärt, das die Gelbwesten mit ihrem Mangel an Organisationsstruktur haben: dieser Mangel verhindert ihren Erfolg.
    Die französische Protestbewegung der Gelbwesten hat viele Menschen gepackt und zum aktiven Engagement animiert. Das ist positiv zu bewerten. Auf der anderen Seite behindern organisatorische Defizite und das Fehlen einer theoretischen Grundlage den Erfolg der sozialen Bewegung.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=55922

    Leider sind Linke vielfach so programmiert, dass sie gewohnheitsmäßig immer in der Defensive agieren und nur in Ausnahmefällen Erfolge erzielen
    Dies Verhalten macht die Linke gleichzeitig in der Bevölkerung suspekt, denn die Mehrheit mag keine gewohnheitsmäßigen Loser.

    Auch bei Aufstehen haben wir die Situation: der organisierte Teil von Aufstehen dominiert weiterhin, trotz des von den Beteiligten veranstalteten Desasters.
    Die Nichtorganisierten demgegenüber tauchen meist nur als Opfer / Loser auf.
    Das muss m.E. ein Ende haben.

    Was ist dagegen zu sagen, dass man zB. funktionierende Emailverteiler hat, eine Homepage, finanzielle Mittel, um Veranstaltungen zu organisieren und das entsprechende Gerät usw.?

    Dafür muss es aber Regeln, funktionierende Absprachen geben, zB. über die Verwendung von gesammelten Mail-Adressen, dass diese nicht von einzelnen Beteiligten oder Grüppchen weggebunkert werden und ihre Nutzung für einen Demo-Aufruf verweigert wird - wie bei Aufstehen diverse Male geschehen.
    In den Augen vieler Sympathisanten wird eine solche Gruppierung zu einem Idioten-Verein und bekommt einen schlechten Ruf - den sich Aufstehen in den zurückliegenden 12 Monaten redlich erarbeitet hat.


  • Web-Auftritt

    @Günther-Wassen sagte in Das Wichtigste..:

    @gwhh sagte in Das Wichtigste..:

    Ansonsten wird es immer knirschen, Ärger und Frust geben, der den Erfolg der Bewegung sabotiert.

    Lieber gwhh, kannst Du mir nur ansatzweise erklären, wie ein Staat wie die BRD, basisdemokratisch gelenkt und geleitet werden soll. Das geht eventuell noch af der Ebene einer kleinen Stadt - aber schon größere Städte, nehmen wir Halle oder Leipzig, können so nicht geleitet werden. Ohne Strukturen und ohne Hierarchie, geht kein größeres Gemeinwesen.

    Ich rede hier von basisdemokratisch aber nicht von strukturlos.

    Beispiele dafür, wie ein Staat zumindest ansatzweise basisdemokratisch gelenkt werden kann, liefert die italienische 5-Sterne-Bewegung: sie hat sich innerhalb von 8 Jahren zur größten Partei Italiens gemausert und kontrolliert gleichzeitig nach wie vor ihren Vorstand, der von allen Mitgliedern direkt gewählt wird oder stimmt ab über eine Regierungskoalition.
    Sie setzte dort unter anderem ein Grundeinkommen durch, das es in Italien bis dahin nicht gab.

    Sicher (bisher) keine lupenreine Basisdemokratie (wird man auch mit 31%, die die M5S in Italien haben, nicht durchsetzen können).

    Viel leichter ist es sich in kleineren Gruppierungen auf basisdemokratische Strukturen und Verfahren zu verständigen.
    Diese müssen durch ein Statut o.dergl. verankert werden.



  • "Lieber gwhh, kannst Du mir nur ansatzweise erklären, wie ein Staat wie die BRD, basisdemokratisch gelenkt und geleitet werden soll."

    Da ist unser Staatsfreund @Günther-Wassen wieder. Ja der Staat, er taucht ueberall auf. Nur, er existiert nicht real, sondern ist ausschliesslich eine Kopfgeburt. Das heisst, er existiert nur in unseren Frontallappen. Und da massiv.

    Der kern der staatlichen Konstruktionen ist der Gewaltapparat. Was anderes wird da nicht gebraucht. Eine Konstruktion von den Eliten, fuer die Eliten, gegen die Bevoelkerung.

    Und ein "sozialistischer" Staat? Ein "sozialistischer" Gewaltapparat gegen die Bevoelkerung. So einfach waere es eigentlich, waere da nicht so manches, was uns daran hindert, es so einfach zu sehen.


  • Baden-Württemberg

    "Das ist eben, was ich mir vorstelle - und ich habe eine Reihe von basisdemokratischen Projekten kennengelernt, die kontinuierlich und mit verbindlichen Strukturen arbeiten"

    Unbenommen - in FB gibt es eine nette Gruppe "Demokratischer Konföderalismus" - spezialisiert auf Rojava, aber ein Anarchist dort hat berichtet, dass es in Dresden vorwärts geht mit solchen Projekten, Können die mal hin, die in der Nähe wohnen.

    Ich bin nach wie vor für den demokratischen Zentralismus als schnelle effektive Form in einer Zeit, wo es ganz unterschiedliche Gruppen gibt. Die Mehrheit von Menschen müssen politische Selbstverantwortung noch lernen, die andere Mehrheit hat sich längst konservativ bürgerlich organisiert. Wir befinden uns also noch in einem Machtkampf, wer das sagen hat. Und wenn man andern Orts die bösartige Auseinandersetzung Willi-Guth-Wassen ansieht, weiß man, dass 3 Genossen auch 3 Wege sind. Weihnachten ist halt nicht . Als Vision meines Kommunismus ist Basisdemokratie Kern der Gesellschaft.

    ABER Beispiel Schule: Ich kämpfe um die Macht, um ein egalitäres Schulsystem ohne Selektion durchzusetzen. Egal, was die Mehrheit sagt. Die würde ich glatt unterdrücken. Ebenso im Friedensbereich - kann man natürlich probieren, international werden uns aber die Kriegstreiber wegrennen. Diktatur der Kriegslosen wäre der Traum.

    Parallel zum Aufbau basisdemokratischer Arbeit. Mit Projekten anfangen, das ist richtig. Beispiel Radio RDL: Es ist ein Radio mit linken Vorgaben in Text und Musik. Nun gab es eine Entwicklung, dass Textsendungen zurückgingen (90er) und viele junge Typen in den Musikbereich vordrangen, die sehr "glatt" moderierten. Sie nahmen es einfach als Startbahn zum Üben für den traditionellen Bereich und landeten schnell in SWR oder Deutschlandfunk. Nicht unsere Haltung - aber verbieten konnte man es auch nicht. Das muss man auch im politischen Bereich bedenken und sieht das auch gut an der Vielfalt bei aufstehen.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Steffen-Beck sagte in Das Wichtigste..:

    Es gibt gemeinsame Ziele, zB Abschaffung von Hartz 4.

    Das ist ein sehr gutes Beispiel, da ich von Beginn an Mitorganisator der Montagsdemos in Wittenberg war. Es gab keine Statuten, keine Hirarchie und dann stand Einer am offnene Mikrofon, wetterte gegen Hartz-IV und forderte dann Arbeitsplätze NUR für Deutsche. Es war ein Führungsmitglied der NPD. Auch die NPD ist gegen Hartz-IV - zumindest sgaen sie das alleortens. Wollen wir denen auch eine Plattform bieten?

    In Wittenberg haben wir das so geregelt, dass wir jedem der das Mikro haben wollte klar unterschreiben ließen, dass rassistische, faschistische Parolen mit sofortiger Abschaltung des Mikros geahndet werden. Bei uns gab es dann derartige Ausfälle nicht mehr.

    Ich ehe davon aus, dass es in "aufstehen" ähnliche Positionen gibt und die sollten als Regeln oder Statut festgehalten werden - wenn ALLE damit einverstanden sind - ODER?


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    @willi-uebelherr Wäre schön, wenn auch "der Gewaltapparat" nur ein Frontallappen-Gespinst wäre. Bei Menschen ist das nun mal so, dass die Kopfgeburten per kollektivem Handeln hinaus in die Wirklichkeit entbunden werden, und dort zu monströser Grösse heranwachsen. Und das, obwohl Wesentliches sich nach wie vor in Gross- und Mittelhirnen abspielt.
    Man kann ewig über die Tücke und Macht der Herrschenden klagen.
    Die Schwäche der Gesellschaft - DAS ist ihre "Stärke". Ansonsten sind sie ein Häuflein Elend.
    Die Gesellschaft, das muss man auch mal betonen, ist schwach, weil sie bis über die Ohren mit Produktionsaufgaben eingedeckt ist. Für ihre Selbstorganisation hat sie schlicht keine Zeit. Diese Zeit muss sie sich wirklich NEHMEN, sich selbst WEGnehmen, und das heisst, im Leben JEDES Beteiligten: Viel Dringendes bleibt liegen, Politik hat Vorrang.
    Ich kenne aufstehen Gruppen, die alle zwei Monate die Frist bis zum nächsten Treffen verkürzen. Bald schon: wöchentlich! Die merken, es wird ernst.

    @Lotte Mit Gewalt geht alles besser, vor allem, wenn man dazu noch DIE MACHT hat. Um die bemühen sich freilich viele. Den "war to end all wars" wollen sogar die Neocon-Faschisten führen. In den USA faseln manche von Civil war 2.0 und decken sich dafür schon mal mit Sturmgewehren ein. Auf das Niveau lässt man sich besser nicht ein. Die Infrastruktur ist auch so schon anfällig genug. Ein Jahr Stromausfall, und 90% der Bevölkerung sind tot. Auch ohne Gewehr.


  • Baden-Württemberg

    Das ist genau die Analyse des Jetzt-Zustandes. Um die Macht bemühen sich viele. Wir sind im Zentrum eines gigantischen Machtkampfes und da ist eben eine weihnachtsduselige Gewaltabsage falsch.
    Es gäbe kein freies Radio Dreyeckland seit 40 Jahren, wenn die Genossinnen nicht den Kampf aufgenommen hätten, Gewalt über den Medienbereich zu bekommen. Jahrzehnte keine Zulassung, illegal gesendet etc. Deine Phobie gegen Gewalt entspricht einer christlichen Gefühlsduselei vom Reinen und Hehren. Das gehört allerhöchstens noch in die Esotherik - dort sitzen ja auch die Millionen, die sich die HÄnde nicht schmutzig machen wollen. Vielleicht sollten wir diskutieren, was Gewalt alles sein kann.


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    @Lotte Ich denke nicht duselig sondern strategisch. Da ist ein gewisser Unterschied, meinst du nicht?


  • Baden-Württemberg

    Arbeitsauftrag für Genosse Guth: Schlag nach bei dusselig und Gefühlsduselei. Ein s kann einen großen Unterschied bewirken. Und gib jetzt Ruhe.



  • "Die Schwäche der Gesellschaft - DAS ist ihre "Stärke". Ansonsten sind sie ein Häuflein Elend.
    Die Gesellschaft, das muss man auch mal betonen, ist schwach, weil sie bis über die Ohren mit Produktionsaufgaben eingedeckt ist."

    Lieber Hans Christoph ( @HCGuth ), da stimme ich dir sehr zu. Auch zu den notwendigen konsequenzen.



  • " Vielleicht sollten wir diskutieren, was Gewalt alles sein kann."

    @Lotte, voellig richtig. Absolute Gewaltlosigkeit ist ein sehr gefaehrlicher Anspruch, weil er uns vollstaendig ausliefert. Aber gewalt ist nicht nur aufeinander losgehen, sondern kann auch struktueller Natur sein. "Wenn dein starker Arm es will, stehen alle Raeder still."

    Wenn die Lebensmittelversorgung der Reichen beendet wird, dann nuetzen ihnen die Kontoauszuege oder bedrucktes Papier herzlich wenig. So konzentriert es sich doch letztlich auf die Selbstermaechtigung, die allerdings nicht von Selbst daher kommt.


  • Baden-Württemberg

    @ guth

    nein, die gesellschaft ist eben nicht mehr bis über die Ohren mit Produktionsaufgaben eingedeckt.

    Menschen hatten noch nie so viel Freizeit wie heute - siehe die Freizeitindustrie. Es ist ein neues Problem aufgetreten, Freizeit zu gestalten - auch dafür gibt es Helfer.

    Schwach ist die Gesellschaft aufgrund ihrer mental ausgebeuteten Mitglieder. Langsam hat man auch die Zeit, dies deutlich zu erkennen. Drogen und andere Ersatzbefriedigung laugen Individuen aus. Schale Sinnsuche.
    Das ist die reale Schwäche.



  • "Schwach ist die Gesellschaft aufgrund ihrer mental ausgebeuteten Mitglieder. Langsam hat man auch die Zeit, dies deutlich zu erkennen. Drogen und andere Ersatzbefriedigung laugen Individuen aus. Schale Sinnsuche. Das ist die reale Schwäche."

    Nein, @Lotte, das ist sie nicht. Das ist nur das Symptom dafuer. Die reale Schwaeche ist der mangel einer wirklichen Alternative, die fuer sie gehbar und erreichbar ist. In dieser Situation werden sie durch ihr Leben getrieben wie in der Stampede, nur dass sie konstant und alltaeglich ist. Die wenigen freien Geister stehen daneben und schauen nur entsetzt zu.

    Da hilft ein verweis auf den destruktiven Einfluss der DDR und der ganzen Staatskapitalismen nicht viel, weil es ihnen genauso ging und geht. Es gibt kein Fleckchen Erde mit staatlichen Konstruktionen, wo die Menschen ihre Lebensweise selbst gestalten koennen.

    Wenn wir diesen Fakt, falls wir ihn als solchen anerkennen, auf uns wirken lassen, dann erkennen wir vielleicht auch, dass die Potentiale nicht verloren gegangen sind. Sie koennen sich nur nicht entfalten. Das waere eigentlich Aufgabe der AufsteherInnen, wenn sie dazu in der lage waeren. Nur, sie sind es noch nicht und beschaeftigen sich lieber mit Kleinkram und unnuetzen Orgafragen als mit der Frage: Wie wollen wir leben? Und dann vielleicht: Wie koennen wir leben?


  • Baden-Württemberg

    Ja, Willi, auch dsa stimmt Das meine ich mit mental ausgebeutet im Gegensatz zu Christophs These, der Überlastung mit Produktionsaufgaben. Das ist die gängige Entschuldigung. Nein, wenn man nicht mehr ausgebeutet ist, hat man unendlich mehr Energie und Kraft für alle Aufgaben. Und es gibt viele kleine Flecken im staatlichen System, die sich anderer Lebensweise ermächtigen. Frage ist, warum die Mehrheit dem nicht folgt.


  • Niedersachsen

    @gwhh "Die französische Protestbewegung der Gelbwesten hat viele Menschen gepackt und zum aktiven Engagement animiert. Das ist positiv zu bewerten. Auf der anderen Seite behindern organisatorische Defizite und das Fehlen einer theoretischen Grundlage den Erfolg der sozialen Bewegung.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=55922" - Auf jeden Fall eine interessante Bewertung. Das was die Gelbwesten antreibt ist die pure Wut über de Probleme, die die neoliberale Politik ihnen bereitet. Insofern handelt es sich um eine urwüchsige Graswurzelbewegung. Ich glaube nicht, dass da Agitatoren notwendig waren, die die Leute auf die Straße brachten. Gewachsen ist die Bewegung durch ein solidarisches Miteinander der Teilnehmer, das ein Zugehörigkeitsgefühl erzeugt und ermächtigend wirkt. Sie haben es geschafft, sich zu vernetzen und Protestaktionen frankreichweit durchzuführen. Das erfordert schon Einiges an Organisation. Wir können das hier gut nachempfinden. Die Buntwesen konnten vor Allem deshalb nicht so stark mobilisieren, weil es gerade an dieser Solidarität fehlt. Das ist aber keine Frage der Organisation und kann auch nicht organisatorisch gelöst werden, auch nicht mit einem Statut. Das ist ein Grundverständnis innerhalb der Bewegung, eine Frage des Umgangs miteinander. Da gibt es ungeschriebene Gesetze wie 1. Das Gesetz der Achtung voreinander, 2. Das Gesetz der Verlässlichkeit, 3. Das Gesetz der Verantwortlichkeit, 4. Das Gesetz der Transparenz. Braucht eine Bewegung eine theoretische Grundlage? Angenommen, es gäbe eine Massenbewegung auf der Grundlage des Marxismus/Leninismus. Diese könnte sicher sehr strukturiert und auch zielgenau wirken, ganz einfach weil es ein ziemlich genaues Abbild der Wirklichkeit gäbe. Unter Berücksichtigung der aktuellen Bedingungen wären wirksame Aktionen möglich. Das Problem ist, diese Massenbewegung gibt es nicht. Je mehr sich die Bewegung auf den ML bezieht, desto geringer ist die Anzahl dér Mitstreiter. Ganze betroffene Bevölkerungsgruppen lassen sich damit nicht mobilisieren. Das ist eine Erfahrung, die wir berücksichtigen müssen. Agitation und Propaganda bewirken eine Entsolidarisierung, die der Bewegung ihre wichtigste Kraft nimmt. Wie lässt sich dieses Dilemma auflösen? - Das ist das zentrale Problem, vor dem nicht nur die Gelbwesten, sondern auch wir stehen. Also bleibt uns nur, 1. eine Analyse der Verhältnisse vorzunehmen, herauszufinden, wo der (versteckte) Gegner wirklich steht, 2. Auf der Basis dieser Analyse Strategien zu entwickeln und 3. Aktionen durchzuführen.


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