Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung


  • Niedersachsen

    In vielen bereits geführten Diskussionen wurde festgestellt: 1. Neoliberale Informationspolitik führt zu Desinformation und Desinteresse an politischen Fragen. 2. Veränderungen in der Gesellschaft müssen beginnen mit einer umfassenden politischen Aufklärung. 3. Traditionelle gewerkschaftliche oder proletarische Bildungsformen sind aufgrund einer umfasseneren Zielgruppe nur bedingt oder stark modifiziert anwendbar. Das betrifft sowohl die gewerkschaftlichen Formen des Organizings als auch traditionelle Formen der Agitation und Propaganda. 4. Die entscheidende Modifikation muss in der konsequenten Anwendung radikaldemokratischer Vermittlungsformen liegen, die die Multiplikationsmöglichkeit impliziert. 5. Bildungsziel ist nicht die Herausbildung von Führungspersonal, sondern die Hebung der Problemlösungskompetenz aller Mitglieder der Bewegung auf der Grundlage solidarischer Umgangsformen. 6. Inhaltliche Schwerpunkte sollten sein a) Verständnis der Herrschaftsmethoden einschließlich kritischer Auseinandersetzung mit der Medien-Berichterstattung. b) Methoden der Vernetzung, einschließlich problembezogene Kommunikation c) rechtliche Fragen. 7. Um sicherzustellen, dass erarbeitete Kenntnisse nicht verloren gehen und multiplikativ genutzt werden können, sollte eine zentrale Sammlung der erarbeiteten Inhalte erfolgen. Ein guter Ansatz für ein transformatives Organizing findet sich hier: williams_transformatives_organizing_mrz13 Lux-Stift.pdf


  • Baden-Württemberg

    Die Punkte sollten konkret gemacht werden, einige verstehe ich nicht genau.
    Das Forum hier und die Brückenbauer mit dem Magazin wären erstmal die Orte. Man muss etwas Lesbares draus machen, die langen Bleiwüsten und Statements anders gestalten. Eine bunte Gegenöffentlichkeit in der Form. Es gibt ja auch den Thread mit Pressethemen - da kann man andere Stellungnahmen übernehmen, wo man nicht so gut Bescheid weiß. Kollektives Lernen, gell. 🙂

    Dann müssen wir uns entscheiden, ob wir im Detail gemeinsame Positionen entwickeln. Beispiel: Heute hat sich der Kinderschutzbund bundesweit zu der Situation von Kindern geäußert. Armut, mehr Verwahrlosung, weniger Gewalt. Der Vorsitzende will Kinderrechte ins Grundgesetz übernehmen. Nachher shcreibe ich in der Zeitung den 3. und dann den 4. Leserbrief - weil niemand was drunterschreibt. Das sind keine Männerthemen. Die scharen sich um Energie, Autos und Gewalt.

    Ich finde, das Tragende wäre nicht die Situation der Kinder und das Geld zu Betreuung sondern die grundsätzliche Herangehensweise. Wohlfahrtsverbände sind groß, reich und machtvoll und kurieren nichts anderes als die Symptome. Mit richtig guten Sachen wie Beratung, Nottelefon, Schulsozialarbeit, Selbsthilfegruppen. Aber keiner dieser Verbände hat - genau wie alle SCHEIßparteien - je darauf gedrungen, Erziehungskurse für Eltern einzuführen. Denn die Hauptverwahrlsoung liegt im emotionalen Bereich. Prävention wird nicht flächendeckend aufgebaut - das ist Kapitalismus pur. Und signifikant ist, dass niemand auf die Forderungen eingeht, diese Wohlfahrtsverbände in ihrer Strukur zu zerschlagen. Auch Linke kommen nicht auf die Idee. Meine "Impulse" werden immer mit Schweigen beantwortet, in dieser Caritas-Hochburg. Niemand traut sich die Mißstände anzusprechen. Intern ist die Verwaltung weiter als die Linke, aber Traute haben sie keine. Da war Pestalozzi ja schon weiter: "“Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade.” Wohlfahrt ist eine Säule, die man knacken und Alternativen entwickeln muss.

    Also nach wie vor mein Vorschlag - wir müssen auch in die Presse hinein, da wo wir Positionen haben. Ich mache das noch nicht als Aufsteher, weil die Stimmung extrem schlecht ist gegen die. Das müsste ich mir noch überlegen. Aber Gesellschaft verändert sich über das Kleine wie das Große und Zusammenhänge anders sehen ist unabdingbar wichtig und wir sind verantwortlich für Gegenöffentlichkeit überall. Das haben Linke schon immer gemacht.
    Parallel kam mir heute an diesem Artikel: Da wurde ein Kinderrechtler aus Magdeburg zitiert, Hochschule, der sagte, Geld sei in Deutschland genügend da, den Mißstand abzuschaffen. Ich würde vorschlagen, Listen zu erstellen, wo Professionelle sind, auf die man zugreifen kann, wenn es nötig ist. Man kann sich im Forum bei anstehenden Themen vernetzen, anfragen und bekommt Namen. Etwas kompliziert zu organisieren. Hier war es Michael Klundt, Professor für Kinderpolitik an der Hochschule Magdeburg-Stendal.
    Meine Leserbriefe:

    "Der Hinweis von Hilgers zur Einmischung auf der Straße in Schweden ist richtig. Das ist übrigens auch in der muslimischen Tradition so - Kinder gehen alle an. Ein Ritual, das durch "Modernisierung" auch langsam verschwindet - und hier in Deutschland nicht mehr wirkt, weil diese schlauen Kinder sich entziehen und die unterschiedlichen Standards zu ihren Gunsten ausnützen.

    Verwahrlosung ist deshalb ein schwieriges Thema, weil es die Produktionsverhältnisse ebenso wie die Sucht angeht. Es ist erwiesen, dass langanhaltender psychischer Stress mehr traumatisiert, als ein punktuelles Ereignis. Das trifft auch "reiche" Kinder. Vereinnahmung von Arbeit und Suchtverhalten geht immer an den Bedürfnissen von Kindern vorbei. Sie werden zu Objekten und mit Ersatzbefriedigungen vollgestopft. Kinder von Alkoholikern ist da eine gut untersuchte Gruppe, gleichzeitig die höchste Risikogruppe in Deutschland. Unsere diversen sozialen Probleme sind zum Beispiel Symptome dieser Krankheiten.
    Dilemma: Gut untersucht aber wenig thematisiert - man müsste ja sonst vom Kiff- zum Alkoholverbot.

    Der Kinderschutzbund macht gute Projekte, Beratung, Hilfetelefone. Aber wie alle Wohlfahrtsverbände setzt er bei den Symptomen an und packt die Probleme nicht an der Wurzel.

    Kinder brauchen eine stabile Beziehung, empathiegetragene Zuwendung, wo sich Vertrauen und Selbstsicherheit entwickeln können. Das ist wichtiger als Geld. Deshalb ist es offensichtlich auch kein Männerthema. Obwohl Kinder die kommende Generation sind und die Gesellschaft prägen werden.

    Seit 40 Jahren kommen diese Wohlfahrtler nicht auf die Idee, dass Eltern Erziehungskurse machen müssten, und das fortlaufend für die unterschiedlichen Entwicklungsetappen. Alles wird organisiert und verpflichtet in Deutschland, dem Land mit der höchsten Bürokratie - nur Familie wird überstülpt mit einem völlig unprofessionellen Freiheitsbegriff. In den stimmen alle herkömmlichen Parteien ein.

    Furchtbar. Dümmer gehts nimmer.

    Das zeigt ihr Desaster "


  • Niedersachsen

    Ja @Lotte , die Deutschen sind Weltmeister im Behandeln der Erscheinung. Von einer Sozialministerin kam mal der Rat, man sollte Hartz4 umbenennen, der Begriff sei zu belastet. Das ist sie die Plazebo-Politik, die uns weismachen soll, wir hätten einen Sozialstaat. Man fordert Respekt vor den Amtspersonen, auch vor den Lehrern und droht widrigenfalls mit Strafen. Das geht ohnehin gut zusammen mit den Wunsch nach einem Überwachungsstaat. Was aber wichtiger ist, man braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, warum Beamte respektlos behandelt werden. Eine solche Politik zu entlarven, sollte jeder Aufsteher in der Lage sein. Plazebo tritt auch in Form von Gesetzen auf. Wenn das Wort "Reform" die Runde macht frage ich mich mittlerweile immer erst, was denn nun wieder verschlimmbessert werden soll. Von Verbesserungen ist im Ergebniss oft nichts zu sehen. Solche Gesetze zielen auf unbedarfte Nachrichtenkonsumenten. Sie täuschen Bewegung vor an Stellen, wo Stillstand oder sogar Rückschritt herrscht. Für die Wirksamkeit solcher Sachen stehen Beliebtheitsumfragen. So können da Politiker punkten, die nachweislich nichts geleistet haben.


  • Baden-Württemberg

    Stimmt, aber ob es deutsch ist? Für mich ist es ein kapitalistisches Symptom - freie Produktion und Ausbeutung des Individuums durch die Wirtschaft und Reparatur durch den Staat. Echt perfide - und das verletzte Subjekt ist dankbar über die Hilfe. Es erkennt seinen Feind nicht und gibt sich selbst die Schuld. Da müssen wir dran.


  • Niedersachsen

    Liebe Lotte, in meinem Einführungsbeitrag habe ich versucht, einige Eckpunkte zu setzen, die sich mir in der bisherigen Diskussion, auch in den vielfältigen Diskussionen zu den Organizingvorstellungen des TV sowie seiner desaströsen Agitation festgesetzt haben. Die Diskussion, die wir hier im Forum führen, hat einerseits die Funktion der Vernetzung, andererseits aber auch Bildungscharakter. Der letzte Teil soll uns hier interessieren. Das Problem, dass die Organizer haben, besteht gerade darin, den Prozess in Gang zu setzen, die Initialzündung sozusagen. Wir brauchen hier nicht mehr darüber zu diskutieren, ob und wie übergeordnete Organe den Aufklärungsprozess in Gang setzen. Und zwar deshalb, weil wir uns bereits mitten in diesem Prozess befinden. Im lebhaften Austausch fördern wir die Perlen zutage, die es dann nur auch zu bergen gilt, für alle nachlesbar. Wenn es gelingt, diese Diskussion in die Gruppen zu bringen und diese selbst wieder Inhalte in die Öffentlichkeit tragen, dann sind wir auf dem richtigen Dampfer. Nun geht es um Inhalte. Wissen ist Macht hat ein kluger Mensch gesagt. Nicht gesagt hat er aber, dass es das richtige Wissen sein muss. Das Wissen was ringsrum wohlfeil ist, uns großzügig überlassen wird, wird diesem Anspruch zur teilweise gerecht. Die Informationen sind verborgen, sie müssen freigelegt werden. Sie müssen in größere Zusammenhänge sinnvoll wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Sie müssen von ihrer Interessenbestimmtheit auf den realen Kern gebracht werden. Diese Arbeit müssen wir leisten. Das heißt selber denken und Denkergebnisse zusammentragen und veröffentlichen. Wir müssen Ergebnisse verständlich aufarbeiten, dass sie auch verstanden werden können, gleichzeitig brauchen wir aber auch Orte, wo die besten Denker ihre Schätze ausbreiten können. In diesem Threat möchte ich eigentlich eine methodische Diskussion führen, die uns befähigt, selbst zu lernen und voneinander zu lernen. Methodisch heißt, wir reden hier über das miteinander reden. Aber hoffentlich nicht tief theoretisch, sondern mit vielen Beispielen, wie Du ja auch bereits begonnen hast.


  • Baden-Württemberg

    Ich glaube, das schließt sich nicht aus - Gute Theoretiker veranschaulichen auch. WEnn die Beispiele richtig gewählt sind, kann auch ein einfacher Mensch die Theorie dahinter erkennen, ohne sie formulieren zu können.
    Ich würde als wichtig erachten, dass man sich viel mehr Fragen stellt und damit zu einem tieferen Verständnis kommt. Als ein Punkt von vielen. Und dass viele sich beteiligen an so einer Diskussion.


  • Niedersachsen

    Das Wort "Aufklärung" beinhaltet das Wort "Klarheit" und dieses stellt einen Anspruch dar, der über die Erfordernisse für Agitation hinausgeht. Denn nicht um das Glauben geht es, sondern um Wissen und Bestimmtheit und überzeugt sein.


  • Baden-Württemberg

    Erklär mal, welches Wissen du meinst und welche INhalte. Ich hatte mal die Bedürfnisse eines Aufstehers aus fb hier reingestellt, der Information zu mehr Sachgebieten wollte, als Positioin von Aufstehern, damit er auch was lernt und nicht so viele Meinungen am laufenden Band, das wurde hier aber abgelehnt von einigen.

    Ok, du hast auf den Link verwiesen - und ich wurde relativ schnell gereizt. Immer dieser Seitenhieb Linke und vor allem gegen Ideologie verstehe ich nicht.
    Und die Ideen sind im Gemeinwesenansatz des Empowerments schon lange Jahre verwirklicht - je nach politischer Auffassung der Sozialarbeiter sozialpartnerschaftlich oder basisdemokratisch.
    Schritte:

    1. Befragung aller Beteiligten nach der Priorität ihrer Anliegen oder Probleme - persönlich und einzeon
    2. Auswertung
    3. Veröffentlichung auf einer Versammlung mitsamt Vorschlägen zur Weiterarbeit an den Themen und Bldung von ARbeitsgruppen
    4. Arbeit mit Information, Versammlungen, Interessensvertretung und ähnliches.

    Das ist traditionelle.
    Ganz anders hat es ein neu entworfener Stadtteil in Wien gemacht vor 30 Jahren. Sie haben keine Sozialarbeiter eingestellt sondern 5 Stellen für den sozialen Aufbau des Quartiers geschaffen: Handwerker, Künstler und eine halbe Bürostelle. Und ein Cafe eingerichtet.
    Die Aufgabe der Gruppe war, einmal im Jahr eine große gemeinsame kulturelle Stadtteilveranstaltung, ein großes Fest zu organisieren.
    Im Rahmen dieser einjährigen Arbeit entstanden Kontakte, Beziehungen, Kultur und nebenbei -die Sozialfragen, die zu bearbeiten waren in Arbeitsgruppen.
    Ich war auf der Veranstaltung und es war toll - der Stadtteil war extrem lebendig und sozial engagiert, die große Mehrheit der Bewohner wurde angesprochen und erweiterte sich Jahr für Jahr. Das Ende? Nach 15 Jahren, als die erste Gruppe der Gründer aufhörte. DAs ist ja oft das Dilemma.
    Ich werde den Text noch weiter lesen.
    Tatsächlich kommt es auf die Motivation und Ideologie der Macher an - was ist das Ziel, Ermächtigung oder Befriedung. DAs kann die Methode nicht unbedingt klären.


  • Niedersachsen

    Es geht ganz allgemein um das Wissen, was wir benötigen, um die Probleme zu lösen, die der Neoliberalismus uns beschert. Das ist nun eine sehr allgemeine Begriffsbestimmung. Man könnte weiter unterscheiden einmal in Wissen, das wir benötigen, um nicht verarscht zu werden (einschließlich die Fähigkeit, Information kritisch aufzunehmen) und andererseits Wissen zur Problemlösungskompetenz. Letzeres wären Fragen der Vernetzung, Organisation und Rechtsfragen (alles was man braucht, um Aktionen zu planen und erfolgreich durchführen zu können.) Nicht zuletzt muss es auch um eine Entwicklung der Demokratiefähigkeit gehen, in meinen Augen eine zentrale Bedingung für den Erfolg.(gehört eigentlich in den 1.Teil)


  • Niedersachsen

    Der Text, den ich reingestellt habe, ist der beste, den ich gefunden habe. Alinsky und McAverley reichen da nicht ran. Wenn es bessere Konzepte gibt, immer her damit. Dein wiener Beispiel hat für mich einen echten Charme, find ich gut. Eine Basis für Zusammenleben und Aufklärung auf Augenhöhe. Und mir wäre immer die Frage der Ermächtigung zentral. Die geht mit klassischer Sozialarbeit nicht. Was nicht heißt, dass Elemente nicht genutzt werden können. Mir fällt hierzu die systemische Sozialarbeit ein., die für Strukturanalysen durchaus nützlich sein kann.


  • Baden-Württemberg

    Ich bin kein Sozialarbeiter - müsste schauen. Du hast recht -ich kenne die alternative eben unter dem Empowerment ansatz - wie freie demokratische Schulen im Bildungsbereich. Beziehung, intrinsische Motivation als wichtige Elemente. Ist aber noch nicht Anarchie - das müsste man dazu machen.


  • Niedersachsen

    An anderer Stelle habe ich beschrieben, wie ich an pädagogisch schwierigen Stellen (systembedingte Verhaltensstörungen, Lernverhalten) krampfhaft nach gangbaren Methoden gesucht habe. Schulpädagogik ging nicht, klassische Sozialarbeit über Förderplanung und Kontakt auf Augenhöhe war besser. Erfolgreich wurde das Ganze, über die Stärkung des Selbstbewußtseins. Wichtigstes Mittel eben Verantwortung übertragen und Selbstermächtigung fördern. Übrigens hatte da auch die aktive Beschäftigung mit Kunst eine regelrechte Zauberwirkung. (War aber nicht meine Idee) Das war auch nicht Radikaldemokratie. Hier haben wir es mit Erwachsenen zu tun. Manche Erfahrung ist sicher nutzbar. In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass auch XR auf emotionale Methoden setzt, auch da können wir lernen.


  • Baden-Württemberg

    Ich hatte das nicht gelesen, was du erwähnst - wo? Interessiert mich.

    Ohne Emotion geht gar nichts - das ist nur schwer in der Forschung wie in der Praxis angekommen, weil es sich gegen traditionelles Denken von Lernen richtet. Das kllingt so "weibisch" und so Weicheimäßig. Und Lust und Pflicht - das ist der religiöse Gegensatz.

    Ein Beispiel aus der Stadtteilsache damals - Freiburg bekam einen neuen Stadttel und bot extrem viele interessante Veranstaltungen dazu an, ganz im Gegensatz zu heute, wo auch ein Stadtteil entsteht und nur von der Stadt ausgesucht wurde. TZ. Also damals war ein sehr innovativer Architekt da, der vorstellte, dass ein Stadtteil 15 Jahre braucht, um sich zu organisieren. Sein Vorschlag: Man lässt alle sozialen Flächen frei und lässt sie sich allein entwickeln. Die Bevölkerung wird sich dann diese Flächen nehmen und bestimmen. Das fand ich absolut toll - er hatte wohl auch Beispiele dafür. Das war Freiburg zu riskant - und wohl auch zu teuer. Aber so muss es sein. Impulse in Gehirn und Körper setzen, Lethargie überwinden und herausfordern.


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte Hallo Lotte, natürlich behandeln Wohlfahrtsverbände nur die Symptome. ...das ist wie in unserem Gesundheitssystem..... " geheilt " bedeutet, damit kann man kein Geld mehr verdienen.
    Eltern zu einer Schulung zu verpflichten, lehne ich ab. Das hätte ich vor 30 Jahren auch abgelehnt, als ich mit 20 meine Tochter bekam. Für mich ist das Bevormundung. Jeder hat die Möglichkeit, seine Kinder zu prägen und zu bilden, dass ist für mich ein ganz natürlicher Vorgang, der nicht erlernt werden muss oder kann Dazu gab es auch schon die Diskussion, dass in Deutschland falsche Anreize gegeben werden. Kinder sollten nicht honoriert werden. Es gibt Familien mit 3-4 Kindern , die das Geld gern nehmen, die Kinder aber den ganzen Tag in der Obhut von div. Institutionen belassen, obwohl sie zu Hause sind. Soetwas ist nicht hinnehmbar . Wir leben in einer Zeit, in der man beeinflussen kann, wie viele Kinder man hat. Meine Tochter z.B. , bei der Stadt Hamburg in gehobener Stellung, hat sich dafür entschieden, in diese Welt keine Kinder zu setzen.


  • Baden-Württemberg

    Hey Ellen, interessant - das stimmt, das kenne ich auch, mit den vielen Kindern in Institutionen. Das ist aber in meinen Fällen nicht das Geld sondern die Kinder als Last. GEnau solche Familien müssen lernen, was man Kindern machen kann und soll. Wenn Eltern sagen, das Schlimmste sind Wochenenden oder gar Ferien, wenn sie die ganze Zeit zu Hause sind, ist das ein Desaster.
    Doch Erziehung muss erlernt werden - wieso sollte das anders sein? Meinst du Mütter haben das im Blut? Väter auch? Das glaube ich nicht. Übrigens auch wenige Kinder können völlig gestresst sein. Ich habe als junge Schwangere viel gelesen in den 70ern - alles neu, alles spannend. Das macht nicht jeder - und die Ergebnisse sieht man. Immer mehr Kinder nehmen Beruhigungsmitttel, schon in der Grundschule. Das muss nicht sein.
    Prägen kann jeder seine Kinder wie er will - aber verkorksen nicht. Ich habe das Gefühl, diese "Freiheit" ist immer die Angst vor Einmischung. Es ist aber ein Zuwachs an Wissen und Erkenntnis, finde ich. 🙂

    Nun ja, da bin ich leidenschaftlich engagiert.

    Bei den Wohlfahrtsverbänden ist für mich die Frage, warum man sie nicht rausschmeißt - als aufsteher zum Beispiel.


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte wenn ihnen die Kinder " zu viel " sind, wären wohl Schulungen für Verhütung angebracht, anstatt für Erziehung. Diese Menschen scheinen kein Interesse an Kindern zu haben, dann sollten sie auch keine bekommen. ...das ist die effektivste Prävention.


  • Sachsen-Anhalt

    Die Wohlfahrtsverbände hängen mit dem System zusammen. .....wo wir wieder beim Systemwechsel wären. ..


  • Baden-Württemberg

    Ja, aber du konzentrierst dich nur auf die Gruppe, wir wissen wen du meinst. Aber es gibt viele andere auch. Wieso denkst du, du wusstest damals alles? Ich wusste viel nicht und habe das im Pädagogikstudium erfahren und konnte danach auch Eltern beraten. Und manchmal gibt es auch Streit im Interesse des Kindes.

    Warum nicht?
    Muss mich verabschieden aber diese sog. Freiheit zeigt sich bei uns im "bürgerlichen Westen" überall. "Keine Bevormundung" schreien alle ohne Ende. Die reaktionären Bauern wollen Gift spritzen, die FDP will den freien Markt, der Mittelstand will keine Steuern zahlen, die Bildung will die Elitebildung. Alles soll frei und ohne Bevormundung sein.
    Nur dir zur Erklärung, warum ich so gestresst von diesen Begriffen und dieser Haltung bin. Schönen Abend noch. 🙂


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte was weiß man nicht, wenn man ein Kind möchte? ....man will dem Kind alles geben. ..ein Zuhause, gesundes Essen, Bildung ( die bei mir viel über Ausflüge absolviert wurde )... ich habe meine Tochter von Spielkonsolen und Freizeitparks ferngehalten. ..keine künstlichen und virtuellen Welten ( die haben wir auch nicht benötigt )..genau so wenig wie einen Jugendclub o.ä. ....wozu ?...Kreativität gestartet. ...wir haben vorher nicht gelesen. ..dank der Wende konnte meine Tochter mit 16 Jahren ein Jahr in Ecuador ihren " Horizont erweitern " ...


  • Niedersachsen

    Lotte, bleiben wir mal bei dieser Elternschulung. Du forderst sie, weil Eltern ihre Kinder vernachlässigen, emotional keine Bindungen haben, das persönliche Wohlergehen wichtiger ist. Das Alles ist kein natürliches Elternverhalten. Wir sollten zu den Ursachen zurückgehen. Lass mich mal probieren: Egoismus- Selbstverwirklichung -Freiheit, wie soll das gehen mit Kindern am Hals, Armut- kein Geld- Die Kinder fressen mir die Haare vom Kopf. Nur mal so als Deutungsversuch. Du siehst vieleicht, dass Deine Elternschule genau so eine Erscheinungsmaßnahme wäre. Die Ursachen liegen tiefer. Auch geringe Bildung und Suchtverhalten können Einfluss haben. Auch in reichen Familien können genau diese Dinge Ursache für Vernachlässigung sein. (Mit Ausnahme des Geldmangels). Die Ursachen siehst Du ja ähnlich (Keine Bevormundung). Was wichtiger wäre als Schulung wäre für die Eltern gesellschaftliche Bindung, eventuell Großfamilie und humanistische Werte. Eben einfach eine bessere Gesellschaft.


Anmelden zum Antworten
 

Dies ist ein unabhängiges Forum für die Sammlungsbewegung aufstehen. Wir stehen für Meinungsfreiheit und effektive Vernetzung.