Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung



  • Jetzt las ich 8 kommentare von heute von @Günther-Wassen. Auf der einen seite eine fuer mich sehr gut nachvollziehbare Biografie, die auch einen klaren politischen Standort definiert. Auf der anderen seite eine abwehr gegen das nicht-formelle, was in seiner haltung zur Anti-Autoritaeren Bewegung sehr deutlich zum ausdruck kommt.

    Ist das nun ergebnis einer bestimmten Zuchtkultur in der DDR? Ich denke Nein, weil ich es auch aus der BRD kenne. Insbesondere bei den Bauern und Handwerkern. Das erinnert mich auch sehr an @Bruno, der auch gerne mit wilden pruegeln um sich wirft.

    Aber, es scheint mir etwas zu sein, was typisch deutsch-sprachig ist. Ich habe es auch in Oesterreich, SuedTirol und der Schweiz kennen gelernt. Auch hier in Paraguay habe ich es bei "Deutschen" erlebt. Extrem bei einem Gunther, einem AgarIngenieur der Humboldt-Uni, der viel fuer die GtZ (spaeter GiZ) unterwegs war und auch heute noch in diesem Umfeld agiert. Als freischaffender Berater fuer dekadentes industrielles AgrarBusiness. Neben Ozeanien und Afrika auch Latein Amerika und Karibik.

    Kennzeichnend fuer mich war dabei immer, mit allen Mitteln eine Position zu verteidigen, die einmal eingenommen war. Der stetige Prozess der kritischen Reflektion existiert nicht. Auch jedes spielen mit ideologischen Positionen ist streng verboten und wird mit aller kraft bekaempft. Perspektivwechsel existiert nicht.

    Ideologische Positionen sind ja grundsaetzlich Kopfgeburten. In unserer Realitaet existieren sie nicht. Es sind nur unsere vorstellungen von dem, was um uns herum vor sich geht. Ob sie mit der Wirklichkeit uebereinstimmen, kann nur im Kollektiv der Betroffenen geklaert werden. An dieser grundsaetzlichen Bedingung zur Annaeherung an die Wahrheit sind Menschen wie @Günther-Wassen nicht interessiert. Es wird fuer sie zum Ueberlebenskampf.

    Wir koennten ja eigentlich sehr gelassen mit unserem Unvermoegen einer klaren Sicht umgehen, weil es ja doch nur Kopfgeburten sind, die im virtuellen Raum ihr Unwesen treiben. Schwierig wird es dann, wenn wir unsere eigene Selbstbewertung daran knuepfen, weil wir dann etwas von der Realitaet in diesen Spielplatz hinein bringen, das die materielle Basis des Spielplatzes extrem ausweitet. Dann erst haengen wir in unseren eigenen Netzen fest.

    Dieses experimentieren mit ideologischen Positionen ist ja extrem wichtig fuer uns. Ich will es an einem kleinen Beispiel zeigen, wobei dies meine spezifische Sichtweise ist:

    @Günther-Wassen schreibt:
    "KRIEG ist immer eine Klassenfrage - denn der Kapitalismus trägt den Krieg in
    sich, wie die Wolke den Regen!
    Hinzu kommt, dass es vorwiegend Menschen des Proletariats sind, die in Kriegen
    umkommen."

    Jetzt stellt sich ja sofort die Frage, warum die Proletarier sich als bezahlte Soeldner an diesen Kriegen beteiligen, die ja doch, wie hier dargestellt, vom Klassenfeind organisiert werden, der sich aber selbst nicht beteiligt?

    Wir sehen sofort, falls wir dem folgen wollen, eine extreme Selbsttaeuschung, wenn wir mit dem begriff der Klasse im konkreten operieren. Da kommt dann alles durcheinander und wir verstehen nichts mehr. In Bezug auf "Erziehung zur Klasse" wird es dann offen und ehrlich. Die Menschen muessen geformt und gezuechtet werden, damit sie in die Kopfgeburten so mancher Polit-Eliten hineinpassen. Ob sie dann noch in der Wirklichkeit agieren koennen, verliert vollstaendig an bedeutung. Auch dazu hat @Günther-Wassen selbst ein beispiel genannt: Die Werbekampagnen zur SED-Mitgliedschaft unter Erich Honecker.

    All das, was ich hier beschreibe, koennen wir direkt auch in der BRD anwenden.



  • Jetzt noch zu @Lotte
    "Eine seltsame Erklärung der AfD. Natürlich sind das nicht alles Faschisten - aber wer AfD wählt ist rechts, auch wenn es aus Protest wäre."

    Ich stehe ja in dieser frage @Günther-Wassen wesentlich naeher. Die AfD ist aus der CDU entstanden, um eine klarere und strengere CDU-Position zu formulieren. So koennen wir sagen, dass AfD-WaehlerInnen eigentlich CDU/CSU-WaehlerInnen sind. Und wegen ihrer prinzipiellen Nahe der SPD/FDP/Gruene sind sie damit auch deren WaehlerInnen. Und weil wir auch in der PdL solche Positionen unten und oben finden, sind sie auch deren WaehlerInnen. Damit ist doch hoffentlich klar, dass alle diese WaehlerInnen ein klares Erhaltungsinteresse am Status Quo treibt.

    Sich auf dieses spiel von Partei-RepraesentantInnen einzulassen ist definitiv infantil. Und ich verstehe auch nicht, warum wir uns hier mit einem solchen Muell herum schlagen sollten. Du, Lotte, kannst das so tun in deinem persoenlichen Umfeld, wie du es wohl schon viele jahre betreibst.

    Ich lege grossen wert darauf, dass wir uns von solchen theaterbuehnen frei halten und uns den grundlegenden Fragen zuwenden. Und mein eigener Standpunkt dazu ist, dass wir dieses repraesentative Kasperltheater nicht brauchen, auch wenn Sahra Wagenknecht beim MDR ein Statement abgibt, dass wir in einer "Parteien-Demokratie" leben und deswegen die Parteien wichtig sind.

    Wenn Sahra Wagenknecht einer solch primitiven Ansicht anhaengt, dann soll sie das fuer sich tun. Und, wie wir sehen, erhaelt sie dafuer viel Zuspruch aus den kreisen der CDU/CSU/SPD/FDP/Gruenen/AfD-WahlerInnen neben den PdL-WaehlerInnen. Sie kaempft um die Erhaltung eines Sozialstaats, die groesste Luege im Universum.


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    @willi-uebelherr Deine letzte Antwort an mich ist unerwidert geblieben. Unser Dialog soll auch nicht alles andre verdrängen. Drei Punkte muss ich richtigstellen:
    a) Du hast mich missverstanden: Ich bin NICHT der Auffassung, dass alle überall einfach mit dem Aufbau der lokalen Reproduktion beginnen können; vieles von dem, was sie dort für den Start benötigen, wird heute viel zu zentral produziert bzw könnte aus dem Stand nur dort produziert werden. So sieht es derzeit zumindest aus; selbstverständlich muss das weiter geprüft werden.
    b) Es ist ja wohl deutlich, wie sehr ich eigentlich "produktions-lastig" orientiert bin, wieso man das "technoKRATISCH" nennen kann, verstehe ich jetzt nicht ganz, "technisch" allein reicht doch, wo ist die "Herrschaft"? Ich bin zu meinem Leidwesen genötigt, wegen der Zuspitzung der politischen Situation auf weitere Teilnahme an der Entwicklung einer radikalökologischen Komplett-Selbstversorgungs-Lebensform (mit Überschüssen) zu verzichten. Sonst wäre das (neben politischer Theorie) mein Haupt-Lebensinhalt.
    c) Die Frage, welches Wissen wir erarbeiten sollten und wie wir uns generell zur Welt stellen und dabei organisieren sollen, wird generell mit "Kopfgeburten" beantwortet, nämlich Vorab-ENTWÜRFEN, wie man vorgehen könnte, man könnte geradezu sagen: Experimentalplänen. Was Einzelne aufgrund ihrer Entwürfe bezüglich kollektiver Handlungen befürworten und ablehnen, ist unterschiedlich, weil die Konstruktion der Entwürfe nach sehr simplen Regeln staattfinden kann, aber auch nach informierteren, auf Bildung aund Ausbildung beruhenden, "reflektierten". So wie deine Entwürfe und Vorschläge zum Beispiel, willi, mit denen du auch nicht gestartet bist. Nicht dass es Kopfgeburten sind, unterscheidet die Vorschläge der andern von deinen; sondern dass sie, aus deiner Warte, unreif, unentwickelt und mangelhaft sind - dass darin vieles nicht berücksichtigt wird, und anderes bei weitem überschätzt. Die Frage, wie man Menschen, Erwachsene zumal, anregt, sich in Richtung fortgeschrittener und reiferer Einsichten zu bewegen, wird ganz gewiss nicht abgetan mit dem Aussprechen von ABWERTUNGEN ihrer gegenwärtigen Denkweise. Dass "Erziehen" oder "Medienpropaganda", womöglich sogar das hier eher empfohlene "Maximal-Informieren" ihrerseits unzulängliche Resultate zeitigen, macht die Sache nicht besser. Wie verwerten erwachsene Menschen, ausgehend von einem (mangelhaften) (meist irgendwie kulturell, aus ihrem Bildungsgang hervorgehenden) Standpunkt weitere Erfahrung, was müssten sie gezielt erfahren, um ihren Standpunkt realitäts-gemässer zu machen - wie war das historisch? Was steht historisch an?
    Kultur formt Aufmerksamkeit; Kinder wachsen in eine Kultur hinein, Erwachsene hingegen leben in ihr; ihre Lernbereitschaft ist kulturell geformt und meist begrenzt.
    Das ist der Grund, warum man mit allgemein-anthropologischen, über-historischen Erkenntnissen, wie Lernen geht, auf diesem Feld nicht weiterkommt. Zumindest im Ansatz müsste man da die grossen Epochen der Geschichte verstanden haben.
    Die Einfälle der historisch nicht besonders kenntnisreichen (das Wissen existierte ienfach noch nicht) Jungtheoretiker Marx und Engels zu dem Thema sind nicht sehr erhellend, abgesehen von einigen allerdings zu beherzigenden elementaren Grundsätzen (Produktion auf gegebnem Niveai und Fortschrittsoptionen/aufgaben stellen Anforderungen an Produktionsverhältnisse).
    Lotte beschwert sich darüber, dass ich sage, da sei nichts an Erkenntnissen da.
    Wer mir die Geschichtstheorie zeigt, die ich meine für diese Art Vermittlung zu benötigen, der darf mich kritisieren. Aber ohne solche beharre ich auf meiner Einschätzung.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @willi-uebelherr sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Ideologische Positionen sind ja grundsaetzlich Kopfgeburten. In unserer Realitaet existieren sie nicht. Es sind nur unsere vorstellungen von dem, was um uns herum vor sich geht. Ob sie mit der Wirklichkeit uebereinstimmen, kann nur im Kollektiv der Betroffenen geklaert werden. An dieser grundsaetzlichen Bedingung zur Annaeherung an die Wahrheit sind Menschen wie @Günther-Wassen nicht interessiert.

    Ich wills noch mal versuchen. JA - ideologische Positionen müssen im Kopf entwickelt werden, durch Nachdenken, durch Diskussionen, durch Auseinandersetzunegen. Das habe ich mein ganzes Leben gemacht - hatte vor allem einen sehr guten Stabi-Lehrer. Er hat uns fast ein Jahr lang nur mit Zitaten beschäftigt. Zuerst hat er dazu gesagt, wer was wann sagte und wir sollten den Inhalt analysieren, sollten herausarbeiten, welche Weltansicht - Materialismus oder Idealismus dahinter steckt. Später bekamen wir nur noch das Zitat an den Kopf geworfen und es gab einige, die Aussagen von hitler irgendwelchen Kommunisten zuordneten. Diese Zeit hat mich geschult besonders deutlich zu analysieren, was ist den der Inhalt des Gesagten tatsächlich - und es hat mich geschult hinzuhören.

    Schon die nächste Aussage ist fragwürdig: "Jetzt stellt sich ja sofort die Frage, warum die Proletarier sich als bezahlte Soeldner an diesen Kriegen beteiligen, die ja doch, wie hier dargestellt, vom Klassenfeind organisiert werden, der sich aber selbst nicht beteiligt?" Hast Du die ganze Zeit geschlafen - oder beobachtest Du die Welt. Dann solltest Du Deine Brille abnehmen. Z.B. ist es ein fakt, dass insbesondere junge Menschen aus dem Osten als Kanonenfutter in allen Auslandseinsätzen ihr Leben aufs Spiel setzen. Sie haben HIER keine Perspektive! Das beginnt mit Ausbildungsberufen und endet bei gut bezahlten jobs.
    Mitte 1980 wurde ich mal vom WKK bei einer Musterung hinzugezogen und sollte junge Männer dazu bringen länger zu Dienen. Dabei war eine Aussage eines solchen pregnant. Er fragte, warum die Bundeswehr derartige Probleme nicht hat? Zu der Zeit bestand insbesondere eine große Jugendarbeitslosigkeit in der BRD. Somit konnte sich die BW die Kader hersussuchen, die sie gerade brauchte.

    Demgegenüber hatte jeder in der DDR eine Lehrstelle, wurde nach Abschluß der Lehre im Betrieb sofort übernommen - dieser KONNTE ihm nicht KÜNDIGEN - wobei er jederzeit kündigen und sich eine andere Arbeit suchen konnte. Ihm - dem jugemndlichen standen sofort alle Wege offen. Aus welchem Grund sollte er zur Armee gehen, dort zuerst nur 180 M bekommen.?

    Dazu kommt die Manipulierung durch die Medien! Durch NEUSPRECH werden alle Kriege zu Friedensmissionen umgedeutet - und da sollen sich junge Menschen zurechtfinden, wenn sie bei einem Auslandseinsatz sofort erst mal 60.000 € auf ihr Konto bekommen?

    Wo lebst Du Willi? Lebst Du in einem Elfenbeinturm?

    Aus meiner familie hat ein Junge seine Absicht geäußert "aufzukohlen" also seinen Wehrdienst zu verlängern. Ich wies darauf hin, dass das Auslandseinsatz bedeute. Seine Antwort - "Na das Geld kann man doch nicht einfach weggeben" - und ich habe im Beisein seiner Eltern dazu gesagt, dass ich hoffe er kommt im Zinksarg zurück. Sie waren entrüstet - aber wer als bezahlter Killer in ein anderes Land geht, um Menschen zu erschießen, der sollte die Kosequenzen genau kennen. Er ist nicht gegangen.

    unter allen Mails steht bei mir der folgende Satz:

    Was unterscheidet Jugendoffiziere der Bundeswehr von Männern, die Kinder mißbrauchen?
    Nichts! - Beide tun dies zur Befriedigung ihrer niederen Instinkte.
    Der eine aufgrund gestörter sexueller Neigungen - der andere aufgrund von Geldgier.
    Beide nehmen den Tod des Kindes oder des Jugendlichen billigend in Kauf!


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @willi-uebelherr sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Ich lege grossen wert darauf, dass wir uns von solchen theaterbuehnen frei halten und uns den grundlegenden Fragen zuwenden

    Genau das ist das Problem.Wie soll auch nur eine größere Stadt ohne gewählte Vertreter gelenkt werden? Bei einem Kreis, Land oder gar einem ganzen Staat ist das vollkommen unrealistisch - es sei denn einer der Antiautoritären erklöäert mir wie er sich das vorstellt. Wenn das eine gangbare Methode sein kann, bin ich ja dabei - ich sehe jedoch ohne Partei - als Organistionsgruppe keine solchen Weg!

    Das ist das große Dilemma der Gegenwart. Eine klare RECHTS-Entwicklung ist in der ganzen Welt - wie vor 1933 - feststellbar. 1933 hat es nur in Deutschland, in Sapanien und Italien dazu geführt, dass diese Faschisten an die Macht kamen, obwohl eine starke KP vorhanden war und diese einen Vorsitzenden hatte, der eine klare Ausstrahlung besaß.

    Wer soll in der BRD gegen diesen Faschismus ankämpfen? Die Kommunisten sind untereinander zerstritten und beschäftigen sich nur mit sich selbst. Bürgerliche Kräfte braucht man da nicht einzuplanen - und als solche meine ich alle im Bundestag vertretenen Parteien - einschließlich der PdL - die schon lange sozialdemokratische Positionen vertritt und nur noch um Diäten kämpft. Diese Sozialdemokratie hat den Faschismus auch 1933 NICHT verhindert!

    "Wenn Sahra Wagenknecht einer solch primitiven Ansicht anhaengt, dann soll sie das fuer sich tun. Und, wie wir sehen, erhaelt sie dafuer viel Zuspruch aus den kreisen der CDU/CSU/SPD/FDP/Gruenen/AfD-WahlerInnen neben den PdL-WaehlerInnen. Sie kaempft um die Erhaltung eines Sozialstaats, die groesste Luege im Universum."

    Ich glaube schon, dass der Ansatz von Sahra ehrlich war. Sie hat gefühlt, dass ein AUFSTEHEN in dieser Zeit notwendig ist - eben weil die ganze Parteien-Blase nur ein Weiter so kennt. Das ist der Grund, warum sie insbesondere aus eibgenen Kreisen nieder gemacht wurde - da dort der Kampf um MAcht - möglichst im bundestag - an erster Stelle steht. Derartiges ist aber mit "aufstehen" nicht unter eine Decke zu bringen. Es verhindert einen Aufstieg in die Oberliga der Politik. Die Führungskader der PdL sind eher rechte Sozialdemoktaen, haben selbst die SPD sachon lange rects überholt und vertreten die Ansicht, dass sie den Kapitalismus besser als SPD oder CDU verwalten können.

    Aus dem Grund habe ich schon vor Jahren gesagt, dass man die PdL bei Bundestagswahlen nicht wählen darf. Sollte sie so viele Stimmen bekommen, dass sie für Koalitionen interessant werden könnte - werfen diese Scharlatane auch die letzten linken Positionen weit weg!


  • Niedersachsen

    @Günther-Wassen Der demokratische Zentralismus hat auf ganzer Linie versagt. Und zwar deshalb, weil die Demokratie immer nur ein Feigenblatt war. In Erbschaft des Stalinismus hat offenbar der Zentralismus gesiegt. Überwidung des Stalinismus bedeutet, den Zentralismus tatsächlich zu demokratisieren. Damit Du das nicht gleich als Anarchie ablehnst, lass ich zunächst mal die Pyramide stehen und fördere nur Änderungen in der Kommunikation von oben nach unten und umgekehrt. Aufstehen hat uns modellhaft gezeigt, wie der Zentralismus nicht funktionieren darf. Es muss a) Kommunikation in beide Richtungen stets möglich sein, b) es muss Auskunfspflicht in beiden Richtungen geben, d.h. ein Verhältnis auf Augenhöhe. Gerade das solidarische Verhältnis muss vorhanden sein. c) Die Rechenschaftspflicht muss selbstverständlich sein wie die Rückholbarkeit in die Gruppe. Das dadurch die Pyramide eigentlich verschwindet, sei nur nebenbei bemerkt. Was aber Arbeitsteilung nicht ausschließt. "Der Kampf gegen Rechts" kann nicht geführt werden mit Demos oder Straßenschlachten, oft genug verschaffen linke Aktionen vor allem den Rechten Presse und Märtyrertum. Der Kampf gegen eine Rechtsentwicklung muss wie der Kampf gegen Armut bei den Ursachen ansetzen. Und die liegen nun mal nicht auf der Straße. Da muss strategisch überlegt werden. Gerne auch hier https://aufstehen-forum.net/topic/1392/rechtsentwicklung-worin-bestehen-die-gesellschaftlichen-ursachen-und-bedingungen-was-ist-zu-tun/12


  • Niedersachsen

    @Guido Sind all die grau gedruckten Themen nicht öffentlich? Bitte ändere das sofort. Die ganze Diskussion ist sinnlos, wenn sie nicht öffentlich geführt wird. Guido, das ist auch Zensur.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Steffen-Beck sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    In Erbschaft des Stalinismus hat offenbar der Zentralismus gesiegt.

    Du gestattest, dass ich zur Frage Stalin eine etwas andere Position vertrete, als es die allgemein bürgerliche Lesart ist.

    Wenn der Demokratische Zentralismus nicht funktioniert hat, ist es vor allem auf die Feigheit vieler Menschen zurück zu führen. Es ist bei Deutschen üblich in JEDER Versammlung die "Schnauze" zuhalten und erst danach ihre Meinung im kleinen Kreis zu äußern - also zu meckern.

    Nochmals dazu meine Position:

    Gefährlich in der Politik sind nicht die wenigen tatsächlichen Verbrecher, nicht die Hitler und Eichmanns, die Merkel oder Trump, weit gefährlicher sind die Millionen Drückeberger, die diesen "Machthabern" nicht in den Arm fallen.

    MIr hat der Demokratische Zentralismus nie geschadet - ich habe IMMER meine politische Meinung gesagt - auch wenn sie von der offiziellen abgewichen war. Habe dafür gekämpft, dass meine Position Gehör fand. Dass ich dabei manchmal nicht nachhaltig genug war, kann man mir vorwerfen, ist aber im Nachhinein nicht mehr zu ändern

    @Steffen-Beck sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Aufstehen hat uns modellhaft gezeigt, wie der Zentralismus nicht funktionieren darf.

    Da wirfst Du zwei Dinge zusammen, die NICHT zusammen gehören. Dass eine zentrale Koordinierung von "aufstehen" nicht funktionierte, war der Position der Parteiführung der PdL geschuldet. Sie wollte diese Bewegung nicht, hat aus dem Grund ALLES boykottiert was mit aufstehen zusammenhing und hat Frau Wagenknecht gemobbt, bis sie aufgab - mit der Absicht, diese Bewegung abzuwürgen. (Das ist zumindest meine Analyse dazu)

    Was andere Positionen in Deinem Beitrag betrifft, so sind sie nicht weit voj meinen entfernt.

    Nach 1990 habe ich für mich einige Positionen erarbeitet. danach

    • sollte wer kandidiert höchstens 63 Jahre alt sein
    • noch im haftfähigen Alter sein, denn auch bei uns hätten einige eher von UNS in Haft genommen werden müssen
    • es muß ein umfassendes Kontrollsystem vorhanden sein, mit unbeschränkten Rechten der Kontrolle - und mir macht es nichts aus als Kommunist, auch von einem Pfarrer kontrolliert z werden. Meine Vorstellung dazu wäre, dieses per PC und Zufallsgenerator aus den Einwohnerlisten zu erstellen, für eine begrenzte Zeit, um auch im Kontrollorgan Verflechtungen zu unterbinden.

  • Niedersachsen

    @Günther-Wassen Die Menschen halten genau dann die Schnauze, wenn die Demokratie nicht funktioniert, nicht umgekehrt. Und- meine Auffassung zum Stalinismus ist keine bürgerliche.


  • Baden-Württemberg

    Ich meine, dass jede Form durch Menschen verhunzt werden kann. ich halte die Struktur des demokratischen Zentralismus für eine vernünftige. Ich kann auch mit basisdemokratischer Dezentralisierung, Anarchismus und demokratischer Konföderalismus was anfangen, ich meine, es hängt von Menschen ab, die diese Strukturen mit Leben füllen. Überall können informelle Hierarchien entstehen, machtbesessene korrumpierte Cliquen. Damit haben wir Erfahrung.

    Ich glaube, dass die derzeitige politische Situation samt dem Abbild der darin lebenden Menschen eine zentrale Koordination für viele Bereiche herausfordert. Entscheidend wäre für mich eine aktive und kontrollierende Basis, die über alles informiert ist und über alles entscheidet. Wenn in diesem Auftrag dann zentral organisiert wird, sehe ich kein Problem. Die herzustellen dürfte unsere Hauptaufgabe sein.



  • Lieber @Steffen-Beck, in dieser antwort an @Günther-Wassen verweist du auf den "demokratischen Zentralismus". Aber wo hat Guenther sich jemals darauf bezogen?



  • @Günther-Wassen schrieb:
    "Schon die nächste Aussage ist fragwürdig:
    "Jetzt stellt sich ja sofort die Frage, warum die Proletarier sich als bezahlte Soeldner an diesen Kriegen beteiligen, die ja doch, wie hier dargestellt, vom Klassenfeind organisiert werden, der sich aber selbst nicht beteiligt?"
    Hast Du die ganze Zeit geschlafen - oder beobachtest Du die Welt. Dann solltest Du Deine Brille abnehmen."

    Ich vermute, du hast meine aussage ueberhaupt nicht verstanden. Vielleicht auch gar nicht gelesen. Zumindest nicht reflektiert.



  • @Günther-Wassen zitiert eine aussage von mir:
    "Ich lege grossen wert darauf, dass wir uns von solchen theaterbuehnen frei
    halten und uns den grundlegenden Fragen zuwenden."

    und antwortet:
    "Genau das ist das Problem. Wie soll auch nur eine größere Stadt ohne gewählte Vertreter gelenkt werden? Bei einem Kreis, Land oder gar einem ganzen Staat ist das vollkommen unrealistisch - es sei denn einer der Antiautoritären erklöäert mir wie er sich das vorstellt. Wenn das eine gangbare Methode sein kann, bin ich ja dabei - ich sehe jedoch ohne Partei - als Organistionsgruppe keine solchen Weg!"

    Das sind die anforderungen an demokratische Selbstorganisation. Wenn wir keinen wert auf Sebstbestimmung legen, werden wir uns dieser aufgabe entziehen. Dann bleibt uns nur der weg, uns im Apparat hoch zu duckeln.

    "Bei einem Kreis, Land oder grossen Region"? Nein, "gar einem ganzen Staat". Hier sehe ich deinen getruebten blick. Du wirfst alles durcheinander, wie es dir aus deinem Bauche quillt. Gut, wir koennen zu gute halten, du wurdest ueber jahre konditioniert. Aber dann stellt sich sofort die frage, warum du dies zugelassen oder vielleicht gewuenscht hast?

    Die diskurserfahrungen sind natuerlich extrem unterschiedlich. Eines, was mir dann sofort auffaellt, ist die begriffliche "Unschaerfe". Jetzt nicht so sehr im Sinne von Heisenberg und seiner Unschaefe-Relation, obwohl es doch in diese Richtung tendiert. Das problem dabei ist, dass unsere theoretischen Vorueberlegungen religioeser Natur sind, also Kopfgeburten, weil sie keine Referenz haben. Wenn wir uns dem gesellschaftlichen Sein der Menschen zuwenden, haben wir es zumeist mit Religionen zu tun. Da ist dann auch jeder Diskurs beendet, weil es nur noch um Glaubenserklaerungen geht. Dann greift die physische Macht zur Durchsetzung. Etwas anderes gibt es da nicht mehr.

    Wenn wir uns dem gesellschaftlichen Sein aus den bedingungen unserer materiellen Existenz, der Natur und ihren Gesetzen, naehern, kommen wir notwendig zu ganz anderen Ergebnissen, weil wir immer eine referenz haben. Da ist dann kein Platz mehr fuer ideologische, also gedankliche, Propagandismen und anderer Postulate.

    Kreis, Bezirk, Land und Bund in der BRD sind Kopfgeburten, die sich aus dem Willen zur Verwaltung und Kontrolle ergeben. Es gibt keine reale grundlage solcher regionalen Verbuende von Gemeinden. Nur die Gemeinden existieren. Alles andere sind nicht-existente Abstraktionen in unseren Koepfen.

    Wenn die Gemeinden als reale Koerperschaften sich in Verbaenden oder Netzwerken zur Kooperation verbinden, dann bleiben trotzdem immer nur die Gemeinden existent, weil aus ihnen die Kooperation erwaechst. Und sie werden notwendig ihre regionale Kooperations-Ausdehnung entlang ihrer realen Anforderungen entfalten und sich wohl nicht um Verwaltungszwaenge von Zwangs-Buerokraten kuemmern.

    Das, was ich hier erklaere, hat zur folge, dass ich den Lenin'schen Schwachsinn "demokratischer Zentralismus" in die Tonne packe. Er hatte einen grund dazu: Er wollte sich an den menschen orientieren, konnte es aber nicht, weil er sie fuer total unfaehig hielt. Warum er dann fuer eine Revolution der Bevoelkerung eintrat, verstehe ich nicht. In den debatten mit Rosa Luxembourg kam seine tiefe Ablehnung der bevoelkerung immer deutlich zum tragen. Mit Phrasen versuchte er, es etwas abzumildern. Und bei Trotzky sehen wir das gleiche.

    Demokratie und Zentralismus zusammen geht nicht. Das sind 2 Pole. Dazwischen der grauschleier von Zentralismus mit etwas weniger oder mehr Partizipation. Wir koennen statt Zentralismus auch Repraesentation sagen. Es ist naemlich das gleiche, weil repraesentative Systeme immer zentralisiert, also pyramidal, organisiert sind. Sonst machen sie keinen Sinn.

    In der repraesentativen Republik der BRD sehen wir permanent den Schwachsinn "demokratischer Zentralismus". Alle repraesentativen Systeme verwenden ihn. Es ist ihre organisatorische grundlage.

    Und was ist der Schwachsinn "demokratischer Zentralismus"? Zentralismus, dem ein Maentelchen umgehaengt wird, das dann Demokratie genannt wird.


  • Niedersachsen

    @willi-uebelherr sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Das, was ich hier erklaere, hat zur folge, dass ich den Lenin'schen Schwachsinn "demokratischer Zentralismus" in die Tonne packe. Er hatte einen grund dazu: Er wollte sich an den menschen orientieren, konnte es aber nicht, weil er sie fuer total unfaehig hielt. Warum er dann fuer eine Revolution der Bevoelkerung eintrat, verstehe ich nicht. In den debatten mit Rosa Luxembourg kam seine tiefe Ablehnung der bevoelkerung immer deutlich zum tragen. Mit Phrasen versuchte er, es etwas abzumildern. Und bei Trotzky sehen wir das gleiche.

    Belies Dich mal ein wenig, dann schreibst Du nicht solchen Unsinn: https://www.derfunke.de/rubriken/theorie/2426-luxemburg-contra-lenin


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @willi-uebelherr sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    In der repraesentativen Republik der BRD sehen wir permanent den Schwachsinn "demokratischer Zentralismus". Alle repraesentativen Systeme verwenden ihn. Es ist ihre organisatorische grundlage.

    Das ist der Schwachsinn, der in Deinen Aussagen enthalten ist. Dass System des Kapitals kennt keinen demokratischen Zentralismus - es zeigt, dass DU das ganze Problem in Deinen Kopfgeburten nicht verstehst.

    Auch der Quatsch, dass wir uns mit religion beschäftigen, wenn wir etwas analysieren - auch noch nicht existentes kann vorab schon analytisch untersucht werden - ohne dass es sich ium Religion handelt.

    Ich sehe hier nur eines, werter Willi. Das was Du von Dir gibst hat weder hand noch fuß, denn es war KEINE Erklärung, wie ein Staatsgebiet mittels Graswurzelbewgung geleitet werden kann. Das geht NICHT - und eine Gemeinde allein, ist bei der Arbeitsteiligen Herstellung von gütern nicht in der Lage die Versorgung der Menschen zu sichern - das ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

    Ich beende hiermit die Diskussion mit dir, da es keinerlei gemeinsame Ansatzpunkte gibt - nicht mal das Ziel das gleiche zu sein scheint - und dann kann es auch keinen gemeinsamen Weg geben - ich hoffe das leuchtet Dir ein!


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Steffen-Beck sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Und- meine Auffassung zum Stalinismus ist keine bürgerliche.

    Was ist der Grund, warum Stalin derart massiv seitens des Kapitals gehaßt wird? Marx hat theoretische Grundlagen für den Sozialismus/Kommunismus erarbeitet - und diese Theorien waren nur bedingt zu widerlegen. hinzu kam, dass seine Analyse des Produktionsprozesses, selbst für das Kapital hilfreich war, da er diesen Prozess klar strukturiert hat.
    Lenin war der Erste der eine Revolution zum Sieg geführt hat - auch das ist noch zu verschmerzen - ABER
    Stalin hat der kapitalistischen Welt gezeigt, dass das System lebensfähig ist und dem System des Kapitalismus überlegen. Innerhalb von wenige Jahren wurde es geschafft, aus einem feudalen Land mit Analphabeten, ein hochmodernes Industrieland zu formen, dass den westlichen Ländern in der Industrieleistung 1936 ebenbürdig war. Aber nicht nur das, zusätzlich hatte dieses Land eine kostenfreie Bildung für die ganze Bevölkerung und ebenso ein Gesundheitssystem, kosten frei und für Alle.Dann schaffte es dieser Staat, die bis dato modernste Militärmacht, die auf die infdustrielle Unterstützung des Restes von Europa zurückgreifen konnte, nicht nur zum Stillstand zu bringen, sondern vernichtend zu schlagen. Das war für das Kapital der Teufel an sich.

    Schomnein Geobbels hat alles Unternommen, diesem Stalin alle Schlechtigkeiten an den hals zu bringen und erfand dazu die grausigsten Märchen - und genau diese werden genüßlich von allen ANTI-Stalinisten immer noch weitererzählt. Als die Schlacht bei Stalingrad verloren ging, abzusehen war, dass der Krieg in Richtung Westen sich bewegen wird, mußte ein Ereignis her, dass die Polen gegen die Russen wahnsinnig wütend mache sollte, damit diese einen Vormarsch der roten Armee keinesfalls noch untzerstützen. Also wurden im Wald von katyn, polnische Offiziere ermordet und diese Tat, Stalin in Person angehangen. Auch das wiederholen alle Anti-Stalinisten immer wieder genüßlich - ohne sich um historische tatsachen zu kümmern - hauptsache Stalin wird runter gemacht.

    Ich wiill keinesfalls behaupten, dass in seiner Amtszeit KEINE Fehler gemacht wurden. Wer arbeitet macht Fehler - und diese kann ich auch Lenin vorwerfen, erst recht andern Staatsmännern der sozialistischen Staaten, von Honecker ganz zu schweigen.
    Ja - in seiner Amtszeit wurde insbesondere in den Reihen der Bolschewiki, vieles gemacht, was so nicht hätte sein müssen - insbesondere wenn man sich das aus heutiger Sicht betrachtet - aber Russland hatte zu der Zeit noch ganz andere gesellschaftliche Verhältnisse. Da war eine Todesstrafe ein normales Urteil. Die, die das so verurteilen, gehen davon aus, dass in der BRD die Todesstrafe abgeschafft ist. Denkst Du! Über die EU-Verfassung sind hier und heute Urteile möglich die mit der Todesstrafe enden. Und wenn Du Dir die "Tätigkeit" der KSK ansiehst, müsswen in diesem Land sogar standrechtliche Erschießungen von Grundgestz gedeckt sein, sonst müßten diese KSK-Leute bei ihrer Heimkehr vom Kadi in den Knast gesteckt werden.
    Aber nochmals zu Stalin. Wenn er ein solcher Tyrann gewesen wäre, hättemn dann die Mio. Leningrader bis zur erschöpfung gekämpft, hätten die tausenden Partisanen, von der deuztschen front überrollt, also der Allmacht dieses Tyrannen entkommen, für dieses Land weiter ihren Kopf hingehalten? Das was ein Chrustschow in seiner geheimrde vor bracht ist erstunken und erlogen. dazu kannst Du Dir Literatur ansehen, den ein US-Historiker hat sich diese Rede vorgenommen und sie auf ihren Inhalt überprüft.

    Zum Schluß möchte ich ein Zitat verwenden.
    "Die gleichen Töne klangen in den Reden Uglanows und Tomskis durch. Wie ist das möglich, wollen sie sagen: Wir sind alte Bolschewiki, und plötzlich haben wir Differenzen miteinander, können einander nicht mehr achten.
    Ich glaube, dass all dies Jammern und Wehgeschrei keinen roten Heller wert ist. Wir sind kein Familienkreis, keine Innung persönlicher Freunde, sondern die politische Partei der Arbeiterklasse. Man darf nicht zulassen, dass die Interessen persönlicher Freundschaft über die Interessen der Sache gestellt werden.
    Wenn wir uns nur deshalb alte Bolschewiki nennen, weil wir alt sind, dann ist es um unsere Sache schlecht bestellt, Genossen. Die alten Bolschewiki werden nicht deshalb geachtet, weil sie alt sind, sondern weil sie zugleich ewig junge, nie alt werdende Revolutionäre sind. Wenn ein alter Bolschewik vom Wege der Revolution abgeschwenkt oder politisch heruntergekommen ist und sein klares politisches Gesicht verloren hat, so hat er, wenn er gleich hundert Jahre alt wird, kein Recht, sich ein alter Bolschewik zu nennen, hat er kein Recht, von der Partei Achtung zu verlangen.
    Ferner darf man Fragen der persönlichen Freundschaft nicht mit Fragen der Politik vermengen, denn, wie es heißt, Freundschaft ist Freundschaft und Dienst ist Dienst. Wir alle dienen der Arbeiterklasse, und wenn die Interessen der persönlichen Freundschaft den Interessen der Revolution zuwiderlaufen, dann muss die persönliche Freundschaft in den Hintergrund treten. Anders können wir als Bolschewiki die Frage nicht stellen"

    Wer hier die Frage der Macht Einzelener in Regierungen anprangert hatte unter Stalin einen klaren Verbündeten - denn er sah sich nicht als Kumpel, nicht als Freundeskreis, sondern einzig in der Aufgabe, dem Proletariat zu diesen, dem russischen Volk - und das sollte beachtet werden, er hat NIE gegen sein Volk gekämpft, wohl aber gegen linke und rechte Abweichungen in der Partei der Bolschewiki, gegen Korruption und Vetternwirtschaft.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    Stalin Werke Band 12 ÜBER DIE RECHTE ABWEICHUNG IN DER KPdSU(B) Rede auf dem Plenum des ZK und der ZKK der KpdSU(B) im April 1929[1]

    Die Quellenangabe habe ich vergessen - also hier die Nachreichuing


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Steffen-Beck sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    die wesentlichen Ursachen für den Untergang der DDR?

    Da wäre zuerst mal eine gewaltige Unklarheit über die Klasse. Marx hat immer vom PROLETARIAT gesprochen - nie nur von der Arbeiterklasse. Das setzte sich aber so in den sozialistischen Ländern fort. Auf ein mal waren es nur die Arbeiter, die den Sieg errungen haben, es war notwendig Arbeiter zu sein, um in die Partei aufgenommen zu werden, es gab eine Arbeiter und Bauern Fakultät, Arbeiterkinder sollten bevorzugt behandelt werden, ... Kann es sein, dass wir dadurch einen großen teil der Klasse des PROLETARIATS auf dem Weg zum Sozialismus nicht mitgenommen haben? Da wurde begründet nr der Arbeiter setzt sich bei der Arbeit direkt mit der natur auseinanderund schafft den Reihtum der Gesellschaft. Was ist dann mit dem Schichtingenieur in der Schaltwarte eines Chemiebetriebes. Er schaft den gesellschaftlichen reichtum, wurde aber eher noch als Intelligenzler abgewatscht. Der Artz bekam oft weniger Gehalt als ein Arbeiter Lohn. Ich hatteneben mir 11 Ingenieure in meinem Arbeitsbereich. Alle außer mir, haben weniger Geld verdient als die Schlosser mit Lohngruppe 7 und 8. Das führte dazu, dass sie in der Werkstatt nicht für voll genommen wurden.

    Das ist zumindest nach meiner Kenntnis, ein fakt der in allen sozialistischen ländern gleich faslch gemacht wurde.

    Es kamen noch weitere Fehler hinzu. Etwa 1975..76 wurde per Gesetz, der Besitz und die Verwendung von DM für Bürger der DDR frei gegeben. Somit existierte eine zweite Währung unabhängig von der ersten in der DDR. Als das Gesetz in kraft trat habe ich in der Parteiversammlung darauf aufmerksam gemacht. Der Staat ist das Machtmonopol. Er hat die militäriche Gewalt, die polizeilische Gewalt... aber auch die Finanzgewalt. Wenn wir diese Gewalt aus den Händen geben, geben wir Macht aus den Händen, die gegen uns verwendet werden kann. Aber ich habe diese Diskussion nicht weiter verfolgt, habe mich mit formalen Antworten zufrieden gegeben. Einer der größten Fehler war, die SED zur Massenpartei umformen zu wollen. Hinzu kamen solche Fehlleistungen wie die Berlin-Initiative.
    Etwa 1979...80 hat bei einem Treffen, der Herr Breschenjew Herrn Honecker darüber informiert, dass die Industrieleistung der UdSSR unter den Stand von 1925 gesunken sei. Als Kommunist hätte Honecker sofort ALLE Parteiführer zusammtrommeln müssen - und sie hättemn gemeinsam nach Lösungen suchen müssen, um diesen wirtschftlichen Niedergang zu stoppen und die Wirtschaft der SU wieder in gang zu bringen - es passierte nichts - also war er keine Kommunist, hat den Dingen freien Lauf gelassen.

    Das sind nur wenige Aspekte die mir sofort in den Kopf kommen. Übriogens habe ich vorher schon mal gesagt, dass auch Lenin Fehler begangen hat. Dazu rechne ich die Ausrufung der Kommunistischen Internationale. Bei Marx steht nicht, dass die Kommunisten den kampf gewinnen, sondern das Proletariat - mit der KI haben sich die Kommunisten zu wichtig genommen und einige davon haben auch abgehoben, Beispiele dzu wird wohl jeder kennen.



  • Gut, @Günther-Wassen hat jetzt schon zum 2.mal erklaert, dass er mit mir nicht dikutieren kann und will. Das hat schon beim 1.mal eigentlich gereicht. Davon unabhaengig reflektiere ich sein geschriebenes.

    Wenn solche Leute wie Guenther das geschehen in der DDR bestimmt haben, dann wundert es mich nicht, dass die Menschen davonlaufen. Auch nicht, dass sie subversiv reagieren. Che Guevara hat Anfang der 60er Jahre seinen Text veroeffentlicht: "Contra el buerocratismo", "Gegen den Buerokratismus". Die Situation in Kuba ist ja sehr aehnlich zur DDR. Selbst nach vielen Jahrzehnten waren/sind sie nicht in der Lage, eine stabile regionale Oekonomie aufzubauen.

    Der grund ist einfach. Ohne die positive Zustimmung der Menschen geht es nicht. Da hilft keine Klassen-Propaganda, auch kein jammern und wehklagen. Die menschen erleben etwas anderes wie das, wovon geredet wird und was sie sich eigentlich wuenschen. Wenn die Initiativen nicht aus der Bevoelkerung kommen oder diese ignoriert werden, muss es aufgesetzt werden und das scheitert immer.

    Und was ist dafuer der grund? Wenn sich eine kleine Gruppe mit ihrm elitaeren Gehabe sich anmassen, fuer die Allgemeinheit zu reden und zu entscheiden, obwohl eigentlich jeder weiss, dass es dabei immer nur um ihre Privatinteressen geht.

    Wenn nun Stalin auch noch als ein Mensch skizziert wird, der von Verantwortung fuer die Allgemeinheit getrieben wurde, dann fehlt tatsaechlich jegliche Basis fuer einen konstruktiven Diskurs zur SU.

    @Lotte hatte ja auch schon mal die Notwendigkeit einer Avantgarde angesprochen. Auch die Notwendigkeit, mit restriktiven Massnahmen progressive Entwicklungen einzuleiten. Das problem dabei ist immer, wenn dies von den menschen in ihrer mehrzahl nicht gewollt ist. Gegen sie geht es eigentlich nicht. Sie auszugrenzen als reaktionaerer Unterbau ja eigentlich auch nicht. Was immer geht, dort anzusetzen, das zu staerken, was bereits in Keimformen vorhanden ist. So koennen sich tatsaechlich parallele Sphaeren herausbilden. Und ist das hindernd? Sie sind sowieso schon da. Bei Guenther natuerlich nicht, weil er sie einfachst ausgrenzt.

    Wenn wir nicht auf eine positive Resonanz stossen, deutet es darauf hin, dass irgendwie etwas falsch laeuft. Die entwickelte Sensorik hierfuer ist das wichtigste. Setzt aber voraus, dass wir lokal aktiv sind. Je weiter wir vom konkreten Tun entfernt sind, was Buerokratie immer einschliesst, weil sie streng auf pyramidale und damit repraesentative Strukturen setzt, um so weniger verstehen wir die reale Situation. Diese Plan-Theaterspektakels zeigen es uns ueberall dort, wo sie angewendet werden. Die DB (Deutsche Bundesbahn) ist auch fuer uns aus dem westlichen Teil ein gutes Beispiel.

    Vielleicht ist ja dieses Dilemma das eigentliche Problem im Thema "politische Aufklaerung". Wir stehen vor der Aufgabe, entlang der real erfahrenen Widersprueche das Gesamtmosaik der verbundenen Elemente erstmal selbst im Auge zu behalten und dann, wenn es moeglich erscheint, offen auszubreiten. Weder die Reduktion auf das Konkrete und Diskrete noch auf das Gesamte nuetzt uns.


  • Niedersachsen

    @Günther-Wassen sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Stalin hat der kapitalistischen Welt gezeigt, dass das System lebensfähig ist und dem System des Kapitalismus überlegen.

    Eben nicht. Der Stalinismus hat es auf lange Sicht nicht geschafft die Lebensfähigkeit und die Überlegenheit des Sozialismus zu zeigen. Wie ein Krebsgeschwür hat er sich durch die Entwicklung des Sozialismus gezogen und ihm am Ende den Garaus gemacht. Die Erfolge der Sowjetunion darf man getrost dem sowjetischen Volk zurechnen, das auch in schwierigen Zeiten das Land bewahrt hat durch heldenmütigen Einsatz. Die Verklärung eines Stalins als Generalissimus konnten die sowjetischen Genossen bereits auf dem XX.Patreitag der KPdSU 1956 ablegen (https://www.1000dokumente.de/?c=dokument_ru&dokument=0014_ent&object=translation&l=de![Bild Text](Bild Link) ). Auch die Verbrechen Stalins an den sowjetischen und internationalen Kommunisten wurden aufgedeckt. Nicht von den bösen Kapitalisten. Du @Günther-Wassen , bist, wie es scheint, noch nicht einmal diesen Erkenntnisgang gegangen, es wird Zeit. Mit der Aufhebung des Personenkults war das Problem Stalinismus allerdings noch längst nicht gelöst. Dazu etwas später. Zunächst einmal zum Lenin/Trotzkischen Plan der Revolution. Diese war ursprünglich als eine Weltrevolution gedacht, die Bedingungen 1917 waren dafür ideal. Der Weltkrieg hatte verheerende Wirkungen in vielen Ländern Europas. Wie in Russland gab es auch in Deutschland eine revolutionäre Situation. Hätte Deutschland die Revolution weitergeführt, wer weiß, was daraus geworden wäre. Dank der deutschen Sozialdemokratie kam es aber anders. Ich verweise noch mal auf den Text von oben, wo all das gut nachlesbar ist (https://www.derfunke.de/rubriken/theorie/2426-luxemburg-contra-lenin ). Mit der Entscheidung Stalins gleich nach seiner Machtübernahme, dass der Sozialismus in einem Land möglich ist, stellte er eine entscheidende Weiche Richtung Untergang. Denn gerade in der Systemauseinandersetzung mit dem Kapitalismus sollte der Sozialismus letztendlich zerieben werden. (Trotzki wurde im Auftrag von Stalin ermordet.) Mit dem Aufbau einer zentralistischen Funktionärshierarchie unter Verletzung der leninschen Prinzipien einer Partei neuen Typus und der Durchsetzung einer absolutistischen zentralen Lenkung durch seine Person konnte Stalin zwar effektiv führen (der Vorteil einer Diktatur), was sicher auch für den Verlauf des Krieges bedeutsam war. Allerdings hätte Stalin spätestens nach dem Krieg einen konsequenten Schwenk zu Demokratie, und damit meine ich nicht die bürgerliche Demokratie, machen müssen, Das blieb aus. Und so wurde aus der Revolution die vertrocknete Hülse, die wir bis zum Untergang der UdSSR sehen konnten. Die Herrschaft der Funktionärsaristokratie hat sich vererbt auch in die Länder des sozialistischen Lagers. Und führte am Ende durch Intransparenz und Sturheit, gepaart natürlich mit den Angriffen der Konterrevolution zum Untergang des sozialistischen Lagers. Noch heute spielen in linken Parteien diese stalinschen Funktionärskasten eine entscheidende Rolle und verhindern so jeden Fortschritt.

    PS: Die Stilblüte des Tages: "Das was ein Chrustschow in seiner geheimrde vor bracht ist erstunken und erlogen. dazu kannst Du Dir Literatur ansehen, den ein US-Historiker hat sich diese Rede vorgenommen und sie auf ihren Inhalt überprüft."- Ha Ha, ein US-Historiker. Vor allem waren US-Historiker in Katyn dabei. Auch den Nichtangiffspakt mit Deutschland hat es nicht gegeben und auch keinen Finnlandkrieg. Ha Ha Ha. Link mit lesenswertem Buchtip: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20190223324077487-sowjetunion-kriege-geschichte-buch/


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