Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung



  • @Steffen-Beck, wenn ich den text von @Lotte lese, dann lese ich etwas anderes wie du.

    ".. weil er einerseits die fehlende staatliche Wertschätzung für die Integration, aber auch gleichzeitig die abwertenden Gedanken in der Gesellschaft zum fremdländischen Werktätigen oder auch Schüler deutlich macht, die sich in einer arroganten Vorstellung vom Ausbildungssystem anderer Länder äußert."

    Der europaeische Kolonialismus braucht nach innen eine rassentheoretische grundlage, die dann nach aussen auf der theoretisch begruendeten Abwertung von Menschen ihre Selektionsprozesse organisiert.

    Aber was soll das sein "abwertende Gedanken in der Gesellschaft zum fremdländischen Werktätigen"? Es macht sich, zumindest im text von Lotte, an formal und normativen kriterien fest. Glaubst du im ernst, dass die menschen in der region Deutschland diesem Unsinn folgen?

    Lotte spricht von "systemischer Konstruktion", in der so ein Schwachsinn von schwachsinnigen zelebriert werden kann. In allem rassentheoretisch begruendetem Denken finden wir dieses an beliebigsten Beispielen aufgehaengt.

    Es gibt nur eine Orientierung, die davon ausgenommen wird: Die Radikalitaet fuer die Konzentration der privaten Aneignung gemeinschaftlicher Ressourcen. Wenn wir eine Notwendigkeit der Integration sozial begruendet anstreben, werden wir an die Wand gestellt. Wenn wir sie als Verstaerkung zur privaten Kapitalakkumulation begruenden, stehen uns alle tueren offen.


  • Niedersachsen

    Mir ist, als hätten wir schon mal über den Faschismus diskutiert. Der steckt latent in jedem Menschen drin und offenbart sich nur unterschiedlich stark. Auch je nach dem wie bewusst der entprechende Mensch damit umgeht. So ist Selbstüberhöhung ein Zug, den wir im Alltag oft beobachten können. @willi-uebelherr , glaube nicht, dass ich Dir glaube, dass an deutschen Biertischen über Ausländer als gleichwertigen Menschen gesprochen wird. Lies die Bild öder höre Dir einen beliebigen Fußballkommentar an. Über all diesem schwebt das unterschwellige "Deutsche Wertarbeit". Lotte hat recht, die Deutschen schlucken es, wenn ein Russlanddeutscher, der in Russland die 10.Klasse besucht hat, in die 8.Klasse zurückgestuft wird. Der Fall,den ich kenne, führte dazu, dass der Jugendliche die Schule schmiss (Seine Schulpflicht war kurioser Weise erfüllt) und arbeiten ging. Die deutsche Umgebung hat den Jugendlichen nicht verstanden. Warum wohl?



  • Liebe freunde,

    ich habe nun einen neuen beitrag unter "Aufstehen allgemein" eingestellt, der eigentlich hierher gehoert, weil wir vor allem hier dieses thema intensiv bearbeiten.
    Gilad Atzmon: Warum die Linke am Arsch ist
    https://aufstehen-forum.net/topic/1515/gilad-atzmon-warum-die-linke-am-arsch-ist


    Warum die Linke am Arsch ist (neu aufgelegt)
    Gilad Atzmon, 13.12.2019 (02.2019)
    https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/warum-die-linke-am-arsch-ist-13-12-2019/

    Die Domestizierung der Friedensforschung – Paradigma für die neoliberale Gleichschaltung der Wissenschaft?
    Werner Ruf in NDS, 22.12.2019
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=57279

    Liebe freunde im Aufstehen-Forum und ueberall,

    Friedrich (Fritz the Cat) hat diesen text von Gilad Atzmon ins deutsche uebersetzt. Gilad hat sich mit dem Zusammenbruch linker Politik beschaeftigt. Werner Ruf sehr aehnlich dies auf die Friedensbewegung konzentriert. Die Ergebnisse sind fuer mich die gleichen: die vollstanendige Substanzlosigkeit.

    Frieden ist ja ein primaeres Thema "linker Politik" und damit steht die vollstaendige Entmilitarisierung unseres Planeten an. Der Hauptakteur fuer militaerisch gesicherte Raubzuege ist der Nato-Block, Mitglieder und Alliierte. Als MitgliederIn/BewohnerIn einer solchen Region sind wir damit direkt gefordert.

    Es nuetzt uns wenig, uns immer nur auf vordergruendige "Forderungen", ein "gegen etwas", zu reduzieren. Wir Menschen brauchen immer die grosse weite Linie, der wir folgen koennen, ohne die Orientierung zu verlieren.

    Das Grundziel ist immer die "Stabilitaet materieller Lebensgrundlagen fuer ALLE in allen Regionen auf unserem Planeten". Wie dies dann konkret und diskret umgesetzt wird, ist ausschliesslich den Menschen im lokalen und regionalen ueberlassen.

    Wir haben ja ein sehr altes prinzip, das uns dabei hilft:
    "Tue deinem Naechsten nicht an, was dir selbst verhasst ist".
    Oder positiv formuliert:
    "Verhalte dich Anderen gegenueber so, wie du moechtest, dass sie sich dir gegenueber verhalten."

    Ob wir dies nun in schriftlicher Form als Voelkerrechtsprinzip oder in einer regionalen Verfassung verankern, ist dabei nicht wesentlich. Wesentlich ist ausschliesslich, dass wir es in uns tragen und unser Tun diesem Prinzip folgt.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay



  • Lieber @Steffen-Beck, mit meinem letzten kommentar habe ich diese diskussion unterbrochen. Vielleicht sollte ich den kommentar wieder loeschen?

    Du zitierst die politisch parasitaere Echokammer und schliesst darauf auf die Allgemeinheit. Und du und @Lotte beziehen sich primaer auf den parasitaeren Staatsapparat, der klaren Prinzipien folgt, ohne dass sie in ihrer Allgemeinheit existieren wuerden. Vielleicht ist unter diesen gesichtspunkten mein vorheriger kommentar gar nicht so falsch, weil in beiden referenzierten texten dieser reale widerspruch, der aber im virtuellen ueberbau nicht existiert, thematisiert wird.

    Ich bin kein freund von debatten ueber die AfD-Programmatik, weil es sich nicht lohnt, sich mit dieser Substanzlosigkeit zu beschaeftigen. Nur wenige AfD-WaehlerInnen haben sich jemals mit dieser programmatik beschaeftigt.

    Unser verhaeltnis zu menschen aus anderen kulturellen und klimatischen Umgebungen sollten wir schon aus unseren konkreten Erfahrungen her bestimmen und dann auch danach fragen, was uns gemeinsam ist und was uns trennt. Wir brauchen deswegen auch eine Erweiterung unseres Horizonts, um damit umgehen zu koennen.

    Die "Selbstüberhöhung" finden wir immer nur bei menschen, die das andere nicht kennen. Es ist ein akt der Hilf- und Orientierungs-losigkeit.

    Betrachten wir das duale Schulsystem. Der rein schulische Zweig ist voelliger Unsinn. Aber damit sind die Schulsysteme in den meisten Regionen unseres Planeten Unsinn. Der zweig mit verbindung theoretischem und praktischem Studieren ist in der BRD laecherlich verkorkst. Es gab wenige gute Einrichtungen in der BRD, viele gute in Oesterreich und noch mehr gute in der DDR.

    Wenn ich mir die verhaeltnisse in latein Amerika ansehe, dann ist das einfach nur furchtbar, was da passiert. Ich war in Nicaragua in Jinotepe haeufig im projekt Ernst Thaelmann, das von der FDJ dort eingerichtet wurde. Es sollte eine stabile basis fuer theoretische und praktische Bildungsmoeglichkeiten dort realisieren. Aber fuer die Menschen, insbesondere die erwachsenen, war das undenkbar. Sie verstanden das prinzip nicht. Dann wurde Walter, der von Anfang an dabei war, gegen einen FSLN-Funktionaer ausgetauscht, der absolut keine ahnung in theorie und praxis hatte. Er wollte dann mir hausverbot erteilen.

    In keiner einzigen Region in Latein Amerika, vom Mexico bis Chile/Argentinien, gibt es ein stabiles Bildungssystem. Und die Universitaeten sind nicht zum studieren geeignet, sondern nur zum konsumieren. Heute ist es ja in Deutschland genauso. In Venezuela hoerte ich haeufig, wie die Eltern zu ihren Kindern sagten, du musst studieren, wenn du nicht arbeiten willst. Das ist ja das gleiche, was ich in West-Deutschland auch erlebt habe.

    Auf einer solchen Basis kann niemals etwas vernuenftiges entstehen. Da ist ein radikaler, "anti-autoritaerer" (siehe @Lotte) Bruch zwingend notwendig.



  • "Mir ist, als hätten wir schon mal über den Faschismus diskutiert."

    Nein, lieber @Steffen-Beck, haben wir noch nie. Sowenig wie ueber "Neo-Liberalismus" (nicht neu, nicht liberal).

    Aber wir verwenden diese begriffe taeglich im zusammenhang. Also sollten wir doch mal uns diesen themen konzentriert zuwenden.

    Steffen, organisiere doch mal eine kategorie "Aufklaerung" im Forum. Da koennten wir dann alles rein packen, was fokussiert damit zu tun hat. Weil es taucht natuerlich indirekt ueberall auf. Dieses thema hier waere dann gleich der erste beitrag nach einer Einfuehrung zur kategorie, die immer fest am anfang steht. Gewissermassen ein Header (oder kopf), der um eine erklaerung zur kategorie erweitert wird. @ThomasN oder @Tom oder @Klaus, ich weiss nicht, ob dies in NodeDB geht.

    Wer von euch ist eigentlich der "experte" fuer NodeDB? Vielleicht wird mal eine kategorie fuer NodeDB wichtig? NutzerInnen regen an oder beschweren sich oder schimpfen rum.


  • Niedersachsen

    Wenn wir uns mit Aufklärung befassen, müssen wir auch feststellen, dass es bereits gute Ansätze gibt, Außerhalb des Mainstrams gibt es gute Analysen wie zB die Nachdenkenseiten und andere. Darauf wurden wir schon hingewiesen. Ich möchte einen Bereich ansprechen, der mindestens genau so wichtig ist, wie die Nachrichtenmedien. Das ist die Sphäre der Kunst und Kultur. Und hier müssen wir schon ein wenig suchen. Diese Werke sind nicht die, die Auszeichnungen erhalten. Leider habe ich da zu wenig Einblick, aber eine Diskussion, denke ich, ist das wert. Einen Bereich aber möchte ich ansprechen, der mich sehr bewegt. In der Vorweihnachtszeit im Radio werden Weihnachtslieder gespielt, klar. Aber müssen es immer amerikanische sein? Ich will nun nicht sagen, es sollten nur deutsche Lieder sein, in diese nationale Ecke will ich nicht gehen. Aber es gibt wunderbare französische, tschechische oder auch schwedische und russische Weihnachtsmusik. Deutschland hat ein Problem auch mit seiner Folklore. Johann Gottfried Herder bezeichnete die Volkslieder als die Sprache der verschiedenen Kulturen. Er sammelte internationale Volkslieder (https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmen_der_Völker_in_Liedern). Und es ist wahr, über die Volksmusik erschließt sich die Seele eines Volkes. Wie problematisch die Situation in Deutschland ist, möchte ich an einem Beispiel illustrieren. Die jungen Leute verknüpfen Volksmusik heute oft mit dem seichten volkstümlichen Schlager, der so heimelig über die Medien daherkommt. Leicht und kopfgerecht hat er viele Liebhaber, ein relevanter M a r k t. Eine Bekannte von mir hat 10 Jahre Klavierunterricht absolviert und hat trotzdem eine abwertende Meinung zur Volksmusik. Was ist da alles schiefgelaufen? Und so fehlt heute vielen Menschen auch ein Zugang zu fremden Kulturen, der nachträglich nur schwer herstellbar ist.


  • GLOBALER MOD MOD

    @Steffen-Beck ...wir sollten nicht Volksmusik mit diesem volkstümlichen Gedudel in einen Topf werfen.


  • Baden-Württemberg

    https://www.youtube.com/watch?v=PxEXJMs8V-k

    https://www.youtube.com/watch?v=J4h-0SHtLyY

    https://www.youtube.com/watch?v=ZKMc_NgzFxE

    Nee nä nein

    Meine Mutter Zieharmonika und meine Oma Zither - nach dem Faschismus haben sie ihre Instrumente weggelegt. Nicht mehr gespielt. Keine Lust mehr auf Hausmusik.
    Und wir wie in der Holzmichelddr wurden von Turnvater Jahn und der Volksmusik gejagt. Weggejagt. Oder heutzutage das Weihnachtskonzert von Helene Fischer - eine einzige Soße. Gräuslich. Eine wichtige Frage, Steffen.

    Bis in den 70ern auftraten Zupfgeigenhansel und Liederjan und begannen, das Volkstümelnde vom Volkslied zu trennen und Traditionen zu sammeln und zu singen, die wir so nicht kannten. Sie säuberten das "Liedgut" vom völkischen Glanz und heilten damit auch ein Stück Kultur.
    Dieter Süverkrüp und andere haben uns die Lieder der Revolutionäre nahegebracht. Kannten wir alles nicht.

    https://www.youtube.com/watch?v=chT-t7kT9W4

    https://www.youtube.com/watch?v=NtpxO3jYcqg

    https://www.youtube.com/watch?v=TgNcJ9A1lbk

    https://www.youtube.com/watch?v=e5lqKH2EjMI

    Leider alles untergegangen. Die Zeit heute ist wieder kitschig und völkisch.

    Interview, Erinnerungen 30 Jahre danach von Zupfgeigenhansel

    https://www.youtube.com/watch?v=5fr0J21hibY

    Und dann beim deftigen "Fürsten zum Land hinaus" kommen wir wieder auf die Netiquette der Gutmenschen zu sprechen, die einen Willi gerügt haben, dass er einem die Tassen im Schrank abgesprochen hat - nieder mit der Netiquette, hoch die Freiheit des Wortes. 🙂


  • Niedersachsen

    @Lotte Zupfgeigenhansel und Liederjahn, bin ich mit aufgewachsen. In der DDR gab es eine Folk-Szene. Liedehrlich, Folkländer und Wacholder fallen mir da so als Gruppen ein. Habe ich sogar noch die Platten. Die Hausmusik ist wohl in der Regel mit dem Radio gestorben, spätestens also in den 50-er Jahren (Ausnahmen bestätigen die Regel.) In der DDR gab es aber auch noch echte Folkloregruppen, in denen Volksmusik gemacht wurde, nicht nur im Erzgebirge und im Vogtland. Jeder größerer Betrieb hatte ein Kulturhaus mit entsprechenden Chören, Musik- und Tanzgruppen. Auch die Arbeitsgemeinschaften in den Schulen hatten Bedeutung. Das ist Alles ist mit der Einheit den Bach runter gegangen. Die Kultur ist zum Mainstream verkommen. Wer macht sich heute noch die Mühe, ein Instrument zu lernen? Auch die Unterhaltung wird immer flacher. Junge Leute spielen kaum noch Skat oder Schach, Daddeln ist nun mal leichter. Auch mit der politischen Musik der Bundesrepublik habe ich mich befasst. Mir war zu DDR-Zeiten ein Liederbuch von Pläne in die Finger geraten mit Liedern gegen den Atomtod us den 50-er und 60-er Jahren. Da haben wir viel nachgespielt, auch öffentlich. Na ja Franz-Joseph Degenhardt und Hannes Wader waren ohnehin Kult. Und aus Amerika Joan Beaz. Was denen allen gemeinsam war, war ein Bezug zur Folklore. Interessant war übrigens 1996 der Hype der Kelly-Family. Die haben es echt geschafft den jungen Leuten wieder Volksmusik nahezubringen, bis der Markt sie geschluckt hatte.


  • Niedersachsen

    Mir ist ein Artikel in die Finger gekommen (Mitteilungen der kommunistischen Plattform der Partei die Linke Heft 2/2019) Zeitenwende und Klassenkampf von Dr.Friedrich Wolff. Der Link: https://kpf.die-linke.de/…/ne…/zeitenwende-und-klassenkampf/
    Es geht hier um eine Analyse des Scheiterns der Linken, verbunden mit einer Analyse des Scheiterns der DDR und, und das ist wichtiger: Gedanken zu einer neuen Sicht der Situation und zu einer sich daraus ergebenen Strategie. Bemerkenswert, dass die Linkspartei eigentlich über Analysen verfügt, zu denen wir uns hier in der Bewegung erst mühsam hinarbeiten mussten.
    Wolff beschreibt hier als eine Ursache für das Scheitern der DDR "die unmögliche Propaganda" und ein Demokratiedefizit. Er geht dann tiefer und findet, dass die Theorie des Sozialismus nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprechen. Er kommt zu der Schlussfolgerung: "Unsere Verbündeten sind jetzt nicht nur die Arbeiter, die Proletarier, sondern alle Menschen, die nicht Kapitalisten sind. Unsere Hauptstütze sind ... die Intellektuellen." "... Heutzutage ist die Bewegung zum Sozialismus eine Bewegung aller Klassen und Schichten, ausgeschlossen sind nur die großen Kapitalisten." Für die Bewegung heißt das, weg von der ausgrenzenden Beschränkung auf eine "linke Sammlungsbewegung", die genauso mehrheitsfähig wäre, wie die "linken Parteien", also nicht. Das heißt des Weiteren: Hin zu einer Demokratisierung der Bewegung, der Parteien und der Gesellschaft, ausgehend von der Bewegung, das Schaffen einer solidarischen Gesellschaft.


  • Web-Auftritt

    Es handelt sich - beim Scheitern der Linken - um einen erfolgreichen Akt der Unterwerfung, die auf mehreren Ebenen vollzogen wurde: natürlich durch die flächendeckende Mainstreampropaganda, wobei die wichtigste Rolle Fernsehen und Radio spielen mit ihren hypnotischen Wirkungen: wer die regelmässig konsumiert wird zum Bio-Roboter des Systems.
    Dazu kommt die ganze Struktur der neoliberalen Wirtschaft und Gesellschaft, an die sich anpassen muss, wer überleben will.
    Nur wenige sind heute noch fähig, sich eine Welt vorzustellen, die nicht neoliberal geprägt und durchdrungen ist.
    Du kannst die Leute auf einem fremden Planeten absetzen, und sie werden sofort drangehen, ein neoliberales System dort aufzubauen, weil sie das mit "Leben" gleichsetzen.
    Das gilt auch für die Mehrheit der Linken.
    Viele haben sich längst der neoliberalen Propaganda und dem entsprechenden Lebensstil unterworfen. Ansatzweise ernst nehmen kann man heute nur noch Menschen, die ihren Fernseher und ihr Radio entsorgt haben und ihr Handy mit großer Zurückhaltung benutzen.
    Viel lässt sich auch dáran ablesen, wie Leute reagieren, wenn das Stichwort "Verschwörungstheorie" fällt, wenn sie zB. erklären, dass sie nicht an Verschwörungstheorien glauben. Dann weiß man gleich, dass sie propagandahörig sind.
    Natürlich gibt es viele Verschwörungstheorien, die auf grobem Unfug beruhen, wie zB. die flat-earth-Theorie (wurde vermutlich durch die CIA in die Welt gesetzt).
    Es gibt andere Verschwörungstheorien, die der Wahrheit viel näher kommen, als das, was unsere Medien oder Wissenschaftler verbreiten.

    Jeder Student steht früher oder später vor der Entscheidung, welche Verschwörungstheorien er glaubt / glauben muss und welche er ablehnt. Davon, ob er hier die richtige Entscheidung trifft, hängt seine berufliche Karriere / die Altersversorgung ab - besonders bei Geisteswissenschaftlern, Soziologen, Politologen, Kulturwissenschaftlern u.dergl. aber - fachbezogen - auch Naturwissenschaftler, Mediziner usw.: sie müssen jeweils die Verschwörungstheorien der öffentlichen Propaganda / die Mainstreamdogmen für wahr erklären und alle anderen für falsch - sonst endet ihre berufliche Laufbahn ziemlich früh und sie können Taxifahren gehen..
    Mit den meisten von ihnen wird man deshalb keinen politischen Widerstand bewerkstelligen können, denn sie sind ideologisch durch unser System penetriert.

    Die neue amerikanische Arbeiterbewegung

    So etwas, wie eine ernstzunehmende politische Widerstandsbewegung finden wir heute in den USA mit dem Wahlkampf von Bernie Sanders, der seit ca. 40 Jahren konsistent sozialistische Positionen vertritt. Seine Unterstützer sind nicht linke Intellektuelle, sondern sie kommen überwiegend aus den Reihen der gesellschaftlichen Underdogs, arbeiten bei Walmart, bei Amazon oder McDonalds und haben verstanden, was Klassenkampf bedeutet.

    Hier ein Beispiel: die Redner sind bei ihm zB. eine Fast-Food-Arbeiterin, eine Altenpflegerin, eine Krankenschwester und die frühere Barkeeperin AOC, die Mehrzahl von ihnen alleinerziehend: alles Berufe, die man bei unseren Politikern vergeblich sucht: https://youtu.be/0DabEKIprow?t=1700

    Und der größte Teil seiner Unterstützer ist unter 35; davon kann die Linke hierzulande höchstens träumen.

    Dass Bernie Sanders bereits die Erhöhung des Mindestlohns der Amazon-Beschäftigten von 8 auf 15$ durchsetzen konnte, zeigt die Schwungkraft, die es dort gibt.
    Alle Bemühungen der demokratischen Partei und der Mainstreammedien, ihn zu stoppen, haben bisher nicht gefruchtet - während er davon spricht, dass eine Revolution des Systems nötig ist.
    Die Situation mag in den USA etwas anders sein, als bei uns, da dort das Fass am Überlaufen ist; wenn Bernie Sanders aber dort im Verlauf der nächsten Monate erfolgreich sein sollte - und die Wahrscheinlichkeit ist erheblich - dann wird das auch Europa nicht unberührt lassen.


  • Niedersachsen

    @gwhh sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Es handelt sich - beim Scheitern der Linken - um einen erfolgreichen Akt der Unterwerfung, die auf mehreren Ebenen vollzogen wurde: natürlich durch die flächendeckende Mainstreampropaganda, ...

    ... die bis in die DDR hinein wirken konnte. Nun ist natürlich die Erklärung mit der Stärke des Gegners etwas fatalistisch, und auch nicht geeignet, Schlussfolgerungen zu ziehen. Dazu muss schon der eigene Part herhalten. Warum konnte es gelingen, sogar die Menschen in der DDR zu verdummen? Und nichts anderes als Dummheit war es, anzunehmen, das die Bundesrepublik oder USA sich für das Wohlergehen der DDR-Bürger einsetzen würde, zumal beide Staaten auch öffentlich, die Vernichtung des Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Wer sich informieren wollte über den Kapitalismus, konnte das auch in der DDR. Es muss also etwas gegeben haben, was die Glaubwürdigkeit des Sozialismus erschüttert hat. Meiner Ansicht nach hat das etwas mit intransparentem, abgehobenen Zentralismus zu tun und mit platter Propaganda. Gerade letzterem war kaum noch ein DDR-Bürger geneigt , Glauben zu schenken. Und so wurden dann auch wahre Dinge nicht geglaubt. Der nette Onkel vom RIAS, der so viel Verständnis für die eigenen Sorgen und Nöte hatte, hatte bessere Chancen, als das (bessere, ) bürokratische System der Sozialpolitik. Die an der psychologischen Angel hingen, hielten sich für die Cleveren, die mit Durchblick. Am Biertisch wurde nicht über das letzte Plenum des ZK der SED, sondern über die Medienerlebnisse (von der anderen Seite) diskutiert. Der Rias schaffte es , auf die private Seite des Lebens der Menschen zu kommen, was den Parteibonzen ab Kreisebene mit Sicherheit nicht gelang und wohl auch nicht probiert wurde.


  • GLOBALER MOD MOD

    @gwhh sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Natürlich gibt es viele Verschwörungstheorien, die auf grobem Unfug beruhen... (wurde vermutlich durch die CIA in die Welt gesetzt).

    Der Begriff wurde generell von der CIA als framing eingeführt, um unliebsame Nachfragen oder Tatsachen, die nicht in das Narrativ passen zu diskreditieren und damit einer Diskussion aus dem Weg gehen zu können.
    Erfunden wurde das damals, um den immer widersprüchlicheren Dingen um den Kennedy-Mord aus dem Weg gehen zu können. Es gibt da auch ein freigekämpftes Dokument aus den Archiven, wo das beschrieben ist....finde ich aber gerade nicht.

    Interessant finde ich vor allem, wie der Begriff bei Wikipedia&Co immer wieder genutzt, um den Sachvortrag zum Thema vermeiden zu können.
    Ich halte es für wichtig, bei geeigneter Gelegenheit immer die Wirkung dieses Orwellschen Neusprech aufzuzeigen:

    Theorie ist eine wissenschaftliche Kategorie und
    Verschwörungen sind evident existent.

    Die Verwendung des Begriffes in der Propaganda hat also mit seiner eigentlichen Bedeutung überhaupt nichts zu tun.

    Hier hilft immer, die oroginäre Definition der Begriffe ins Feldzu führen:
    "In der Wissenschaft bezeichnet Theorie ... ein System wissenschaftlich begründeter Aussagen, das dazu dient, Ausschnitte der Realität und die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten zu erklären"
    In Anbetracht der konspirativen Eigenheit einer Verschwörung somit die einzige Möglichkeit, diese aufzudecken.

    Was Deine Einschätzng zu Bernie Sanders & Co angeht, so sehe ich da überwiegend Alte, die die Zeit vor dem Neoliberalismus noch erlebt haben. Dieses Wissen um die Alternativen zu erhalten, halte ich vor allem deshalb für wichtig, da diese Generation vllt noch 10 Jahre wirken kann und dann mit ihnen das Wissen praxistauglicher Lösungen ausstirbt.
    Ohnehin wird von den Spin-Makern gerade an vielen Fronten die Geschichte neu geschrieben. Darin sehe ich eine große Gefahr, der man eigentlich nur durch Aufklärung begegnen kann.


  • Baden-Württemberg

    Man sollte es nicht überschätzen - Sanders ist ein Sozialdemokrat, der vieles von Schröder einführen möchte. Und die Linken - war die BRD jemals links? Ich kenne nur bürgerliche Spießer, LINKE als linke Sozialdemokraten und allen ist eines wichtig: der Ausbau ihrer eigenen Befindlichkeit. Dabei sind sie sozial kompatibel, freundlich, karitativ und in Maßen demokratisch. Aber am Ende stehen das ICH und die Familie. Wirklich kollektiv ist niemand.

    Sonst hätten diese vielen vielen Linken das Bildungssystem in seiner Auslese längst radikal verändert - aber das kratzen sie nicht an. Das wäre dann der Kommunismus. Und sie wollen nicht teilen, behaupte ich. Auch die Armen wollen dann nicht teilen, wenn sie sich was ergattert haben.

    Kann man lange drüber reden - aber erstmal klären was links ist. Oder was man meint. Und stimmt, Klaus, Aufklärung gegen Geschichtsneuschreibung. Sehr wichtig.


  • Niedersachsen

    @Lotte sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Und stimmt, Klaus, Aufklärung gegen Geschichtsneuschreibung. Sehr wichtig.

    Die Sieger schreiben die Geschichte. Für mich am deutlichsten sichtbar, die Klitterung der DDR-Geschichte. An bestimmten Stellen wird sie unerträglich. Vereinigungsparteitag, 17.Juni 1953, Mauerbau sind so die Markerthemen, an denen man Geschichtsbücher beurteilen kann in Bezug auf das geistige Zuhause der Autoren. Beispiel 17. Juni 1953. Schon das Wort "Volksaufstand" ist manipulativ. Eine gute Darstellung der wirklichen Vorgänge kann man nachlesen bei Stefan Heym "5 Tage im Juni". Meine Eltern haben die Autentizität bestätigt. Und die waren immerhin Anwesende in diesen Tagen. Ein weiteres Buch, auch gut darstellend ist vom DDR-Autor Wolfgang Schreyer "Die Banknote". Mit beiden Büchern kann man sich gut in diese Tage hineinversetzten.


  • Baden-Württemberg

    Steffen, findest du, dass man hier über solche Dinge aufklären müsste - oder nur Bücher empfehlen? Es wäre nochmal eine Diskussion über Notwendigkeiten in diesem Medium. Oder das Brückenmagazin?
    Ich empfinde einen tiefen Riss zur Generation meines Sohnes, nette Linke der Mitte - der von Putinjüngern sprach, extrem antikkommunistisch ohne Information ist und links wählt, aber keine Anstalten macht sozial oder politisch aktiv zu werden. Und da ist er in seiner Generation der um die 40jährigen nicht allein. Sie profitieren von der Entwicklung dieser Gesellschaft und unserer Arbeit in dem Bereich, aber sie nehmen den Stab als nächste im Staffellauf nicht an. Sie hocken und konsumieren statt weiterzuentwickeln.


  • Niedersachsen

    @Lotte Aufklärung muss sich ausbreiten. Gedacht hatte ich diesen Thread als eine methodische Hilfestellung. Aber möglichst beispielgeladen. Also kannst Du hier Beides machen, Literaturhinweis und konkrete Aufklärung. Übrigens dieses Nachwuchsproblem kenne ich auch. Meine Tochter ist Jahrgang 1990. Sie ist 100% ein Kind der Bundesrepublik. Zwar wegen ihrer Eltern links und sozial orientiert aber ohne jedes politische Wissen und somit anfällig für jede Manipulation. Die Schule produziert vieleicht Toleranz aber keine Kritikfähigkeit an gesellschaftlichen Fragestellungen. Übrigens ist das auch so ein Bruch durch die Einheit. Was konnte ich meiner Tochter Lebensnotwendiges für ein Leben im Kapitalismus beibringen? Hab ich doch selbst über nichts diesebezügliches verfügt. Übrigens ist das auch ein Grund für die Haltlosigkeit der Generation von 1990.


  • Baden-Württemberg

    Na ja, wir reißen hier vieles an und das ist gut so. Ich dachte jetzt an was Intensiveres, strukturiertes. Eine "Historienabteilung"


  • Niedersachsen

    @Lotte Der Neoliberalismus verfälscht nicht nur die Geschichte, er produziert komplette Weltbilder. Eine umfangreiche Darstellung zur Geschichtsfälschung wäre nützlich. Da ist aber professionelles Arbeiten nötig. Klein-Klein-Arbeit zu vielen Themen, Quellenanalysen. Also richtige historische Arbeit. Dann eine gemeinverständliche (aber nichtpopulistische) Darstellung. Und das in einem weitgreifenden Medium.


  • Baden-Württemberg

    Nein, das meinte ich auch nicht.
    Ich meinte ein Sortieren und Vertiefen von zum Beispiel der Aufarbeitung des Sozialismus anhand von Erlebtem und von Fakten. Das wäre für eine Vision wichtig -genau wie der Beitrag von Thomas N im Kaffeekränzchen, Damit sich langsam für viele eine Haltung herauskristallisiert. In diesen Wust von über 500 Beiträgen liest doch niemand mehr von Anfang an.


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