Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung


  • Baden-Württemberg

    Bist du ein Pädagoge und was für einer?


  • Niedersachsen

    Ausgebildet bin ich als Mathematik- und Physik-Lehrer. Dann hatte ich einen Lehrgang "Fachberater im sozialen Bereich" zur Überbrückung einer Arbeitslosigkeit besucht und habe dann als Lehrer und Sozialarbeiter in verschiedenen Projekten gearbeitet. Nebenbei habe ich auch Musik gemacht und konnte so in diesem Projekt auch Gitarrenunterricht anbieten sowie die Musikgruppe und den Fotozirkel betreuen.


  • Baden-Württemberg

    Du hast das Beispiel gebracht und ich finde, wir müssen uns entscheiden, das zum Thema extra zu machen, weil es exemplarisch gut zeigt, was systemrelevant ist oder die Vertiefung fallen und es so stehen lassen. Liegt an dir.... 🙂
    Das Thema hier ist aber - wie du auch beabsichtigt hast - ein allgemeines zur Entwicklung von Politischer Aufklärung.


  • Niedersachsen

    @Lotte , ich finde das Beispiel gehört hier schon rein, wenn auch nicht ganz direkt. Es ist ein Beispiel, das zeigt, wie es erfolgreich geht, Probleme zu lösen. Das Problem ist die finanzielle Ausstattung. Aber die war es sicher nicht alleine. Das Entscheidende war die persönliche Atmoshäre, die Veränderungen bewirkt hat. Und da ließe sich Einiges von übernehmen. Auch was das zusätzliche, unbezahlte Engagement betrifft. Ich finde, dass die Ortsgruppen Zentren werden könnten, die etwas Ähnliches auf die Beine stellen könnten, vieleicht nicht ganz so üppig aber ganz so wirksam. Wenn Du mir jetzt sagst, dass das Projekt systemimmanent war, kann ich das nicht wirklich leugnen. Andererseits sagst Du ja selbst, wir dürfen die Flüchtlinge nicht ertrinken lassen.


  • Baden-Württemberg

    Ja, wir müssen retten, wir müssen helfen.

    Genau diese Projekte der Diakonie gibt es zu Hunderten oder Tausenden. Sie sind verortet in einem demokratischen Helfersystem, Beziehung allem vorangestellt.
    Ich habe solche Projekte viele mitgeplant, durchgeführt.

    Aber keines ist systemüberwindend. Alle sind systemerhaltend und verschleiernd. Objektiv gesehen, auch wenn wir sie loben. Wir können sie in einem bestimmten Rahmen loben, wo Jugendliche eventuell, wenn es gut läuft, zu einer anderen Sichtweise auf die Welt geführt werden können. Wo weniger Führung und mehr Begleitung ist. Wo emotionale Wunden geheilt werden. Ich unterstütze solche Projekte und könnte noch bessere anbringen, die einen Schritt weiter gehen.

    Diese Arbeit habe ich in Schule und Stadtteil auch gemacht. Hierher bin ich gekommen, um zu bereden, wo und wie können wir darüber hinaus.
    Also keine negative Antwort, auf keinen Fall. Aber die Frage: Sollten wir uns damit aufhalten oder tiefer bohren, a uch im Sinn von anderen Projekten. Oder ist das angesichts des Zeitgeistes das Äußerste, was wir überhaupt tun können? Das ist schwierig zu beantworten. Für Christoph und Willi nicht. Aber für andere.


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte ...ich bin ein sehr aktiver Mensch..habe kaum Privatleben durch Vereinsleitung, mehrere Petitionen, politische Arbeit ..meine Schwerpunkte sind der Schutz unserer Lebensgrundlagen, Tierschutz und das gewinnorientierte Gesundheitssystem.Angefangen habe ich damit mit 23 Jahren ( Vereinsleitung ) , als meine Tochter 3 war. mein " Dorf" waren die Großeltern. ..Einfluss des Systems ( Kita , Jugendzentren ) habe ich für mein Kind abgelehnt. ..das prägen kommt von den Eltern.Für die Erziehung standen mir keine besonderen Ressourcen zur Verfügung, ich stamme aus einer Arbeiterfamilie. Ich habe über ein Jahrzehnt ohne Honorar für die Gesellschaft gearbeitet. ..Bürger, Polizei und Stadt haben regelmäßig meine Hilfe abgefordert. Dadurch bin ich in sehr viele Haushalte gekommen. Damals war ich noch Hilfe- willig ...bis so etwas kam wie " wir fühlen uns wohl, wir lassen uns nichts vorschreiben. " Es ist leider kein Klischee, diese Kinder treten zu, quälen Tiere bis aufs Blut und reißen Pflanzen aus. Auch an den Finanzen kann es nicht liegen, Spielkonsolen, mehrere Handys, wechselnde Haarfarben, Ringe in der Nase, Nagelstudio....ich hatte es vor einiger Zeit noch einmal versucht. . während einer Demo wollte ich einer jungen Frau mit diesen Merkmalen einen Flyer in die Hand drücken. .." lass das mal die anderen machen. " war die Reaktion. Wer die " anderen " sind, konnte sie mir leider auch nicht sagen, so musste ich stehen bleiben. Nein, Lotte...da mach ich die " Tür zu " , ganz ohne schlechtes Gewissen. Wir als Gesellschaft werden doch schon verpflichtet, finanziell dafür aufzukommen. ..obwohl wir für unsere Kinder selbst aufgekommen sind . Wer zu Hause ist, hat seine Kinder zu Hause zu betreuen. ..man kann sich mit anderen zum spielen treffen ...so sind wir auch groß geworden.


  • Baden-Württemberg

    Ich verstehe dich bezüglich des Unwillens, sich weiter einzumischen in solche Sachen. Geht mir auch so. Irgendwann will man nicht mehr. Ich stimme dir zu, am Geld liegt es nicht.

    In Lehrerkreisen wurde die letzten 15 Jahre diskutiert, dass man für Ganztagesschulen ist, um solche Kinder rauszuholen, weil die Betreuung eben zu Hause schlecht ist. Aber schlechte ausgestattete Ganztagesschule toppen die Langeweile aufs Höchste. Immer wird verwaltet. Die billigste Lösung.
    Dein Feindbild ist etwas einseitig. 🙂 Ich kenne die gequälten Grundschüler und Gymnasiasten, die unter Leistungsdruck stehen und Beruhigungspillen schlucken, hysterische Anfälle kriegen, wenn sie mal eine 4 schreiben. Immerhin Ohrfeigen kriegen sie heute keine mehr. Der Druck ist subtiler.

    Aber nichts machen geht nicht. Brecht: Die Sache, die so einfach und so schwer zu machen ist. 🙂


  • Niedersachsen

    Ja, Lotte, sag. Wie können wir es besser machen?


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte ...hat sich in den letzten 9 Jahren soviel verändert an den Gymnasien? Ich habe bei meiner Tochter nichts von Leistungsdruck gespürt. ..auch nicht bei den Mitschülern.Meine Cousine ist Lehrerin. ..und so manche Freundin. Ich hörte etwas vom Morgenkreis .... ich vermute, der Druck entspringt nicht dem Bildungsplan...:)


  • Niedersachsen

    @Lotte "Sollten wir uns damit aufhalten oder tiefer bohren, a uch im Sinn von anderen Projekten. Oder ist das angesichts des Zeitgeistes das Äußerste, was wir überhaupt tun können? "- Für mich ist nicht die Frage primär, wie wir das System überwinden. Mein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie wir die Probleme der Menschen lösen können. Das forderst Du doch auch. Und zwar möglichst sofort. Nehmen wir doch einfach zur Kenntnis, dass es auch in dieser Gesellschaft gute Problemlösungsansätze gibt, egal ob sie aus religiöser oder linker Ecke kommen. Mit dem Argument, mit Problemlösung stärken wir das System könnten wir auch fordern, dass alle Sozialleistungen abgeschafft werden, immerhin wären wir dann einer Revolution wesentlich näher. Wo wir wirklich kritisch sein müssen, sind die vielen Placebos, wo eben keine Probleme gelöst werden. Mit Problemlösern sollten wir uns sogar vernetzen und uns an der Weiterentwicklung von Konzepten beteiligen.


  • Baden-Württemberg

    Ich BaWü, Ellen. Ich bin schon Mitte der 90er aus dem regulären Grundschulbereich raus, weil die Auslese in der 4. Klasse so sadistisch war, wenn man das mit den Kindern zusammen erlebt hat. Das war der Bildungsplan - der qualitative Sprung in der Vierten - und dementsprechend die Eltern auf ihre Kinder.

    Ja, Steffen, das wäre die Kunst. Selbstermächtigung konkret schaffen - und gleichzeitig diese Unmengen von Trägen, Mutlosen zu ermuntern. Teilhabe, Mitbestimmung, Engagement gibt es doch, aber im konservativen Bereich. Ich nenne nur die Bürgervereine. Eine Bürgerinteressenslobby, die jetzt wie Ortschaftsräte eine politisch relevante Stimmte bekommen möchte. Das ist die Mauer.Gleichzeitig kümmern die sich enorm und man kann mit einigem auch übereinstimmen an Konkretem.

    Und Jugendliche - alle Jugendzentren in Selbstverwaltung. Das ist extrem viel Arbeit, weil die meisten noch begleitet werden müssen. Es lernen müssen. Weiter die Projekte, die du nanntest - Beziehungspartner, die jetzt schon im sozialen Milieu auftauchen sind da: lesepaten, Seniormediatoren, Handwerksmeister, Betriebe, Veriene. Da tut sich viel - aber eher wie ein unkoordinierter Wasserschwall. Beziehung geht verloren.
    JUgendliche brauchen Partner, Orientierung, Philosophie, Diskurs. Das wäre alles ein Schwenk. Leute, die vermitteln: ich stehe an deiner Seite, wenn es schlecht geht... ich kann beißen für dich. Sei es Mißbrauch, Drogen, Eltern, Schule, Betrieb. Ich habe Zeit, dir zuzuhören. Vor den Jugendlichen mit den Autoritäten, den verlogenen, in den Konflikt gehen. Lernen, wie man konkrete Konflikte zum Erfolg führen kann. Kämpfer sein, nicht Helfer.
    Signifikant ist doch bei allen diesen Projekten von dir beschrieben, dass sie Fluchten suchen. Die demokratische Mitbestimmung von Jugendlichen in der Schule wird konsequent ausgehebelt und unterlaufen. Erklärten wir einem Rektor vor wenigen Jahren, dass er die SMV(Schülermitverwaltung) immer vor der GLK über die Tagesordnung informieren muss, die Schulinhalte erklären muss und wenn die SMV will, darf sie jederzeit vor Beginn der Konferenz etwas zu den Punkten sagen. Sagt der Rektor düpiert: Das will ich erstmal schrifltich sehen.
    Selbst ANSÄTZE von Demokratie einer CDU-REgierung werden nicht durchgeführt. Von beiden Seiten nicht. Das wäre schon mal ein Anfang.

    Was ich faszinierend fand, war mal irgendein Stamm, der für die Heranwachsenden ein eigenes Haus in der Dorfmitte hatte. Sie konnten das Alleinleben und Alleinorganisieren lernen, waren aber immer unter Kontrolle, unter Hilfe und unter Anleitung. Als Ritual. Das hat mir gut gefallen.

    Ic hhatte mal eine Klasse der schlimmsten eine. Man konnte mit denen in kein Landschulheim, so destruktiv und süchtig waren die. Also Absprache mit Rektor: Wir gehen auf eine Forsthütte nahe Freiburg. Kein Wasser nur eine Quelle, keine Betten nur einen Dachboden, Holzofen. Handy dabei, ich allein mit denen.

    Die Schüler: Bitte, Frau B., tun sie uns einen Gefallen und setzen sich 2 Tage an die Feuerstelle und rühren sich nicht vom Fleck. Wir stellen nichts an, aber wir wollen allein sein. Das habe ich gemacht. die sind wie die Hasen in den Wald gestürmt (16-18 Jahre), haben Holz gesammelt, gestreunt und waren zeitweise verschwunden. Knapp wurde es nachts um 11 Uhr, als zwei Mädchen nicht mehr auftauchten. Ich hatte Panik, wusste aber nicht, wo in diesem riesigen Wald suchen anfangen. Und unser lautes Geschrei verhallte ungehört. Sie kamen dann noch fröhlich - hatten sich verirrt. Die Klasse wollte durchmachen - um 1 Uhr schliefen alle selig auf dem Holzboden. Mir war etwas langweilig so festgezurrt am Grillplatz, aber für die Jugendliche war das Gruppenerlebnis einmalig. Als ich diese Klasse aufforderte, weil das Jugendzentrum signifikanterweise wie alle am Wochenende zu ist, sich doch selbst um das Wochenende zu kümmern und das Jugendzentrum zu übernehmen, sagten sie resigniert: Das trauen die uns doch nicht zu. Und machten es dann auch nicht.

    Mit einer kleineren Klasse habe ich mal in einem Riesenschulhaus eine Nacht übernachtet. Schaurig hallende Gänge, Gruselnachrichten von tapsenden Schritten - Süßigkeiten und Filme und spaß.
    Immer Beziehung. Ich denke, wenn Lehrer anders wären, hätten sie durch die Intensität der Dauer viele MÖglichkeiten. Das wäre jetzt die Reform eher.


  • Niedersachsen

    Ein schönes Beispiel. Erfolgsgrund, Dein Vertrauen in die Jugendlichen. Welcher Lehrer hat das? Sicherheitsdenken geht vor. Lieber bemuttern als selbst laufen lassen. Und dann bequemes Zurücklehnen der Schüler, ihnen wird ja Alles abgenommen. Eigenverantwortung übertragen war schon immer gut. Dazu braucht der Pädagoge aber ein Hinterland. Hat er das immer?


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Steffen-Beck sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Wenn das Wort "Reform" die Runde macht frage ich mich mittlerweile immer erst, was denn nun wieder verschlimmbessert werden soll.

    Dazu ein Gedicht meiner Mutter, der Roten Oma - Elisabeth Monsig

    Reformen, Reformen und täglich mehr
    doch immer wird's schlechter als vorher!
    Warum sagen viele man kann nichts dagegen machen?
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man lachen!
    Wie würde heute das Leben aussehen,
    wenn niemand würde das Unrecht angehen?
    Dann müßtet ihr heute noch,
    das sollt ihr wissen
    dem Hochadel demütig die Füße küssen!
    Seid nicht so wie der Vogel Strauß
    also Kopf hoch, zeigt ihnen die Faust!


  • Baden-Württemberg

    Steffen lies nochmal den Beitrag, habe ihn ergänzt um die politischen Elemente, die mir ebenso wichtig sind wie die emotionalen.

    Du hast recht. Linke PH-Dozenten sagten mal: Egal was, mit Liebe draufzugehen reicht.

    Und Liebe haben Lehrer kaum. Auch wegen ihrer "professionellen Deformation". Ich bin halt noch ein antiautoritärer Stinkstiebel.
    Und habe die letzten Jahre meinen Garten, meine Wohnung aufgemacht. Gastgeberqualitäten und nicht Lehrer sein.

    Das wirkt Wunder.

    Deinen Beitrag vor 32 Minuten hatte ich übersehen - ich stimme zu. Aber eben genau analysieren.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Lotte Da Du aus BW schreibst, darauf eine Antwort.
    Ich habe zwei Jahre in Deckenfron in der Distel gearbeitet - einem geschlossenen Heim für Mädchen in schwierigen Lebenssituationen. Ja- ein großer Teil der Mädchen hatte Mißbrauchserfahrung hatte aus dem Grund schwierige Lebensumsände. Ich hatte Glück - einen unkomplizierten Einstieg und habe als Lehrer ( 16 Mädchen in zwei Gruppen) ALLE Fächer (außer Englisch) unterrichtet. Du kannst Dir vorstellen, dass das eine spannende aber auch anspruchsvolle Angelegenheit war. Selbst Sport habe ich mitgemacht, wobei jedoch eine Erziehrin das Vorturnen übernahm. Die Mädels haben zuerst, wenn diese eine Standwaage machte sehr gelacht über mich - ich machte dabei keine besonders gute Figur - aber keines der Mädchen konnte sagen - das mache ich nicht - wenn selbst ich das mache! Vorbildfunktion ist in ALLEN Lebenslagen eine der wichtigsten Positionen. Ich durfte den Mädchen selbst schwierige Sachen um die Ohren hauen - denn ich hatte mir das Vertrauen erarbeitet.

    Dort habe ich nochmals klar feststellen können, dass sogenannte Schwererziehbaren, weitaus sensibler sind als die "normal"erzogenen. Wenn man diese Jugendlichen erst mal so nimmt, wie sie sind und behutsam Forderungen stellt - ist es eine der schönsten Aufgaben. Verabschiedet habe ich mich mit dem Text unten.

    Diamanten

    Viele Menschen, die einen Rohdiamanten in die Hand bekommen,
    haben keine Ahnung über den Wert dieses unscheinbaren Teils.
    Soll ein solcher bearbeitet werden, kann man nur feststellen,
    dass er unwahrscheinlich hart und spröde ist.
    Wird er falsch geschliffen, kommt seine Schönheit nicht zur Geltung
    es kann sogar geschehen, dass er verdorben wird

    Wie sieht es mit unseren Mädchen aus?
    Vielfach sind sie ebenso falsch bearbeitet, fast verdorben worden.
    Ihre Schönheit, ihre Ausstrahlung kommt zu Beginn kaum zum Ausdruck.
    Es liegt an uns, den Betreuern und Lehrern,
    sie zu unübertroffenem Glanz zu bringen.
    Wer dabei vor der Härte und den Schwierigkeiten der Bearbeitung zurückschreckt,
    verschenkt einen Diamanten.
    Jeder der an dieser Aufgabe beteiligt ist,
    sollte davon ausgehen, dass ihm ein hoher Wert anvertraut ist.

    Günther Wassenaar Juli 2008


  • Baden-Württemberg

    Na, da kriechen ja immer mehr Pädagogen aus den Ecken. Günther, der neue Makarenko! 🙂


  • Niedersachsen

    @Lotte , die Bildungsrealität der herrschenden Parteien ist es ja, die die Probleme der Schüler und auch der späteren Erwachsenen erzeugt. Die Wirtschaft mit ihren Bedürfnissen tut das Ihrige. Ich habe mich wohl mehr als 10 Jahre meines Lebens damit beschäftigt, die Folgen dieser Bildungspolitik auszubügeln. Ob als Nachhilfe- , Stützlehrer oder als Sozialpädagoge. Und sicher, helfen hieß oft auch Anpassung zu erreichen. So kann man schlecht jemanden, der einen Ausbildungsplatz sucht, anstacheln, renitent zu sein. Die linken Parteien müssen die Bildungspolitik offensiv angreifen, ein Thema, das auch in der Öffentlichkeit wirksam ist. Aber da verliert man sich im klein-klein der Landespolitik.


  • Baden-Württemberg

    GEnau das müssen wir kunstvoll hinkriegen. Den großen Bogen.

    Was haben wir und was funktioniert nicht mehr und müssen wir deshalb neu denken. Denn auch die an sich richtigen Gesamtschulen funktionieren nicht mehr.

    Hosch du eigentlich nix zum schaffe....


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Lotte sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    weil die Auslese in der 4. Klasse so sadistisch war,

    In der DDR gab es keine zig Schultypen und erst recht keine privaten Schulträger. Dotr gab es nur die 10-klassige Polytechnische Oberschule. Erst ab der 8. Klasse abs eine Trennung zur EOS - erweiterten Oberschule, in der das Abitur absolviert werden konnte. Bei uns ist KEINER zur EOS gegangen, wir sind also von der 1. bis zur 10. Klasse in eine gleichen Gruppe gewesen.

    Was das Abitur betraf, sind Anfang der 60er noch Möglichkeiten geschaffen worden. Ab dann gab es die Möglichkeit Berufsausbildung mit Abitur - nach meinem dafürhalten sollte das die einzige Möglichkeit sein, ein Abitur zu erlangen. Das kann ich auch belegen. IN der BRD gehen Schüler zum Gymnasium, dann um Studium, werden Arzt oder Rechtsanwalt und haben mit ihren Händen noch nie etwas gemacht, außer Schreiben. Wie sollen sie wissen, wie es einem Arbeiter geht, der seinen Lohn mit seiner Hände Arbeit erringen muß? Sie selbst hatten nie das "Vergnügen" Die normale Lehre in der DDR dauerte 2 Jahre - immer in zentralen BBS oder KBS (Betriebs-BS oder Komunaler -BS) durch die sowohl die Theorie gelehrt wurde, aber auch die Praxis. Somit bestand eine sehr enge Bindung zwischen Theorie und Praxis, Lehrer und Ausbilder waren unmittelbare Kollegen einer Einrichtung. Bei Beruf mit Abitur, betrug die Lehrzeit 3 Jahre. Sollte ein Lehrling zu große Defizite besitzen, hat er den Lehrabschluß ereicht und das Abitur eben nicht - er war nie ohne Abschluß.


  • Baden-Württemberg

    Auch wenn ich dir in Teilen recht gebe, günther, muss ich doch dieser pseudoproletariatslobhudelei widersprechen.

    DENKEN IST AUCH ARBEIT.

    Wenn das Proletariat zum Fetisch wird, tut man ihm damit nichts Gutes.

    Ja, Steffen, den gro´ßen Bogen finden, das müssen wir.


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