Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    Ich kann zu dieser Problematik immer nur wieder E.A.Rauter empfelen. "Wie eine Meinung im Kopf entsteht" Untertitel - Über das Herstellen von Untertanen-letzte Auflage 1980 ISBN 3 921040 04 3. Kaum noch zu bekommen. Ich habe das als PDF - könnte es zusenden an Mail-Adressen

    Z.B. aus dem Buch "Zum Machen von Dingen verwendet man Werkzeuge. Das Werkzeug mit dem Menschen gemacht werden, ist die Information." "Es gibt keine Information ohne Zweck."


  • Baden-Württemberg

    Mein Orgasmus war gut.

    Eine Information ohne Zweck für dich.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Lotte sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    Eine Information ohne Zweck für dich.

    Die Frage ist, welchen Zweck Du damit verfolgst - in dem Fall - Du willst widerlegen, provozieren... klappt nicht!


  • Niedersachsen

    @Günther-Wassen Deine Erinnerung lockt mir auch noch eine Erinnerung raus. Ich war ebenfalls bei der Diakonie Stützlehrer in einer Gruppe von Schulabbrechern, die in einem BBE-Lehrgang auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden sollten. Spezialisierung Holzbearbeitung. Da hatten wir einen Jungen, der war voller Probleme. Renitent, Schulverweigerer, Probleme mit Drogen. Eines Tages, der Tag war schon weit forgeschritten, kam er zur Arbeit in die Werkstatt. Da stand er nun und schaute grimmig. Vorhaltungen wären sinnlos gewesen. Also ein freundliches Guten Morgen von mir. So stand er denn da an seiner Werkbank. Nun drückte ich ihm ein Stück Holz in die Hand, so ein Stück Spanplatte. Mach was draus, forderte ich ihn auf. Nun nahm er ein Stechbeitel und einen Hammer und fing an, das Brett nicht gerade zärtlich zu bearbeiten. Und so hackte er an seinem Brett. Als es Feierabend wurde, ging ich zu ihm hin und lobte seine Arbeit. Ein Mitsstreiter wurde beauftragt, einen Rahmen zu fertigen, was auch ganz schnell geschah. Und so sagte ich dem Jungen, dass er ein Kunstwerk geschaffen hat und dass es mir wirklich gut gefällt. Sein Bild wurde gerahmt und aufgehängt. Von diesem Tag an konnten wir mit diesem Jungen arbeiten. Seine ganze Wut, seinen ganzen Frust hatte er in dieses Stück Holz gesteckt. Bessere Kunst gibt es wirklich nicht.75550319_420090258946218_1040895069466394624_o.jpg


  • Niedersachsen


  • Baden-Württemberg

    Heute ein anderes Feld - Psychohoppen könnte man fast sagen.

    in der ARD:

    "In Deutschland leiden viele Kinder unter Depressionen und Angststörungen. Die DAK fordert deshalb deutlich mehr ambulante Hilfsangebote. Denn: Die Zahlen offenbarten nur die Spitze des Eisbergs.

    Sie fühlen sich schlapp, antriebslos. Selbstzweifel nagen, Angst raubt jede Energie: In Deutschland sind viele Kinder von psychischen Erkrankungen betroffen. Das geht aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK hervor. Demnach diagnostizierten Ärzte bei Kindern in 1,9 Prozent der Fälle eine Depression, in 2,2 Prozent eine Angststörung. Untersucht wurden Schulkinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Mädchen waren den Kassendaten zufolge wesentlich häufiger in Behandlung als Jungen.

    17 Prozent der Betroffenen bekamen Antidepressiva verschrieben, 8 Prozent kamen zur Behandlung in eine Klinik. "Im Report sehen wir nur die Spitze des Eisbergs", kommentiert Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte den Bericht. "Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus." Die meisten Kinder leiden still. In jeder Klasse sitzen etwa 2 Schüler."

    Wenn man das addieren würde - mit 2 Mißbrauchten pro Klasse usw. usw.

    Das meine ich aber nicht.

    Der große Bogen wäre für mich Rosa von Praunheim, damals:

    Nicht der Homosexuelle ist pervers sondern die Gesellschaft, in der er lebt.

    Damals hat uns dieser Satz mitgerissen, begeistert und erleichtert. Er hat die Veranwortlichkeiten zu recht umgedreht.

    Heute sagt das fast jeder Journalist - und es bleibt ohne Wirkung.

    Ich finde, diesen Satz müssen wir neu zugänglich machen - der neue politische Slogan und runninggag. Damit müssen wir uns nicht verzetteln und nicht vereinzeln.

    Damit könnte man das Thema "psychische Verelendung" so abschließen, dass darüber wesentlich mehr politische Bildung und Aufklärung stattfinden müsste.


  • Niedersachsen

    @Lotte , Ängste müssen nicht unbedingt was mit sexuellem Mibrauch zu tun haben. Diese entstehen in allen für die Kinder unsicheren Situationen. Zum Beispiel Armut, Krankheit, Alkoholismus der Eltern. Gewalt in der Schule, der Quellen gibt es viele. Sexueller Missbrauch wird auch durch die Gesellschaft beeinflusst. Unter den Bedingungen der DDR gab es das sicher auch, aber, davon bin ich überzeugt, wesentlich weniger. Dort wurde einfach offener mit der Sexualität umgegangen. Und Respekt gegenüber anderen Menschen hatte einen wesentlich höheren Stellenwert.


  • Baden-Württemberg

    Natürlich hast du recht - das war ein Mißverständnis.
    "Angstkrankheit" auch bei Erwachsenen ist eine drastisch zunehmende Krankheit. Schon vor 15 Jahren etwa 600 000 Fälle im Jahr, unvermittelt, ohne Anzeichen oder Ankündigungen hat es gut funktionierene Berufstätige getroffen. Rausgefallen, nur noch kleinste Bewegungskreise um die Wohnung, Psychopharmaka, langdauernd krankgeshcrieben.
    Die Symptome für Alkoholiker und Kindern von Alkoholikern habe ich ziemlich gut durchgearbeitet - Rebellioni oder Revolution ist von solchen Menschen nicht zu erwarten. Sie sind viel zu sehr von sich abgesaugt. Das dürfte uns beschäftigen in unserer Strategie.
    Interessant - habe letzte Woche einen Bericht gesehen, dass Russland seinen Alkoholkonsum um ein Vielfaches gesenkt hat. Ein gutes Zeichen. Wir mißbraucht, ihr Alkoholiker. Ha ha 🙂

    Ergänzung zu Sexualität: DDR glaube ich auch.
    Was hier und das nach der Öffnung des "Ostblocks" sich abspielte, war die Zunahme der organisierten Kriminalität. Deutschland ist ein Hotspot für Zwangsprostitution geworden, hat Thailand im Sextourismus abgelöst und Berlin soll der Hauptumschlagplatz für Jungenhandel sein.
    Was da neu ist und was nur öffentlich geworden ist, weiß ich nicht, aber der Umfang auch privater Kinderpornographie ist ungeheuerlich. Ich erinnere daran, dass 2015 plötzlich aus dem Flüchtlingsstrom 5000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verschwunden waren. Man fand sie nicht und BKA vermutete, dass die von der Organisierten Kriminalität /OG)abgezogen wurden für Drogenhandel und Prostitution. OG ist europaweit in Deutschland konzentriert. Deutschland hat nicht den größten Anteil daran. Osteuropa ist weit vorne. Das BKA teilte vor 2 Jahren mit, dass es ihnen über den Kopf wächst.

    Auch das meine ich, können wir nicht vernachlässigen, wenn wir eine humane Vision vertreten.


  • Niedersachsen

    Aber auch hier gilt es wieder die Ursachen benennen und nicht an Symptomen herumdoktern. Sicherlich gab es im Westen auch so etwas wie eine sexuelle Befreiung. Ich denke da auch an die 68-er. Aber als die 68er vorbei waren, war der Effekt nur ein Baby-Boom, die Mütter saßen mit ihren Kindern allein zu Hause. Dass in den 70-ern nun Pornofilme im Fernsehen gezeigt werden konnten, hat mit Befreiung viel weniger zu tun, als mit der Erschließung eines neuen Marktes. Auf die allgemeine Verklemmtheit hat es wohl keinen Einfluss genommen. Und dieser Markt, sowohl der Pornographie als auch der Prostitution prägt auch das Denken der Westdeutschen. Wieso soll ich viel Geld für die Produkte ausgeben, wenn ich mir alles kostenlos beschaffen kann. Machtdenken gepaart mit deutscher Sparsamkeit, Kapitalismus pur.


  • Baden-Württemberg

    Jetzt ufert es aus. 🙂 Meine Generation war die erste, die flächendeckend arbeiten ging. Dank unseren Müttern, dank der Strategie Rexervearmee Arbeitsmarkt Frauen.

    Ab den 80ern ging der Zug zurück - das Kapital drängte die Gewerkschaftsbewegung zurück, schaffte volle Arbeitsplätze ab zugunsten von Arbeitsteilung und Jobsharing. Stark unterstützt von grünen Frauen und ihrer neuen Zeitgeistkampagne des freien Stillens von Babys. Die neue Mütterlichkeit. Es passt immer, die ideologische entwicklung. Man wollte jobsharing und sah den Prügel nicht.


  • Niedersachsen

    Ich denke, wir sind durchaus noch beim Thema. Auch wenn es jetzt vorrangig um Bildungspolitik ging. Was gut ist in der Bildung ist auch für uns gut, da können wir abkupfern. Und was wir in der Bewegung gut hinkriegen, könnte Modellcharakter für die Bildungspolitik werden. Wir wollen die Aufklärung in der Bewegung ganz nah am Menschen haben, also ohne Bevormundung und Besserwisserei. Ändern sich die Menschen, ändert sich die Gesellschaft. Und eine Gesellschaft von Demokraten betreibt ganz sicher keinen Kapitalismus.


  • Baden-Württemberg

    Es ist viel da, um anzuknüpfen und weiterzuentwickeln. Vertrauen und Gemeinsam die eigene Kraft ausnutzen wäre sicher der Hauptmotor. Und ein gutes ansprechendes Medium als Multiplikator.

    Man könnte es kürzer machen: gemeinsam lieben leben und arbeiten. Alter Spruch.

    In der DDR verwirklicht?


  • Niedersachsen

    Ein guter Vortrag von Mausfeld zur Entspannung und zur Anregung auch in den Fragen, die uns hier bewegen: https://www.youtube.com/watch?v=mXnJGTg-amI


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    @Lotte sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    muss ich doch dieser pseudoproletariatslobhudelei widersprechen.

    Kannst Du mir erkläen was Du darunter verstehst, welchen Zusammenhang es da gibt, der Dir aufgefallen ist?


  • Baden-Württemberg

    Auf keinen Fall ausführlich.

    Wenn wir in den 70ern aus Begeisterung und voll Überzeugung erst in en MSB und dann in die DKP eingetreten waren, ein Schwung Studenten, mit Mißtrauen von den Genossen Arbeitern betrachtet mit der Sorge, wir würden den Kern der kommunistischen Partei verwassern - ohne uns zu kennen nur aufgrund unseres Status - und immer wieder ohne Anlass ermahnt wurden, dass die Arbeiterklasse das Primat hat, obwohl wir das gar nicht abstritten sondern neben unserer eigenen Arbeit immer morgens vor dem Betrieb standen und dann als die große Austrittswelle kam wir als Begründung für den Niedergang ausgewählt wurden, dann machte ich mir wie andere langsam Gedanken um so eine formalistische Herangehensweise. Sie haben sich später entshculdigt, als sie so allein und einsam zurückblieben. Sie hatten die gleiche Sprache wie du, vor allem "Spreu und Weizen". Ich war die Spreu. Der Weizen blieb reichlich belämmert zurück.

    Seither bin ich der Meinung: Mann der Arbeit aufgewacht und erkenne deine Macht - der Diktatur der Proletariats ordne ich mich gern unter und schließe mich ihrer avantgardistischen Massenbewegung gern hinten an. Ich habe sie nur noch nicht gefunden.


  • Größte Truppenverlegung Ost-Europa

    Falls Du auf die Aussage anspielst: Mit seiner Hände Arbeit geschaffen" - dann sei mir folgende Überlegung erlaubt. Kann es sein, dass die übergroße Mehrheit der Menschen immer noch durch Arbeit ihren Broterwerb schfft? Ist es so, dass nur ein geringerer Teil mittle Denkarbeit zu Lohn und Brot kommt?

    Wenn also ALLE die Richten, Gesunden, usw. NUR Denker sind, also den geringeren Teil der Bevölkerug ausmachen, könnte es da sein, dass sie den arbeitenden Teil eher schlechter beurteilen und richten als den denkenden? Hat das also was mit Demokratie zu tun? Wäre es da angebracht, dass zumindest die Schöffen - und das bei jedem Gerichtsurteil - mehrheitlich aus der arbeitenden Bevölkerung kommen? Dazu sollte auch nochmals darüber inormiert werden, dass der größte Teil der Klärungen von Streitfragen in der DDR durch Schiedskommissionen erledigt wurden. Schiedkommissionen, wurden innerhalb der Gewerkschaftsgruppe gewählt und deren Mitglieder von Juristen geschult. Alle kleinen Steitfälle, bei denen in diesem Land die Gerichte aktiv werden, Streit am Gartenzaun etc. wurden dort in den Schiedskommissionen abgearbeitet. Nur wenn einer der Streitparteien mit dem Urteil absolut nicht zufrieden war, konnte es das Gericht anschließend anrufen, was auf die Vorarbeit der Schiedkommission zurückgreifen konnte. Auch das war weit demokratischer geregelt als in diesem "Rechts"Staat


  • Baden-Württemberg

    Nein, kein Bezug zu meinem Text. Hier ging es um innerparteiliche Konflikte in der westdeutschen DKP, die Ende der 80er zu einer großen Austrittswelle führte, die die DKP fast halbierte.
    Aber hiermit will ich es belassen.


  • Web-Auftritt

    @willi-uebelherr sagte in Politische Aufklärung-wichtige Aufgabe der Bewegung:

    "Diese Muster des neoliberal geprägten Individualismus verhindern heute in der Regel - anders als noch in den 70er-, 80er-Jahren - die Bildung von Gemeinschaften, die deshalb zur seltenen Ausnahme werden. Und dadurch erreicht das neoliberale System sein Ziel: die Kontrolle über den überwiegenden Teil der Gesellschaft."

    Nein, @gwhh, dem ist nicht so. Es ist die Enteignung, wodurch die "Kontrolle über den überwiegenden Teil der Gesellschaft" entsteht. Durch systematischen Raub. Und das habe ich schon in den 50er und 60er Jahren in Bayern erlebt, wie die gemeinschaftlichen kommunalen Ressourcen zerstoert wurden.

    Mit dieser Argumentation hast du dir selbst ins Knie geschossen, tut mir leid.
    Wenn due erklärst, dass die Auseinandersetzung auf der materiellen Ebene (Enteignung) geführt wird, dann ist der konsequente Schluss, den man daraus ziehen müßte, dass es gar keine Alternative mehr zur Kapitulation gegenüber dem Neoliberalismus gibt.
    Denn diese materielle Ebene beherrscht der Neoliberalismus perfekt: darin sind die Neoliberalen Meister. Wenn das das entscheidende Schlachtfeld ist, dann haben wir den Kampf verloren.
    Da diese Einschätzung aber (zum Glück) ein Fehlschluss ist, bleibt unsere Chance erhalten: die ideologische Besetzung durch den Neoliberalismus, die Verseuchung der Gehirne durch die neoliberale Ideologie und ihre Narrative zu beenden.

    Darauf hat übrigens vor Mausfeld auch schon Chomsky hingewiesen und u.a. erklärt, wie die Beherrschung der Bevölkerung durch die Penetration der Gehirne durch die neoliberale Ideologie seit der Zeit des ersten Weltkriegs sukzessive aufgebaut wurde.
    Lies einfach mal in dem Buch des Herrn Bernays nur die ersten beiden Absätze http://whale.to/b/bernays.pdf

    Die Menschen sind heute auf Unterwerfung programmiert, auf die Anerkennung von Eigentum (auch wenn es illegitim erworben / angehäuft wurde).

    Die meisten sind heute gar nicht dazu in der Lage sich aus dem Feld der ideologischen Narrative des Neoliberalismus zu lösen und die eigene Souveränität zu beanspruchen bzw. dies gemeinschaftlich zu tun. Da spielt ihr Kopf, ihre Gehirnwindungen nicht mit - mit der Konsequenz, dass sie sich weiterhin unterwerfen, statt ihr Recht / ihre Souveränität in Anspruch zu nehmen.

    Dazu die Unfähigkeit zu gemeinschaftlichem Handeln und die Ausweglosigkeit ihrer Existenz im neoliberalen System ist perfekt.

    Die geistigen Blockaden, wie sie von Mausfeld beschrieben werden, müssen aufgelöst werden, BEVOR Aktionen möglich sind, die aus dem neoliberalen System herausführen. Und das nicht nur individuell, sondern kollektiv, wenn wir die nähere Zukunft überleben wollen (denn die hat das neoliberale System und seine Betreiber für uns nicht vorgesehen).


  • Baden-Württemberg

    Steffen,
    ich bin kein Anhänger von Mausfeld. Vieles von dem, was er sagt, war schon in meinem Studium der 70er Jahre bekannt. Das spricht nun nicht gegen ihn, aber auch nicht für ihn. Aber mir ist es fachlich langweilig. er reißt mich nicht vom Hocker und ich weiß gar nicht, wer das ist, der so begeistert von ihm ist. Er schwankt zwischen populär und populitisch.

    Dazu bringt er allgemeine Begriffe von Eliten z.B. , die gar nicht genau definniert sind. Der Gegner wird als großer anonymer Feind dargestellt. letztlich auch nicht angreifbar. Irgendwo sind irgendwie "Instanzen".
    Ich dachte übrigens, er sei viel älter.

    Hier zwei interessante Aufdröselungen als Kritik.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZNjwW9Gp70c

    https://www.youtube.com/watch?v=GUNj5qACi0o

    Nur wegen des Themas Politische Aufklärung. 🙂



  • @gwhh, ich bin dir sehr dankbar, dass du die diskussion in diesem strang wieder auf eine reale ebene herunter faehrst.

    "Denn diese materielle Ebene beherrscht der Neoliberalismus perfekt: darin sind die Neoliberalen Meister. Wenn das das entscheidende Schlachtfeld ist, dann haben wir den Kampf verloren. Da diese Einschätzung aber (zum Glück) ein Fehlschluss ist, bleibt unsere Chance erhalten: die ideologische Besetzung durch den Neoliberalismus, die Verseuchung der Gehirne durch die neoliberale Ideologie und ihre Narrative zu beenden."

    Aber was ist denn nun der Kern des Ganzen? Wenn das Reale zum "entscheidenden Schlachtfeld" wird, was es ja schon immer war, "dann haben wir den Kampf verloren"? Dann laege es vielleicht nahe, mal darueber nachzudenken, wie wir uns an diesem Schlachtfeld tatsaechlich beteiligen. Vielleicht sind wir da gar nicht existent und lassen die machen, was sie wollen?

    Rheinischer Kapitalismus (Sahra Wagenknecht), Sozialstaat und staatliche Fuersorge, Gerechtigkeit auf der Grundlage von organisierter Ungerechtigkeit, die Aufloesung des oeffentlichen Diskurs-Raums zur Vorbereitung mittel- und langfristiger Perspektiven, die Verheimlichung aller strategischen Vorbereitungen in die Instanen eines "tiefen Staates", was letztlich allesamt private Instanzen sind, der komplette Entzug der Einwirkung in die privaten Geld- und Finanzsysteme, die komplette privatisierung des Wissens, ... Ja, ueber was willst du dann noch reden, wenn du voellig wirkungslos und kaltgestellt bist?

    Rainer Mausfeld empoert sich ueber die freiwillige Unterwerfung und da gebe ich ihm sehr recht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er deiner schlussfolgerung zustimmen wuerde. Ich kann ihm ja mal eine email-Anfrage schicken. Lass ich lieber.

    Die Blockaden machen wir uns selbst. Wir breiten uns aus in unserer eigenen Unfaehigkeit, unser leben selbst zu gestalten. Wir akzeptieren Verbote, selbst dann, wenn sie nicht existieren. Und du zelebrierst hier den ganzen Schwachsinn auch noch als Meisterhaft, um dich freiwillig dem "Gemuesegarten" zuzuwenden.

    Verfolge doch mal ernsthaft die Diskurse, wie sie in den politischen organisationen gepflegt werden. Und nicht nur in der PdL (Partei die Linke). Hat da irgend etwas substanz? Gibt es da irgend etwas, was wir ernst nehmen sollten?

    Ich kann mich hier nur wieder einmal wiederholen. Wir muessen die Antworten auf die Frage suchen: Wie wollen wir leben? Da ist dann alles enthalten und so entstehen dann unsere prinzipien und Kriterien. Diesen Zielzustand konfrontieren wir mit unserer Realitaet und erst dann suchen wir nach den "gehbaren Wegen", um uns in diese Richtung zu bewegen. Und diese Wege sind seltenst direkte.

    Der kern des "Neo-Liberalismus" ist der organisierte Egoismus. Jetzt muessen wir aber aufpassen, weil wenn wir geboren werden, sind wir alle reine Egoisten, auch Narzismus genannt. Das ist unser Startpunkt. Zur Gemeinschaft, zum Communismus, kommen wir nur ueber ein starkes Ich, ein Selbstwertgefuehl, und der rationalen Einsicht, dass wir als Individuen immer die Gemeinschaft brauchen.

    An dieser Stelle setzen alle Zerstoerungsmethoden an. Sie muessen verhindern, dass die Menschen ihre Kraft in der Gemeinschaft erleben. Die ganze Paedagogik ist eine Sammlung dazu. Alle kolonialen Akteure haben sich damit beschaeftigt und wir sehen es heute hervorragend in Latein Amerika. Ihr erlebt es vielleicht nur als Aufschrei oder Aufstand gegen die organisierte Armut. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Im kern geht es ueberall um eine andere gemeinschaftliche Lebensweise, der sich die Akteure leidenschaftlich verschreiben.

    Von daher haben die US-neoCons und -zioCons natuerlich recht, wenn sie darauf hinweisen, dass ihre groesste Gefahr in ihrem "eigenen Hintergarten" existiert. Und, sollen wir uns Gedanken um den Verbloedungsgrad in den "westlichen Zentren" machen? Sollen sie doch ihre Schattenspiele (Sokrates) weiter machen. Vielleicht merken sie ja dann irgendwann, dass es nur Schatten sind, die sie zur Wirklichkeit erklaeren.


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