Kaffeekränzchen


  • Baden-Württemberg

    Ich möchte hier das Gespräch beginnen, um eine Gemeinschaft zu bilden. Hinter den großen politischen Themen stehen oft die kleineren Geschichten, die das Leben schreibt. Sie sind unendlich wichtig für unser Denken, unsere Wünsche und unsere Motivation, aktiv zu werden, aber sie passen nicht in die Raster, die Politik zulässt. Gleichzeitig hat man oft nur kurze Gedanken zur großen Politik. Oder Beispiele aus dem Alltag.

    Ich lade euch ein, zum Quatschen - Assoziationen, Geschichten, Gedanken, Gefühle, Schnipsel, die man wieder verlassen kann und wo man sich nicht gute Formulierungen überlegen muss. Eben ein Kaffeeklatsch.

    You're welcome. 🙂

    Wir hatten gestern in Freiburg 13 000 FfF- Demo. Ein Transparent: Klima isch wie Bier- wirds warm ischs scheiße.
    In den Kommentaren der BZ geht dann jedesmal die Post ab von Leuten, die verbittert und zynisch diese Jugendlichen abwatschen. Mein Hinweis, dass mehr Sex gegen Frust hilft, wird regelmäßig von den Löschern einkassiert. Ich finde diese reaktionären Hasser, die keine kleine Minderheit sind, bedrohlich. Ich empfinde sie als Spitze eines Eisbergs.


  • AG Traum- und Denkwerkstatt

    @Lotte Danke für die Einladung. Ich nutze mal den Rahmen, um einzugestehen: Trotz meiner Begeisterung für dieses und jenes Projekt im Forum, ich schaffe es einfach nicht. Wir sind vor Ort, im analogen Leben, dabei, verschiedene Projekte anzuschieben, Kontakte zu knüpfen, Werbung zu machen usw. So gerne ich auch im Forum regelmäßig Präsenz zeigen würde, es ist nicht drin. Was mir Leid tut, weil ich gerne schreibe. Weil es mir Spaß macht, mich im Forum auszutauschen.
    Gleichzeitig stelle ich fest, dass ich zentrierter bin, wenn ich meine Internet-Zeiten reduziere.

    Nun ja, es kommen auch mal Ferien und Feiertage... So nehme ich jetzt erst einmal meinen letzten Schluck Kaffee und stürze mich ins analoge Leben....

    Bis zum nächsten Mal


  • ADMIN MOD

    Lieber @Bruno ...Die Lotte versucht gerade einen Stammtisch zu eröffnen, wo es neben Alkoholika auch Kaffeeklatsch geben soll. Und wohl auch Gespräche über Sex Drugs and rock 'n roll. Zwinker.


  • Baden-Württemberg

    Ja, das macht mir Spaß. In der liberal-bürgerlichen Badischen Zeitung habe ich mich damit zum Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Antiautoritäres Sticheln - das Wort Penis löschen sie mir schon nicht mehr so oft wie vor 2 Jahren. Ich gehe natürlich ganz wissenschaftlich von Triebunterdrückung aus, die zu Sadismus und Faschismus führt. Und vor allem, wenn alte weiße Männer gegen alles hetzen, was jung und alternativ oder grün ist - Linke schreiben da gar nicht - MUSS ihr Orgasmus thematisiert werden. Und wenn ich gelöscht werde, frage ich höflich öffentlich, ob das Wort Penis verboten wäre. Ich habe noch einen Kumpel, auch alt, der macht immer mit und wir werden gemeinschaftlich um Mitternacht gelöscht, wenn wir unseren Gewaltphantasien frönen. Aber wir glauben, die Löscher mögen uns !!!!

    Und es funktioniert immer. Letztes Jahr habe ich zum 2. Mal den 8. März umfunktioniert und die ganze Kommentarspalte mit dreckigen Frauenwitzen gefüllt. Ein Jahr zuvor wurde ich gelöscht - jetzt hatten sie begriffen, dass das ebenfalls gegen das Patriarchat war und viele Männer machten mit. Leider keine Frauen.


  • GLOBALER MOD MOD

    Ich erlebe es so, dass man draussen, im Alltag, oft unter guten Bekannten, heute MINDESTENS so zögerlich über Politik spricht, wie über Sex und Religion. Wer es doch tut...fällt meist ÄUSSERST ungut auf. Nicht weil das Thema an sich für die Öffentlichkeit tabu wäre; sondern, weil erwartet wird, dass es mit allergrösster Sicherheit etwas HÖCHST-PERSÖNLICHES ist, zu dem man selbst völlig anders eingestellt ist. Das eigentliche Tabu gilt dem Anspruch, der natürlich mit einem solchen unverfrorenen Ansprechen verbunden sein kann, dies Persönlcihe sei von allgemeinem Interesse. Eine grössere Zumutung scheint es derzeit (ausser den RICHTIG schlimmen Zumutungen) nicht zu geben.


  • Baden-Württemberg

    Stimmt - ich habe viel gelernt, als ich 5 Jahre nur mit Schwulen gelebt und gearbeitet habe, und da mit linken. Da fällt eine bürgerliche Schamgrenze im Positiven. Und sie haben natürlich wie man weiß aus diesem Tabubruch eine Subkultur gemacht. Wenn man selbstbewusst geworden ist - das braucht eine Zeit - lacht man sich schief, wie zuverlässig das funktioniert, das Schockieren. Leider leider hinken Frauen da hinterher. Finde ich.

    Christoph, aber wieso über Politik? ERklär mal, fällt mir nicht auf.

    Gruß an Ilse - die muss heute Nachmittag Eierlikör machen.


  • GLOBALER MOD MOD

    @Lotte Wahrscheinlich sitzt du viel zuviel in politischen Internet-Debatten fest, als dass du in die Verlegenheit kommen könntest... Stell dir mal eine "gemütliche" Kaffeerunde mit Normal- also nicht-politisierten Menschen vor (unter Verwandten und wirklich guten bekannten mag das anders sein, und auch da spielt die Anzahl der Anwesenden eine Rolle.) - aber eine, wo du nicht der Aussenseiter bist und es drauf anlegst, dich nicht als solcher zu outen. Was zu thematisieren geht dann, und was nicht?


  • Baden-Württemberg

    Ja, das ist mein Problem. Solche Bekannten habe ich nicht. Selbst früher zu Hause hat meine Mutter gesagt: "Immer wenn du kommst, gibt es Streit. Aber es ist interessant." Ich zwing Politik allen auf. Sex nicht. Natürlich gibt es die große Bandbreite anderer Themen auch, bezogen auf die Themen der anderen - aber bei allem spielt die Politik eine Rolle. Da kommt man oft drauf. Ehrlich, nicht gelogen
    Außer bei Sterbenden.


  • GLOBALER MOD MOD

    @Lotte Kleine Runde, womöglich Zweier-Gespräch, erweitert Möglichkeiten, ebenso, wenn "Frau" etwas in offensichtlich nicht aggressiver Weise thematisiert. Befürchtet werden Bekenntnis-Aktionen (Outings) mit anschliessendem Einfordern von "Anerkennung", womöglich einhergehend mit peinlichen Vereinnahmungs- und Missionier-Versuchen, oder unterschwellige oder offene Abwertung der Position des Gesprächspartners, also "Streit". In Foren wie, sagen wir: telepolis, trifft man eine Spezies, die einfach "gerne debattiert", und damit eine gewisse Sportlichkeit verbindet. Der (gemeinsamen) Wahrheitsfindung dient das nicht unbedingt... Aber davon ist das Internet bekanntlich voll...


  • Baden-Württemberg

    https://www.youtube.com/watch?v=rEZZxh_1ugE

    Christoph, stimmt, mit Frau hast du recht. Ist einfacher. Aber bei mir habe ich das Gefühl, man hat eher Angst vor der Frage nach dem eigenen. Politik, Geld oder Beziehung - da schweigt Bürger gern. Und ich frag halt gern. Das ist blöd.

    Ernsthaft und tief ist seltener. Aber Talkshow ist der Anfang, da muss man durch.

    Vielleicht, Bruno, gehört der underground - und zwar der GANZE - zu aufstehen dazu?


  • ADMIN MOD

    @Bruno ....denn hast du ja eine neue Aufgabe. Falls du das neue Umfeld noch etwas abstecken möchtest, hier ist fast alles möglich.
    Stammtisch und Kaffeklatsch-Runde.......Neue Kategorie mit Namen xyz? Weitere Unter-Kategorien erstellen?
    Ich denke, es sollte keine geschlossene Gruppe sein, aber ich kann mir durchaus vorstellen, die Leserechte einzuschrenken, nur für angemeldete User aus dem Forum. Also Bots, Suchmaschinen und fremde Gäste erst mal ohne Lesezugriff. Alle 1000 User hier im Forum können natürlich lesen und schreiben.
    Einfach mal durch den Kopf gehen lassen. Und rucki zucki sind die 20 oder 30 aktiven aus dem FB-Stammtisch auch hier. Denn bleibt der FB-Stammtisch als Informations-Tool, Leute einzuladen und neugierig zu machen.
    Aber Diskussionen finden in unserem eigenen Haus statt, jenseits der Zensur und Überwachung. @Bruno @Lotte


  • Baden-Württemberg

    Was redest du? Ich versteh kein Wort. Also 30 Fbler sind personifizierter Underground-Unflat, den man unter Exotenschutz stellen muss, wenn sie den Mund aufmachen?
    Etwa eine Pädophilengruppe oder gar kleine Messerstecher? Und alle Angemeldeten sind integer`bis auf die Weltweiten und warum die Weltweiten nicht?

    Oh Mann, ein Wespennest. Ilse, den Eierlikör, bitte!


  • ADMIN MOD

    @Lotte ....weil du bei kompletter Öffnung 90 Prozent Bots mit an Bord hast. Auch wenn du z. B. einen Artikel oder ein Bild einstellst, sind die sofort am Start. Bei Nutzung nur von registrierten Nutzern, können diese Bots nichts ausspähen. Und Kaffeeklatsch oder Stammtisch hält man ja doch lieber in gemütlicher Runde und nicht mitten auf dem Marktplatz oder mit Megafone vor dem Kanzleramt oder den Türen des V.-Schutzes. Verstehst du mein Anliegen, liebe Lotte?
    Aber ich möchte dich zu nichts überreden.

    Zitat Lotte:

    Also 30 Fbler sind personifizierter Underground-Unflat, den man unter Exotenschutz stellen muss, wenn sie den Mund aufmachen?

    Was meinst du damit?


  • Baden-Württemberg

    Nein, lieber Guido, ich verstehe nicht und kritisiere deshalb auch nicht.

    Ich dachte, dieses Forum hier sei weltweit offen? Keine Bots - im Gegenteil wir wären ja noch froh über welche - Witz.

    Ist dir das mit dem Sex suspekt? Irgendeinen Grund muss es doch geben?

    Dass dein Angebot eben so plötzlich mit der Kopplung von den 30 kam, habe ich ironisiert - weil der GRUND ist mir nicht klar. Ich kann auch einen Porno schreiben - meinst du solche Sachen`? Die anderen Themen eben sind doch nicht teilgeschlossen.

    Das Kaffeekränzchen ist ein niederschwelliges Angebot. Ich dachte, um Leser anzulocken.

    Vielleicht hast du recht - dazu müssen andere was sagen.


  • AG Traum- und Denkwerkstatt

    Also... der Eierlikör ist fertig, die Plätzchen, die ich aus dem im Eierlikör nicht gebrauchten Eiweiß backe, sind im Ofen. Und ich mache Kaffeekränzchen, bevor ich auf so verrückte Ideen komme wie Küche-Aufräumen.
    Gerade dachte ich daran, hier ein erotisches Gedicht einstellen, um an ein Thema in vorherigen Beiträgen von heute anzuknüpfen, habe da so einen Sammelband mit Texten von lateinamerikanischen Autorinnen, aber was stelle ich fest: Die Texte/Gedichte sprechen so eine völlig andere Sprache, ich mag keinen von ihnen hier einstellen. Die poetische Sprache ist wie eine Entblößung, wie eine nach außen gestülpte Wunde, und auf einmal erscheinen mir die hier versammelten Texte wie ein Versteckspiel, als würde über abstrakte Zusammenhänge diskutiert, als dienten sachliche Texte dazu, das Eigentliche, die Tiefendimension des Begehrens und der Gefühle zu verstecken...


  • ADMIN MOD

    @Lotte ...hast mich tatsächlich missverstanden. Ich sehe bisher keine Probleme damit, auch nicht Themen wie Sex Drugs and...

    Aber es ist nicht das Hauptanliegen dieses politisch ambitionierten Forums.
    Und mit politischer Diskussion würde ich gern auch in die Außenwerbung gehen, um neue User zu gewinnen.
    Unsere doch etwas "intimeren" Themen sollten wir meiner Meinung nach nicht vor der ganzen Welt ausbreiten. Aber ein "kuscheliges" Eckchen hier im Forum wird aber niemanden stören. Man kann sich dort auch innerhalb der Nutzer dieses Eckchens auf bestimmte Umgangsformen einigen. Es wird ja niemand gezwungen, dort zu lesen und zu schreiben.


  • ADMIN MOD

    @Lotte , ich sehe gerade, wir sind ja in deinem Blog.
    Der kann und sollte natürlich offen bleiben.
    Ich dachte an eine Kategorie, ähnlich Brunos Stammtisch. Ist aber anderes Thema. Sorry


  • Sachsen-Anhalt

    @Lotte ..von den Frauen in meinem Umkreis kann ich das nicht behaupten. ..:)... wir sind alle relativ " frei " erzogen worden. ..


  • AG Traum- und Denkwerkstatt

    Liebe Lotte, ich gebe dir so Recht! Wenn es um die Weltpolitik geht, um Politik überhaupt, dann gibt es ein großes Palaver, und alle wissen so unheimlich schlaue Dinge zu sagen. Aber wenn es um das Eigene geht, dann ist da Schweigen, Nichtwissen, Nichtwissenwollen... Und ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass das Wichtigste ungesagt bleibt.


  • Baden-Württemberg

    Guido, mein Blog ist aber weltweit offen? Grundsätzlich teile ich deine Haltung nicht. Es ist diese falsche Auffassung, was Politik ist. Das Persönliche ist meines Erachtens politisch - sonst erledigen wir usner Persönliches wieder allein zu Hause und sterben auch privat.

    Ellen - das freut einem doch 🙂

    Ilse- das hört sich tief an und ich habe es noch nicht ganz verstanden. Das mit den Gedichten. Und der Unehrlichkeit.

    Ja, dein letzter Beitrag - ich habe vor 13 Jahren Sterbebegleitung bei einem Genossen gemacht, der uns freies Radio gemacht hat. Krebs mit 40, Tod mit 42. 10 jährige Tochter, getrennt lebend. Er kam zu uns -den eher etablierten Radiomachern, er Anarchist, Szenebekannt. Keiner hat sich mehr an ihn rangetraut, er starb elend einsam. Alle hatten Angst. Er hat gesagt: Leben und sterben als Anarchist ist nie privat. Er ging mit mir und meinem Kollegen ins alternative Cafe. Linke Wange hing runter, Muskel verkrebst und weg. Glatze. Alle kannten ihn, keiner kam an unseren Tisch.

    Sooo kann es nicht gehen. Und wir haben hier ja erst angefangen. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Politisch, intim, pornographisch..... Alles gehört dazu, finde ich auch.


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