Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen



  • Hallo zusammen,

    Anfang 2019 haben wir gemeinsam im vorangehenden Forum von Aufstehen das Vorhaben von Marogal und die Gründung „Humaner Unternehmen“ diskutiert. In der Zwischenzeit hat sich Sahra Wagenknecht zu der Frage geäußert, wie sie unser System revolutionieren würde. In den ersten Minuten des folgenden Clips stellt sie quasi die Grundzüge eines „Humanen Unternehmens“ dar und skizziert einhergehende grundlegend-strukturelle Veränderungen und Entwicklungen, sodass die Gesellschaft längerfristig auf einer „Ausgeglichenen Ausgangssituation“ steht:
    https://www.youtube.com/watch?v=IMs6Br04DgA

    Sahra Wagenknecht und Marogal unterstreichen, dass Unternehmen sich selbst gehören und dass niemand von außen Geld aus dem Unternehmen ziehen kann. Es kann „kein Ewigkeitsanspruch auf Gewinne“ bestehen. Sahra Wagenknecht skizziert, wie stattdessen „Humane Unternehmen“ u.a. durch Rückzahlungen der Einlagen finanziert und umgesetzt werden können. Der entscheidende Punkt wird bis dato leider allgemein vernachlässigt: Gewinne werden von denjenigen erarbeitet, die in dem Unternehmen angestellt sind und dort arbeiten.
    Es ist daher an der Zeit, dass gemeinsam erarbeitete Gewinne nicht abgezogen werden, dass kein Geld durch die Arbeit Anderer gemacht wird. Was „Humane Unternehmen“* genau sind, von welchen Zusammenhängen** ausgegangen wird und wie die Umsetzung*** konkret vollzogen werden kann, wird in den beiden unten verlinkten Kurzdarstellungen von Marogal ausgeführt:

    ©Marogal 2020-01 Humane Unternehmen und Ausgeglichene Ausgangssituation
    http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/

    ©Marogal 2020-01 Was ist Marogal - Eine kurze Beschreibung
    http://online.fliphtml5.com/djgvf/sodw/
     
    ..und hier lediglich kurz skizziert:

    (*) „Humane Unternehmen“ basieren auf den beiden Grundsätzen, dass (1) gemeinsam erarbeitete Gewinne nicht abgezogen werden dürfen sowie dass (2) absolute Transparenz und Möglichkeiten der Einsichtnahme in Finanzbüchern gewährleistet werden und geben vor allem die Antwort auf die Frage, wie jene grundlegend-strukturellen Veränderungen umgesetzt werden können. Aus den Kurzdarstellungen geht u.a. hervor, warum Humane Unternehmen unbedingt wirtschaftlich als GmbH und nicht als Verein, Stiftung oder gemeinnützige GmbH geführt werden müssen.
    (**) Bis dato ist es normal (!), dass gemeinsam erarbeitete Gewinne abgezogen werden. Aus diesen Abzügen der Gewinne resultiert das „Ungleichgewicht“ (s. Marogal). Zu den Folgen des „Ungleichgewichts“ ist neben dem gravierenden allgemeinen Mangel und dem weltweiten Ungleichgewicht, insbesondere auch das Prinzip der Gewinnmaximierung zu zählen. Unser Alltag wird nachhaltig determiniert und Umwelt entsprechend zerstört.
    ( ***) Insgesamt wird eine Anpassung des Klassischen Verständnis von Handel angestrebt. Durch die Umsetzung „Humaner Unternehmen“ wird unmittelbar beim „Ungleichgewicht“ angesetzt und insgesamt soll erreicht werden, dass Gewinne nicht weiter abgezogen werden sondern in den „Humanen Unternehmen“ bzw. den allgemeinen Kapitalkreisläufen bleiben.
    Die erwünschte, längerfristige Etablierung eines freien Marktes „Humaner Unternehmen“ bedarf keiner gewählten Mehrheiten. Vielmehr sind wir eingeladen, uns nicht in Theorien zu verlieren, sondern gemeinsam die Umsetzung von „Humane Unternehmen“ voranzubringen. Es liegt es an uns Informationen zu verbreiten und Interesse zu wecken. Schließlich werden die Vorzüge von „Humanen Unternehmen“ auch für eine breitere Öffentlichkeit greifbar und erlebbar.

    Es liegt also an uns erste Handlungsalternativen und damit erste Entscheidungsmöglichkeit gegen das „Ungleichgewicht“ auf den Weg zu bringen.



  • Diverse linke, soziale oder alternative Theorien und Ansätze setzen sich letztlich mit den Folgen des Ungleichgewichts auseinander, machen leider mitunter ihr eigenes Ding und bekämpfen sich gar gegenseitig. So kommt es, dass die Geschichte linker und sozialer Parteien, alternativer Bewegungen und der Menschen insgesamt eine Geschichte von Konflikten, Zerwürfnissen und Aufspaltungen ist – so muss es aber nicht bleiben. Hingegen ist die Gemeinschaft dann handlungsfähig, wenn wir uns nicht weiter in speziellen Auslegungen verlieren, unsere grundlegenden Gemeinsamkeiten wahrnehmen und gemeinsam linken, sozialen und alternativen Zielen Raum geben.

    Das Gemeinsame von jeglichen sozialwissenschaftlichen, philosophischen und sonstigen Ansätzen sind deren inhaltlichen und letztlich grundlegenden Zusammenhänge. Exemplarisch wird im Folgenden Adorno aufgegriffen, der diese grundlegende Thematik kritisch wahrnimmt. Als Mensch offensichtlich besorgt, findet Adorno die Antwort auf grundlegende Probleme im „mündigen Bürger“. Im Gespräch mit Marcuse und Pross verweist Adorno - von „Widersprüche[n] die in der Grundform dieses Systems gesetzt sind“ sprechend - direkt auf das Ungleichgewicht. Adorno hebt jene „Dynamik, die in den Antagonismen des Systems gelegen ist“ hervor und urteilt scharf über die Folgen des Ungleichgewichts in der Gegenwart: „Der alte Sprengstoff, der im Kapitalismus drinsteckt, nämlich dass produziert wird, um des Profit Willen und dass damit Klassengegensätze und alles was es überhaupt gibt, sich dauernd weiter reproduziert, das existiert heute genau wie auch zuvor. Genauso wie das früher auch der Fall war.“ Sich auf Vallerie beziehend spricht Adorno von „Inhumanität“ und skizziert die Folgen der Entwicklung: „Andererseits würde ich aber sagen, dass so lange diese Widersprüche fortbestehen und solange sie so dem Urgestein der Gesellschaft angehören, wie es der Fall ist, doch damit zu rechnen ist, mit der Alternative, dass die ganze Sache eines Tages in die Luft geht oder dass die Menschen doch ihrer Sache mündig werden, mündig werden, ihrer selbst mächtig werden und an diesem Grundverhältnis so weit etwas ändern, dass es eben diese permanente Drohung verliert.“

    Quelle: Siehe Youtube „Transformation des Kapitalismus“
    https://www.youtube.com/watch?v=-ZZD5JzS8k8

    Statt also spezielle Zielsetzungen und Auslegungen von Folgeproblemen überzubewerten, sollten wir eins und eins zusammenzählen und auf die grundlegenden Fragen mit einer praktischen Antwort antworten. Denn durch Handeln verändern wir etwas. Es liegt an uns, gemeinsam für eine soziale Gemeinschaft, eine Gemeinschaft aller Menschen aufzustehen, einen Schritt weiter zu gehen und ganz praktisch Humane Unternehmen umzusetzen: Wir lösen grundlegende Probleme. Sowohl Politik als auch Alltag wird auf eine Ausgeglichene Ausgangssituation gestellt. Jegliches Engagement, individuelle Kritik und Entfaltung werden dann erst sinnvoll, wenn Kapital in gemeinsamen Kapitalkreisläufen fließt.



  • „Wenn wir immer wieder die Spitze des Eisbergs fokussieren und über Ziele und Werte diskutieren, dann haben wir immer schon das grundlegende Problem verloren. Bei den Folgen ansetzend, erreichen wir niemals das Ziel.“ (Zitat Marogal)

    Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als bei den basalen und grundlegenden Zusammenhängen anzusetzen. Niemand kann mehr die Existenz der realen und offensichtlichen Missstände verleugnen:

    1. Bildungssystem {Maroder Zustand und unzureichende Ausstattung der Schulen und Universitäten, Mangel an Kapazitäten, Lehrermangel, allgemeiner Bildungsabbau, allgemeiner Abbau der Sozial- und Geisteswissenschaften, die Freiheit der Lehre ist bedroht, einseitige Orientierung an wirtschaftlichen Interessen .. Infantilisierung der Gesellschaft usw.}

    2. Umwelt {Veränderung des Klimas, allgemeine Zerstörung der Umwelt und Folgen der Umweltzerstörung (Regenwaldbrände usw.), Plastik in den Weltmeeren, Anteile von Mikroplastik im Menschen nachweisbar, alter Waldbestand wird gerodet (Hambacher Forest), Abholzung des Regenwaldes, menschen- und umweltschädliche Ausrichtung der Landwirtschaft nach wirtschaftlichen Interessen usw.}

    3. Politik {in Politikwissenschaften wird von Postdemokratie gesprochen („Nach Demokratie“), politische Entscheidungen werden gefällt, die nicht von Mehrheiten gefordert wurden und über die nicht abgestimmt wurde, fragliche Parteienfinanzierung, umstrittene Meinungs- und Pressefreiheit usw.}

    4. Wirtschaft {Lobbyismus, das Prinzip der Gewinnmaximierung steht über allem, große Banken und Konzerne bauen ihren gigantischem Einfluss und Vormachtstellungen immer weiter aus, Marktriesen teilen sich den Markt auf, Einzelhandel nimmt ab, die Mittelschicht bricht weg, Immobilien in Städten werden unbezahlbar, obwohl genug für alle da ist gibt es weiterhin Hunger und Armut in der Welt, mitunter werden Kriege aus wirtschaftlichen Gründen geführt (MIK) usw.}

    5. Gesundheitssystem {zwei Klassen-Medizin / -Gesellschaft, Igelleistungen, wirtschaftliche Interessen stehen über Gesundheit, in Deutschland höchste Anzahl von Arztbesuchen innerhalb der EU, Privatisierung der Krankenhäuser, Pflegenotstand usw.}

    6. Renten {Altersarmut nimmt zu („Flaschensammler“), ungewisse Zukunft usw.}

    7. Armut {Armut und Anzahl der Obdachlosen nehmen zu, Menschen sind auf Tafeln angewiesen, mitunter über 25 % Kinderarmut in manchen Bundesländern, Hartz, größter Niedriglohnsektor in Europa, soziale Ausgrenzung usw.}

    usw.

    Die Auswahl der Artikel und Zeitungsausschnitte, die auf grundlegende Zusammenhänge aufmerksam machen, kann beliebig durch andere Zeitungsartikel oder auch wissenschaftliche Studien ergänzt und erweitert werden. Unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten öffnen unterschiedliche Zugänge zu den grundlegenden Zusammenhängen und Missständen, ändern an deren Existenz nichts:

    zu 1): PISA: Das deutsche Schulsystem ist unsozial – Und doch ändert sich nichts https://www.nachdenkseiten.de/?p=46686

    zu 1): Acht Gründe, nie wieder in Deutschalnd zu studieren

    https://www.zeit.de/studium/2015-08/studieren-in-deutschland-auslandssemester

    usw.

    zu3): Parteienfinanzierung: Deutsche Regeln unter Niveau https://www.lobbycontrol.de/2019/06/parteienfinanzierung-deutsche-regeln-unter-niveau/

    zu3): Blühende Landschaften https://www.rubikon.news/artikel/bluhende-landschaften

    zu3): Journalismus ist kein Verbrechen und darf es auch nicht werden https://www.nachdenkseiten.de/?p=56479

    zu 4): Lobbyismus an Schulen zurückdrängen https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/lobbyismus-an-schulen/

    zu 5): Krankenhaus statt Fabrik Pflege, Pflegenotstand https://www.aerzteblatt.de/archiv/56079/Kritik-am-Gesundheitssystem-Von-Kassen-und-Klassen

    zu 5): „Der Zweiklassenstaat. Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren“Karl Lauterbach

    zu 5): Selbstzahler-LeistungenKrankenkassen warnen vor Abzocke beim Arzt https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/igel-angebote-krankenkassen-kritisieren-selbstzahler-leistungen-als-nutzlos-a-1206029.html
    Zu 5): Kritik am Gesundheitssystem: Von Kassen und Klassen https://www.krankenhaus-statt-fabrik.de/126

    zu 5): Klinikvertreter berichten über Ausmaß des Pflegenotstands https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95719/Klinikvertreter-berichten-ueber-Ausmass-des-Pflegenotstands

    zu 6): 7 Gründe gegen die Rürup-Rente https://www.capital.de/geld-versicherungen/id-7-gruende-gegen-die-ruerup-rente

    zu 7): Langzeitstudie zu Armut - Isoliert und abgehängt https://taz.de/Langzeitstudie-zu-Armut/!5636636/

    zu 7): Böckler-Studie So arm ist Deutschland: Millionen Deutsche müssen von Niedriglohn leben https://www.infranken.de/ratgeber/finanzen/so-arm-ist-deutschland-millionen-deutsche-muessen-von-niedriglohn-leben;art168675,3714575



  • Auf in die nächste Runde! Hallo, ich war bereits im letzten Jahr dabei, als Marogal erstmals bei Aufstehen vorgestellt wurde. Wir waren dabei ein erstes Humanes Unternehmen umzusetzen. Wollten ein Erfrischungsgetränk, den "A U F S T E H E R" herstellen. Erst wird an einem Ort hergestellt und später im ganzen Land und warum nicht über die Grenzen hinweg. Seitdem habe ich mich ausführlich mit Humanen Unternehmen auseinandergesetzt und habe auch die Möglichkeit genutzt, mich mit ein paar Mitstreitern von Marogal auszutauschen:

    • Es hat etwas länger gedauert bis ich verstanden haben, warum der Ansatz tatsächlich eine größere Reichweite hat, dass weder Kapitalismus, noch Sozialismus, sondern das Ungleichgewicht und die Gier der Unternehmer das Problem sind und was es mit grundlegenden Veränderungen auf sich hat. Hinter Bio, Fairtrade usw. steckt tatsächlich - sorry - immer das gleiche: Unsere tollen Ideen werden als Geschäftsideen verkauft und nachher haben ein paar wenige mehr verdient. Wir, die Produzenten der Gewinne, stehen leer da. Das kann es ja wohl nicht gewesen sein!

    • Mir wurde klar, was diesen grundlegenden Ansatz von anderen dialektisch-politischen Ansätzen unterscheidet. Der Wunsch von oben nach unten zu verteilen ist schön, bleibt aber ein frommer Wunsch. Steuern überbrücken grundlegende Probleme, lösen sie aber nicht. Mir gefällt insbesondere die real umsetzbare Möglichkeit Humane Unternehmen umzusetzen, auch ohne Mehrheiten.

    Jetzt wird sich zeigen, was von Aufstehen noch übrig geblieben ist. Jetzt geht es also um die Umsetzung. Wenn ich im letzten halben Jahr etwas verstanden habe dann die Notwendigkeit..

    .dass wir uns nicht im Detail verlieren dürfen
    ..dass wir uns nicht spalten lassen dürfen
    ...dass wir uns die Bälle zuspielen sollten
    und alle gemeinsam anpacken sollten.

    Tatsächlich können wir alle anpacken, wenn wir gemeinsam und auf allen Kanälen auf Humane Unternehmen aufmerksam machen. Und das können wir, das ist unsere Stärke: "Wir schreiben in jeden Block: Humane Unternehmen braucht das Land!". Dabei kann jede und jeder mitmachen. Zeigen wir allen: "Man kann nicht nicht über Humane Unternehmen sprechen, weil Humane Unternehmen die Grundlage von quasi allem, von einer Ausgeglichen Ausgangssituation und jeglicher nachhaltigen Veränderung sind."

    Ich freue mich wieder dabei zu sein. Was sind die nächsten Schritte?


  • Oder-Neiße-Friedensgrenze

    Ja, da sind wir alle wieder, die über die Humanen Unternehmen diskutiert haben im alten Forum.
    Zuletzt hatte uns Marcel Hammer aber vertröstet auf eine umfassendere Darstellung, die bald erscheinen sollte. Gibt es die inzwischen?
    Ansonsten sehe ich immer noch das Grundproblem, dass die Gier des Unternehmers nicht die Hauptursache für Ausbeutung ist, sondern der Zwang , unter dem jedes Unternehmen steht, sich gegen Konkurrenten durchsetzen und damit auch wachsen zu müssen. Bei Erreichen eines absoluten Weltmonopols könnte das theoretisch überwunden werden. Nur ist so ein Monstrum dermaßen unflexibel und von zunehmender Ineffizenz gekennzeichnet, dass es zum schlimmsten Ausbeuter seiner Zulieferer wird.



  • Hallo, neue alte Gesichter! Die Kurzdarstellungen von Marogal sind im ersten Beitrag oben verlinkt. Hab sie kopiert:

    ©Marogal 2020-01 Humane Unternehmen und Ausgeglichene Ausgangssituation
    http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/

    ©Marogal 2020-01 Was ist Marogal - Eine kurze Beschreibung
    http://online.fliphtml5.com/djgvf/sodw/

    Ich finde, dass jegliche Meinungen legitim sind. Wer nicht mitmachen will, muss freilich nicht mitmachen. Hier im Blog sollten wir aber keine dysfunktionalen Machtkämpfe oder Diskurse austragen (dafür könnten wir einen kritischen Blog öffnen?), sondern hier in diesem Blog GEMEINSAM konstruktiv die Umsetzung von Humanen Unternehmen vorantreiben.

    Also: Wie könnten wir ein möglichst großes Gespräch oder gar einen öffentlichen Diskurs zum Thema Humane Unternehmen und Ausgeglichene Ausgangssituation umsetzen?



  • @Haraldu Wenn wir eine "gewaltige" Nachfrage herstellen, dann erübrigt sich die Frage mit der Konkurrenz. Wenn wir keine entsprechende Nachfrage herstellen, dann klappt die Umsetzung nicht wirklich: Wie können wir also Interesse und Aufmerksamkeit erzeugen?



  • Seit der Veröffentlichung der Kurzdarstellung und der Beschreibung von Marogal, die übrigens beide im ersten Beitrag verlinkt sind und offenbar auch vervielfältigt werden dürfen, habe ich mich damit intensiv auseinandergesetzt, was mich sehr zufrieden stimmte. Und das aus gutem Grund, weswegen ich euch jetzt gerne daran teilhaben lassen möchte:

    Mein eigenen Einsichten – Bittere Pillen für die linke-soziale Bewegung allgemein
    Seit über 20 Jahren bewege ich mich in links, alternativen Kreisen, habe Kontakt zu Menschen, die auch in sozialen Bereichen mit Menschen arbeiten. Meine Erfahrung ist, dass es dort seit Jahrzehnten eigentlich keine neuen Ideen gibt. Stets wird das alte Lied der Umverteilung angestimmt. Okay, aber dazu fehlen eben die Mehrheiten, die auch jetzt nicht in Aussicht stehen. Sozialismus ist eine schöne und warme Idee, die Umsetzung bedarf aber jener fehlenden Mehrheiten. Demos finde ich toll, war zuletzt auf einigen. Insbesondere Meinungsbildung ist wichtig, aber wenn beispielsweise in einer Stadt wie Frankfurt drei bis vier Demos am Wochenende veranstaltet werden, dann darf und sollte schon mal nach den tatsächlich möglichen Veränderungen gefragt werden. Und ja, diverse „Aktionen“ finde ich auch toll und heben gerne Engagement von Initiativen hervor. Nur was passiert da wirklich. Wird nicht immer wieder der größte Teil der Menschheit zu Spenden und Selbstoptimierung aufgerufen. Nichts passiert mit dem reichsten Prozent, das immer reicher wird. Was ändert sich etwas an dem „Ungleichgewicht“, das Marogal so schön und leicht verständlich herausgearbeitet hat?

    Mein Staunen über Marogal
    Ob eine Person die Reichweiten von Marogal erfasst hat zeigt sich m.E. daran, ob jene/r die Illustration in der Kurzdarstellung auf Seite 8 versteht oder nicht. Dort stoßen Linke in einer Kneipe geschmückt mit Plakaten namhafter Linker gemeinsam an. Vielleicht nach einer Demonstration oder nach einer Aktion. Allerdings ist der Sekt, mit dem sie ihren „Erfolge“ begießen, ein Hayek Sekt. Hayek ist ein wichtiger und extrem einflussreicher Denker des Neoliberalismus und letztlich ist er es bzw. der unkontrollierte Markt, der auch dann gewinnt und die Gewinne einfährt, wenn wir auf linke und soziale Erfolge anstoßen wollen. Marogal bringt das auf den Punkt, indem immer wieder an diversen Stellen herausgearbeitet wird, dass wir lediglich die „Fratze des Neoliberalismus verschönern“. Und genau so ist es: Wir diskutieren über Wagenknecht oder Marx, ziehen eine Aktion durch und trotzdem sorgen wir in unserem Alltag dafür, dass das Ungleichgewicht größer wird. Mit jedem Einkauf halten wir jenen fraglichen Kreislauf am Leben, in dem die von uns erarbeiteten Gewinne abgezogen werden. Marogal bringt das transparent und anschaulich zum Ausdruck und geht konsequent einen Schritt weiter, indem offen nach tatsächlichen Möglichkeiten der Einflussnahme gefragt wird unzureichende Methoden verworfen werden.

    Marogal fragt nach den Reichweiten der Einflussnahme
    Auch wenn es hart klingt, können wir vielleicht tatsächlich von neoliberalen Organisationen „lernen“. Ihr habt wohl auch schon von ThinkTanks gehört. Ja, da wird gedacht und da passiert nicht einfach irgendwo irgendwas. Marogal steht für grundlegende Betrachtungen: Es ist demzufolge freilich unbedingt erforderlich zu fragen, ob eine Intervention und Einflussnahme überhaupt zielführend sein kann. Ab Seite 12 in der Kurzdarstellung wird verständlich dargestellt, worauf wir achten sollten, wie wir feststellen können, welche Interventionen zielführend sein können. Wertvolle Ideen werden präsentiert, die unbedingt auch einzeln bedacht werden sollte. Übrigens findet sich auf Seite 2 und 3 eine knapp ausformulierte Darstellung der Inhalte.

    Die grundlegende Reichweite von Marogal
    Insgesamt wird auch verständlich, warum die Reichweite von Marogal über die anderer Ansätze hinausgeht. Logischerweise können politisch-dialektische Ansätze diese grundlegenden Reichweiten nicht haben. Marogal zeichnet sich als grundlegender Ansatz aus, der das Leck im Kapitalkreislauf schließt, damit zum Abbau des Ungleichgewichts beiträgt und für eine Ausgeglichene Ausgangssituation sorgt. Nur mit dieser und auf dieser Ausgeglichenen Ausgangssituation können sonstige Einflussnahmen sinnvoll ihr Ziel erreichen. Nur indem die Gier der Unternehmer begrenzt wird (vgl. Adam Smith), können Initiativen und Aktionen erfolgreich sein. Deswegen der „Aufruf“ von Marogal (s.S.30-31), dass wir alle über-politisch für die Ausgeglichene Ausgangssituation engagiert eintreten sollten. Ziel ist u.a. auch die Handlungsfähigkeit von Politik. Unbedingt muss auf diese Weise auch die Unterwanderung der Politik und die Aushöhlung der Demokratie verhindert werden (s.S.17 „Zwei Gefährdungen der von Demokratie“). Tatsächlich geht es nicht nur um den Mangel an politischer Bildung, wie oft fälschlich berichtet wird, sondern zudem um die Unterwanderung der gesamten Systems. Auch auf der Meta-Eben überzeugt der marogalische Ansatz. Es wird gezeigt, warum weder Sozialismus noch Kapitalismus an sich falsch sind. Indem allerdings auf den negativen Einfluss des Ungleichgewichts verwiesen wird, wird die „Gier der Unternehmer“ als Grund für den Untergang beider Systeme herausgearbeitet. Zudem wird im Wirtschaftsteil ab Seite 22 diskutiert, warum Humane Unternehmen die Investitionsmöglichkeiten in die Realwirtschaft darstellen. Diese Investitionsmöglichkeiten werden aktuell insbesondere von der EZB gesucht (..)

    Ich bin überwältigt, wünsche mir angemessene und würdige Diskussionen. Vielen Dank an die Leute von Marogal.



  • Herkömmliche oder Humane Unternehmen
    Mit Abzug gemeinsam erarbeiteter Gewinne oder ohne –
    Das ist hier die Frage

    Stellen wir uns zwei Unternehmen vor, die sich zunächst stark ähneln. Beim genaueren Hinsehen wird der folgenschwere Unterschied offensichtlich. In jenem herkömmlichen Unternehmen werden gemeinsam erarbeiteten Gewinne abgezogen. Zwar haben Angestellte, also jegliche Menschen in der Produktion, im Vertrieb und im Verkauf, gearbeitet und auf diese Weise einen Mehrwert bzw. eben jene Gewinne erzeugt. Aber letztlich sind es weitestgehend einzig die Unternehmer, die davon profitieren, dass Gelder aus dem Unternehmen gezogen werden. Jene wahren Produzenten des Mehrwerts bzw. der Gewinne gehen leer aus.

    In dem zweiten Unternehmen, also in Humanen Unternehmen, kommt niemand überhaupt auf die Idee, dass irgendwer die gemeinsamen Gewinne einziehen. Allein die Vorstellung, dass die gemeinsam erarbeiteten Gewinne von einzelnen eingesackt werden ist vollkommen schräg, macht auch gar keinen Sinn und beschert spontanes Lachen. Denn indem die Gewinne abgezogen werden, entsteht allgemein in der Gesellschaft ein folgenschweres „Ungleichgewicht“. Indem die natürlichen Kapitalkreisläufe unterbrochen werden, fließen das Kapital automatisch von unten nach oben ab. Der entstandene Mangel führt längerfristig zu einem weltweiten Ungleichgewicht. Das ist skurril und irgendwie zugleich auch irrational – wer sollte das also wollen? Es gibt keinen Grund, warum der Abzug der Gewinne normal sein sollte oder warum das „Ungleichgewicht“ und dessen Folgen überhaupt erwünscht sein sollten. In Humanen Unternehmen entfaltet sich also eine Unternehmenskultur, die zu Recht die Bezeichnung Kultur trägt (s. u.a. FAQ www.Marogal.de).

    Es kann nur eine Antwort geben:
    Humane Unternehmen

    Egal wer sich mit den beiden unterschiedlichen Unternehmen auseinandersetzt. Niemand wird ernsthaft die erste Unternehmensform für irgendwie richtig halten, die keineswegs wünschenswert oder gar erstrebenswert sein kann. Denn wenn Gewinne abgezogen werden, kommt es zu Auswucherungen und fraglichen historischen Entwicklungen. Ebenso wie die Keule der Steinzeit, handelt es sich um einen Weg in eine Sackgasse. Obwohl genug für alle da ist, gibt es Hunger und Menschen sterben. In jedem Fall gilt es diesen maladaptiven Entwicklungsverlauf zu „behandeln“ und die schwerwiegenden Folgen ebenfalls zu heben.

    Freilich werden jetzt jene auf den Plan treten, die von dem Unrecht profitieren. Und sie werden wortgewandt vermeintliche Argumente vortragen, versuchen sich mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen über andere zu erheben. Insbesondere werden sie zu erklären wissen, warum die Gewinne abgezogen werden müssen, warum dies wirtschaftliche Zusammenhänge unumgänglich macht usw. Letztlich werden sie sich um Kopf und Kragen reden und offensichtlich wieder um einen sich selbst regulierendem Markt drehen, damit wir wieder das glauben, was wir bis dato gelebt haben, nämlich dass wir jene Herrscher über uns brauchen.
    Bedienen wir uns allerdings unseres Verstandes und stellen wir uns jene beiden Unternehmen vor, dann führt kein Weg mehr zurück zu den veralteten Unternehmensformen: Es darf und kann nicht weiter normal sein, dass gemeinsam erarbeitet Gewinne abgezogen werden. Bleiben Gewinne hingegen in den Unternehmen, wird es erstmals gerecht und nachvollziehbar zugehen können.

    Wer für sich die Frage beantwortet und die Bedeutung der Fragestellung verstanden hat, wird von sich aus mit Freunden und Bekannten darüber sprechen und Humane Unternehmen werden auf ihre Weise im öffentlichen Diskurs ankommen. Durch unsere Nachfrage hebt sich auf friedlichem Wege der grundlegende Missstand auf. Humanen Unternehmen werden umgesetzt.


  • GLOBALER MOD MOD

    Tut mir leid, ich hab das Konzept erst jetzt gesehen. Die entscheidende Frage bei der Verfügung über Gewinne insgesamt ist: wo sie investiert werden sollen. Dem Re-Investieren der Überschüsse (statt dass sie (sozial)staatlich aufgegessen werden), dem ZWANG dazu, dient doch die ganze "gierige" Konkurrenz! Also wer entscheidet über die Akkumulation (wie man das auch nennt): Belegschaften? Gesellschaften? Staaten? Privatpersonen? Eigentümer? Kreditverwalter? Wer entscheidet, wohin der Fortschritt geht - hat der überhaupt eine Richtung?
    Hallo Marogalier - wie ist eure Antwort?



  • @HCGuth sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Die entscheidende Frage bei der Verfügung über Gewinne insgesamt ist: wo sie investiert werden sollen. {..} Wer entscheidet, wohin der Fortschritt geht - hat der überhaupt eine Richtung?
    Hallo Madrogalianer - wie ist eure Antwort?

    Hallo@HCGuth,
    vielen Dank für dein Interesse. Deine Fragen sind schön und gleichzeitig lösen sie ein wohlwollendes Schmunzeln aus, da sie quasi aus einem "alten Gesellschafts- und Weltverständnis" entspringen. Wer sich auf Humane Unternehmen einlässt, wird letztlich gänzlich andere Fragen stellen, weil sich auch alte Bezüge verändern und aufheben. Verständnis von Gewinnen ändert sich gänzlich. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass der Umgang in der Satzung des Unternehmens festgehalten wird und sich Mitarbeiter und Unternehmen gerne damit identifizieren. Dies ist in der Kurzdarstellung auf S. 15 (Ausgeglichene Ausgangssituation) dargestellt. Bei der Darstellung der Unternehmen werden Gesamtveränderungen greifbar (S.27 ) :
    http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/#p=13

    Oder mehr über Unternehmen auf der Webseite: https://www.marogal.de/fragen-antworten/unternehmen-heute-und-in-zukunft/


  • GLOBALER MOD MOD

    @Martin-Durel Huch ja, Schmunzeln. Fein. Also alle Leute, gegliedert in Belegschaften (verlässt man die je?)... entscheiden über... wieviel Gewinn sie überhaupt machen? Wer den bekommen soll? Entscheiden sie auch über Preise (davon und Kosten und dem Absatz hängen Gewinne ua ab)... Der Übersicht bereits entnehme ich, dass Kapital ja sowieso STRÖMT... dann kann ja nix passieren. Zb Absatz Stockungen, Preissenkungen, die erzwungen werden, Pleiten.. ach das ist die alte Welt... Gewinne in der neuen Welt entstehen von selbst. Ja da kann man natürlich mit Wohlwollen auf Heute schauen...
    Und das soll ich jetzt lesen?



  • Lieber @HCGuth,
    du kannst machen was du willst. Aus deinen abgekürzten Sätzen werde ich nicht schlau. Wenn du magst, könntest du dir beim Kommunizieren und insbesondere beim Lesen und Verstehen mehr Mühe geben. Ansonsten brauchst du in diesem Blog nicht unbedingt etwas schreiben. Keiner zwingt dich mitzumachen, alles gut. Hier für dich der gesamte Text der Webseite:
    https://www.marogal.de/der-gesamte-text/



  • Das Problem ist ganz einfach: Wir werden auch jetzt nicht über Unternehmen nachdenken, sondern über das was „man“ (!) uns sagt. Manche Dogmatiker werden nicht über Marx hinaus denken wollen und alles stattdessen ersticken, ohne je zugehört zu haben. Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz, die unterwanderte Welt der Gegenwart ist letztlich eine Folge jenes „Ungleichgewichts“, ähnlich wie zuvor jene Welt des Klerus und des Adels (s. Kurzbeschreibung Illustration S. 19) und wir machen die gleiche Sisyphus Arbeit wie immer (s. Illustration S.6).

    „Wir verändern die Welt nicht, indem wir uns in eben jene Welt, die andere für uns ausgelegt haben, in der auch die Theorie von Marx kreist, demonstrierend einlassen - darum geht es auch nicht – Wir sollten vielmehr für eine Ausgeglichene Ausgangssituation und damit für natürliche Grundlagen eintreten. Damit freie Menschen Welt interpretieren und gestalten können.“



  • @HCGuth sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    @Martin-Durel Huch ja, Schmunzeln. Fein. Also alle Leute, gegliedert in Belegschaften (verlässt man die je?)... entscheiden über... wieviel Gewinn sie überhaupt machen? Wer den bekommen soll? Entscheiden sie auch über Preise (davon und Kosten und dem Absatz hängen Gewinne ua ab)... Der Übersicht bereits entnehme ich, dass Kapital ja sowieso STRÖMT... dann kann ja nix passieren. Zb Absatz Stockungen, Preissenkungen, die erzwungen werden, Pleiten.. ach das ist die alte Welt... Gewinne in der neuen Welt entstehen von selbst. Ja da kann man natürlich mit Wohlwollen auf Heute schauen...
    Und das soll ich jetzt lesen?

    Hallo Hans Christoph,
    ich freue mich über deine Fragen. Der marogalische Ansatz setzt ausdrücklich nicht bei Stockungen, Preissenkungen, Pleiten usw. an, sondern ausdrücklich bei allgemeinen Grundlagen bzw. Norman. Deswegen ist der Ansatz auch nicht dialektisch-politisch. Ansatzpunkt ist das "Klassische Verständnis von Handel". Hierbei geht es verkürzt gesagt u.a. um den Aufbau von Bewusstsein, vergleichbar mit dem Bewusstsein von Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein. Allgemein soll der Abbau des Ungleichgewichts begünstigt werden. Dies verändert sowohl Berufswelt auch den Alltag, insbesondere durch den Abbau des Prinzips der Gewinnmaximierung.
    Freilich wird der Ansatz in seiner Gänze durch diese Zeilen jetzt auch nicht gänzlich verständlich. Deswegen ist eine gewisse Auseinandersetzung damit erwünscht. Dann können gerne weitere Fragen gestellt und beantwortet werden. Bitte eine nach der anderen.

    Zum Einstieg schlage ich vor zu überlegen, was mit der ersten Gründung eines Humanen Unternehmens passiert, wie sich Kapitalströme ändern (Gelder werden nicht abgezogen) und sich die Entwicklung eines Marktes Humaner Unternehmen auswirkt.

    {Diese Notwendigkeit ist nicht anders als beispielsweise beim Verstehen vom Ansatz von Marx. Wer "fremde" Fragen an Marx/Marogal heranträgt, was beispielsweise das narzisstische Entwicklungsstadium ist, verfehlt freilich den Ansatz. Wer sich reinliest, wird dafür reichlich belohnt.}


  • GLOBALER MOD MOD

    @Martin-Durel @Marcel-Hammer Danke für die Antworten. Mir ist jetzt nicht klar, warum "Marx" eine so grosse Rolle spielen soll? Das Wort Akkumulation für Gewinn-Investition ist doch eigentlich allgemein gebräuchlich und nicht nur marxistisch? Ansonsten rede ich doch ausschliesslich von den ökonomischen Sachen selbst, eigentlich noch ganz ohne Theorie. Ein bisschen frage ich mich sogar, ob das nicht Invarianten sind, auf die sich der marogalische Ansatz formend und lenkend bezieht. Es sei denn, es würde sich um eine unmittelbare Produktionslenkung handeln - ohne Dazwischentreten von Geld. So hatte ich das Konzept aber nicht verstanden, soweit ich gelesen habe. Das Problem des Investierens, auf das ich aufmerksam machen möchte, hat nicht so sehr mit dem "Ungleichgewicht" zu tun; sondern mit der Folge beständiger Um-Entscheidungen angesichts von Innovationen und neu gestarteten Projekten. Dies Problem betrifft die Frage der KOORDINATION einer modernen Riesenwirtschaft auf mittlerweile beinah planetarem Niveau. Der Marogal Ansatz ist ja nicht der einzige, der sich um Ausmass und Verteilung (zwischen Betriebs-Angehörigen bzw -Mitwirkenden und/oder Aussenstehenden, Personen oder Zielen, Werten usw) kümmert, die Gemeinwohlökonomie tut es, ebenso Linkskeynesianer (die es über Kreditvergabe zu steuern versuchen), oder etwa kulturkritik.net mit "sozialistischen Aktiengesellschaften", und natürlich alle staatssozialistischen Modelle... Da geht es oft um die Frage, WER bestimmen darf, und für WEN investiert wird... ich verstehe Marogal aber so, dass hier die Aufmerksamkeit stärker gelenkt wird auf das "für WAS".
    Das Koordinationsproblem bleibt aber bei all dem ungelöst. Es wird als gelöst oder lösbar unterstellt, in Ausdrücken wie: Kapitalströme.,.. So einfach aber, meine ich, strömt das Kapital nicht (oder zirkuliert)... und die zahllosen Eingriffe und Abhängigkeiten wirken sich in völlig unberechenbarer Weise aus. Nun kommen womöglich ökologische Rücksichten dazu, wo tatsächlich alles mit allem zusammenhängt: Ich KANN mir garnicht vorstellen, wie da noch auf betrieblicher Ebene rational gesteuert werden kann, ohne den Gesamtzusammenhang im Blick zu haben. Und das natürlich im Konsens aller. Darum meine Hypothese: Nur die kollektiv lern- und darum konsensfähige Zivilgesellschaft kann ökologisch korrekt planen und produzieren. Und das ist ein Epochen-Projekt. Noch viel tiefgreifender, als Marogal. (Schon darum, weil da eben ausser-ökonomische Fragen der Lebensführung und des Weltverhältnisses unmittelbar mit in den Blick genommen werden müssen. Und die Frage der Koordination und der Konsensfindung grosser Bevölkerungsgruppen damit unmittelbar aufgeworfen ist...)



  • @HCGuth Danke für deine Gedanken. Hoffentlich hilft dir mein folgender Beitrag weiter. Du bist ein Guter, wenn du magst stelle dazu KONKRETE Fragen.

    Hier nur knapp: Bei der Gründung werden Gehälter festgelegt. Es handelt sich stets um eine GmbH. Der Markt bleibt bestehen, allerdings ändern die veränderten Kapitalkreisläufe grundlegend die Gesamtsituation (vgl. Ausgeglichene Ausgangssituation). Es gibt keine Kollektive, keine Planwirtschaft. Dafür eben nicht weiter den Abzug der Gewinne, daher kein Ungleichgewicht, kein Mangel und längerfristig Spielräume zum Abschaffen von HARZ, umsetzen von tatsächlich sozialer Politik. Zudem wird Unterwanderung aufgehoben, kein Nährboden für Gewalt, Rechts, Hass usw..



  • Tatsächlich kommt es häufig zunächst zu Missverständnissen, wenn Menschen versuchen sich wohlwollend dem Ansatz von Marogal zu nähern. Insbesondere Experten in einem Bereich, meist politisch und wirtschaftlich interessierte und studierte Menschen finden anfänglich scheinbar keinen Zugang. Keineswegs ist dies überraschend und auch nicht schlimm. Erklären lässt sich dies recht einfach: Der marogalische Ansatz setzt grundlegend an und bewegt sich daher außerhalb der üblichen Fachwissenschaften und gewöhnlichen Interessensgebieten. Während sich also Politik oder Wirtschaft mit ihren spezifischen Fragen, innerhalb der Wissenschaftsbereichen, auseinandersetzen, greift der marogalische Ansatz quasi darüber hinaus, bewegt sich auf einer vermeintlichen Metaebene oder eben im Bereich der Grundlagen.

    Beispiel/Analogie: Ethische Fragen werden in Kants zweiter Kritik, der Kritik der praktischen Vernunft behandelt. Hier sind Menschen, die sich mit Ethik oder Moral oder dergleichen auseinandersetzen, zu Hause. Darüber hinaus sind für ethische Fragen sehr wohl auch erkenntnistheoretische Fragen oder eben die Grundsätze der Logik relevant, die in der ersten Kritik behandelt werden. Kommst du einem Ethiker mit Logik, überschüttet er dich erst einmal mit speziellen, ethischen Fragen und braucht eine Weile, bis er über seinen Tellerrand hinaus schauen kann.

    Jene spezifisch politischen oder wirtschaftlichen Fragen müssen also ins Leere greifen, wenn der marogalische Ansatz bei Grundlagen ansetzt (Analog: Erste Kritik). Um einen Eingang zu öffnen, werde ich mich an ein paar wenigen PUNKTEN orientieren, die nacheinander verstanden werden sollten (Rückfragen sind erwünscht):

    PUNKT 1: Die allgemeinen Kapitalströme begünstigen eine Kapitalverlagerung von unten nach oben. Jene zentrale Tatsache mit erheblicher Bedeutung sollte zentral für das Verständnis der gegenwärtigen Gesellschaft sein. De facto werden diese Zahlen kaum in den Medien und folglich auch nicht in öffentlichen Diskurs thematisiert. Darauf spielt Sahra Wagenknecht in dem ersten, oben verlinkten Beitrag an und spricht direkt die Abzüge der Gewinne durch die Unternehmer an (Ansatzpunkt von Marogal). Unabhängig von Marogal wäre es eine gigantische linke Aktion, sich eben gemeinsam mit jenen Transferströmen nach oben auseinanderzusetzen, einschlägiges Material zu sammeln und dies möglichst gar im öffentlichen Diskurs zu platzieren. Jede/r kann sich selbst einen Reim drauf machen, warum diese Inhalte in den Medien geschickt umgangen werden (..) W I R dürfen kritisch sein, uns also nicht in Theorien zu verlieren und anfangen uns mit den wesentlichen und grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen. Dazu lädt Marogal ein. Sahra Wagenknecht spricht direkt die Familie Quant (BMW) an und benennt den Abzug der Gewinne als Grund für die Kapitalverlagerung.

    PUNKT 2: Der marogalische Ansatz setzt genau dort an: Es wird ein neues Verständnis von Unternehmen herausgearbeitet. Dies wird in der oberen verlinkten Kurzdarstellung und auf der Webseite (www.Marogal.de) dargestellt. Die Auseinandersetzung mit der neuen Unternehmensform ist wünschenswert. In einem solchen Humanen Unternehmen gibt es keine Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im klassischen Sinne mehr. Ebenso gehört das Prinzip der Gewinnmaximierung der Vergangenheit an. Außerdem öffnen sich gigantische Gestaltungsmöglichkeiten. Entscheidend ist, dass keine Gewinne weiter abgezogen werden.

    Beispiel: Das Unternehmen „Fritz-Cola“ wurde vor wenigen Jahren von zwei Personen gegründet. Nunmehr fahren jene beiden Unternehmer gigantische Gewinne ein. Ebenso könnte sich ein Humanes Unternehmen entfalten und faktisch gibt es gar keine Nachteile, sondern – und darum geht es – einen ökonomischen Supervorteil: Vorab feiern wir alle das erste Produkt aus einem Humanen Unternehmen.

    PUNKT 3: Dreh- und Angelpunkt ist die Aufmerksamkeit für die grundlegende Veränderung. Und das können wir. Wir können für Aufmerksamkeit sorgen, privat im Berufsleben, in den sozialen Medien usw. Im Humanen Unternehmen werden keine Gewinne abgezogen und wahlweise wird ein Anteil der Gewinne beispielsweise in soziale Einrichtungen und tatsächlich unabhängige Forschung oder auch Medien gesteckt. Beispiele belegen, dass Menschen Produkte dann vermehrt kaufen, wenn Gewinne eben derart investiert werden. Dann erleben wir alle, dass Humane Unternehmen die einzig richtige Form von Unternehmen sind (s.o.)

    PUNKT 4: Wir müssen anfangen, uns mit Humanen Unternehmen auseinanderzusetzen und dann Aufmerksamkeit erzeugen. Darum geht es ..



  • Was ist eigentlich ein Unternehmen
    Warum sollte ein Unternehmen so und nicht anders sein

    Unser übliches Verständnis von Unternehmen leitet sich weder von einem Ideal ab noch ist es vom Himmel gefallen. Vielmehr ist das was wir heute unter Unternehmen verstehen das Ergebnis einer zurückliegenden Entwicklung:

    Bereits lange vor unserer Zeit ließen Menschen andere Menschen für sich arbeiten. Aus einer Kette von Ereignissen ging jene Zweiteilung, die Kluft in Unternehmen und später unsere Angestelltenverhältnis hervor. Diese Begebenheiten prägen noch heute maßgebend unser Verständnis von Unternehmen. Die Angestellte arbeiten und die Gewinne werden nach oben geleitet und abgezogen.

    Der Prozess der Zivilisation liefert viele Beispiele dafür, dass keineswegs jegliches Ergebnis einer Entwicklung richtig sein muss:

    *So das Beispiel der „Keule in der Steinzeit“. In jenen Vorzeiten hatte der Stärkste das Sagen. Da gab es keine Diskussionen. Trotzdem wurde jene Entwicklung quasi korrigiert bzw. hat sich eine juristische Ordnung etabliert, die für das Ideal der Freiheit, offene Handlungsräume und auch für die Schwächsten einsteht. Auf diese Weise hat sich in der Gemeinschaft ein Bewusstsein von Gerechtigkeit etabliert.

    *Ebenso war es vor wenigen Jahrzehnten nicht unüblich, kleinere Abfälle einfach auf die Straße zu werfen. Auch hier hat zunehmendes Umweltbewusstsein jene natürlichen Entwicklungen im Sinne der Gemeinschaft korrigiert.

    Die Kluft zwischen oben und unten, das Angestelltenverhältnis und jene folgenschwere Gewinnverteilung sind ebenfalls das Ergebnis einer bis dato unhinterfragten Entwicklung. Als Inhalte des Klassischen Verständnisses von Handel prägen diese Normen und Werte unser Leben in einem kaum zu überschätzenden Ausmaß. Deswegen drängt sich die Frage auf, auch das Verständnis von Unternehmen anzupassen und zeitgemäß auszulegen. Oder gibt es jemanden, der ernsthaft für ungleiche Gewinnverteilung und deren Folgen plädieren würde?

    Die Entscheidung zwischen dem alten und dem neuen Verständnis von Unternehmen fällt leicht, da in neuen Unternehmen Gewinne freilich nicht abgezogen werden. Heute wie damals entscheidet ohnehin die Nachfrage und Bewusstseins von Gleichheit gibt den Weg vor:

    Indem Humane Unternehmen in ihrer Satzung Transparenz und den Grundsatz, dass keine Gewinne abgezogen werden, verankern, bleib das Kapital in den gemeinschaftlichen Kapitalkreisläufen erhalten. Mit dem Ende der Kluft, die sich durch die Unternehmen als auch durch die Welt zieht, wird Ungleichheit abgesagt und der Grundstein für eine stabile Gesellschaft gelegt.



  • Einleitung

    Um die Besonderheit des marogalischen Ansatzes verständlich zu machen, möchte ich im Folgenden knapp Vorgedanken zusammentragen, anhand derer ganzheitliches Verstehen möglich wird. Unterschiede - beispielsweise zum Ansatz von Hegel, der von einer Welt des Geistes ausgeht und dem Ansatz von Marx, der das Materielle in den Vordergrund stellt - sollen sich abzeichnen.
    Im Hauptteil werden praktische Konsequenzen und Vorgehensweisen aufgezeigt. Framing und Manipulation wird dargestellt und die Fragen "Wie und warum verlieren Menschen grundlegende Bezüge aus den Augen?" und "Was ist mit Ablenkung gemeint?" werden aufgegriffen.

    Vorgedanken

    Fühlender Bezug: Keineswegs stehen Inhalte eines öffentlichen Diskurses im Zentrum. Vielmehr wird eher mit Norbert Elias von einer „Welt der Individuen“ bzw. dem einzelnen Menschen ausgegangen, der seine Welt hervorbringt. Der Bezug des einzelnen Menschen ist keineswegs rein geistig, auch wenn es dem Menschen meist lange oder gar ein Leben lang so erscheinen mag. Existenziell ist u.a. Affekt und Körper Regelung und andere Grundlagen, die am Anfang des Lebens gelegtes werden. Entscheidend ist die Abhängigkeit von Bezugspersonen. Jene Form und Art der Beziehungen verändert sich im Laufe der psychosozialen Entwicklung und zunächst ist der Bezug des abhängigen Kindes ein „Fühlender Bezug“. Affektiv und emotional getragen – so wie es Entwicklungspsychologie und Psychoanalyse herausgearbeitet haben – geht aus jenem Empfinden Gedanke hervor und nicht andersrum (vgl. Nietzsche „Die Verächter des Leibes“). Zunächst wird also weder hinterfragt, was es mit jenen Gefühlen auf sich hat, noch wird die Herkunft der Gedanken – vom Fühlen zum Interpretieren und subjektiven Bewerten - klar.

    Beispiel für jenen „Fühlenden Bezug“: Ein Kind „ist“ einfach, ohne zu Hinterfragen, in der von Bezugspersonen „erzeugten“ Kinderwelt. Es wünscht sich verstanden zu werden, wobei für das Wohlergehen des Kindes weniger der inhaltliche Zuspruch, als eben jene Geborgenheit in der Kinderwelt relevant ist. Erwachsene tun gut daran, die Reden eines Kindes entsprechend als solche zu verstehen und zu berücksichtigen, dass ein Kind letztlich Zusammenhänge nicht verstehen kann, vielmehr vom Empfinden abhängt, für das eben jene Erwachsenen sorgen. Abhängigkeit und Manipulierbarkeit zeichnen sich ab.

    Vorstellen, Narzissmus und Idealismus: Ein weiterer Bezug taucht früh in der sogenannten „Trotzphase“ oder eben der sogenannten „Narzisstischen Entwicklungsphase“ auf und findet dann meist in der Jugend einen Höhepunkt. Grob umrissen ist hier der „Wille“ federführend, der persönliche Vorstellungswelten hervorbringt. Mitunter kommt es sogar zu einer Verlagerung des Selbstverständnisses, indem die Identität in den Vorstellungswelten mitunter gar übergewichtet wird. Die Jugend wird allgemein als die narzisstische Phase und durch die Aufgabe der Persönlichkeitsentwicklung als schwierigste Phase überhaupt verstanden. Jugendlichen gelingt es sich quasi neu und als Persönlichkeit vorstellend aus der Abhängigkeitsbeziehung zu erheben. Dadurch dass der „Fühlende Bezug“ abnimmt, gewinnen eigener Wille und Vorstellung an Bedeutung. Während „Fühlener Bezug“ egoistisches Verhalten begünstigt, kommt es hier zu egozentrischem Verhalten. Jener Mensch ist quasi in Vorstellungswelten abgebogen und noch nicht (!) bei den anderen, in der Gemeinschaft angekommen. Die primäre Logik vor dem Ankommen in der Gemeinschaft ist jenes Schwarz-Weiß Denken: „Ich [Persönlichkeit] bin wichtig und ich bestimme.“ Alles andere bleibt draußen und wird ausgegrenzt und bekämpft. In jenem zu viel liegt der Ursprung von Faschismus, extremen politischen und religiösen Positionen, vom Dogmatiker zum Extremisten und Fan, der ebenfalls in „Gut/Wir“ und „Schlecht/anderen“ unterteilt (..) Jener Kampf prägt den Umgang mit den anderen, ganz gleich ob für letztlich vorgestellte Ideale (vgl. links) und Werte (vgl. rechts/konservativ) gekämpft wird [das Wesen des Idealismus (vgl. Religion (gut und Böse), Kommunismus, Nationalsozialismus usw.)] oder narzisstisch die persönliche Welt und Auffassung über alles gestellt wird.

    Beispiel für jenen „Vorstellenden Bezug“: Politisches Denken ist im wesentlichen dialektisch. Das heißt, dass über den „Fühlenden Zugang“ hinaus eine weitere, zweite Vorstellungswelt, die politische Welt konstruiert wird. Jenseits des „Fühlens“ und des „empathischen Bezugs, angekommen in der Gemeinschaft“ wird an den inhaltlichen Diskurs angeschlossen (vgl. Idealismus des Abendlandes). Der in jenen Vorstellungen wahrgenommene Zustand wird durch die Vorstellung all dessen, was nicht gegeben ist (vgl. Dialektik: „Negativ“) ergänzt und eine dritte draus hervorgehende Vorstellung wird erzielt. Je mehr jener „Vorstellende Bezug“ im Vordergrund steht, d.h. je mehr z.B. der Idealismus ausgeprägt ist, umso bodenloser wird abgeleitetes Handeln. Wird der persönliche Kampf in die Welt getragen, kommt es zu fatalen Folgen. Dies zeigt nicht nur das Beispiel von Diktatoren, sondern in der Gegenwart das Beispiel der einseitigen Entwicklung der Wirtschaftstheorien (vgl. „idealistische Ansätze“; die Entwicklung der Ökonomie und des Neoliberalismus von Friedrich August Hayhek bis Milton Friedman) und die Finanzwirtschaft im allgemeinen.

    Identifikation und Kampf: Allgemein geht der Bezug des einzelnen Menschen aus Beziehungskonstellationen und Beziehungserfahrungen hervor. Während zunächst das konkrete Verhalten der Bezugspersonen entscheidend ist, prägen später aus jenen Erfahrungen hervorgegangene, innere Strukturen den Menschen und seinen Bezug zur Umwelt. Indem sich die Person in Vorstellungen in u.a. politischen Welt als Kämpfer für etwas identifiziert, wird der „Fühlende Bezug“ verdeckt und mehr noch, geht der Mensch verloren. Denn egal als was sich die Person identifiziert - als Politikerin, Veganer, Jüdin, Rechter oder was auch immer - bleibt der Mensch in der Abhängigkeitsbeziehung stehen.

    Zusammenfassend: Wer sich im „Fühlenden Bezug“ oder im „Vorstellenden Bezug“ verloren hat, kommt nicht mit den anderen fühlend in der Gemeinschaft an (Empathie). Sowohl fühlende als auch vorstellende Bezüge sind ein „Mehr“ an inneren Strukturen. Diese verhindern ganzheitliches Verstehen und letztlich die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen. Ein „Mehr“ an inneren Strukturen, die auf ausgeprägten „Fühlenden Bezg“ zurückzuführen sind, werden in der Sprache der Psychoanalyse oder klassischen Psychologie als „neurotisch“ und ein „Mehr“ an inneren Strukturen, die auf ausgeprägte „Vorstellende Bezüge“ zurückzuführen sind als „narzisstisch“ bezeichnen.

    Hauptteil

    Die Kunst des Beurteilens: Die Fähigkeit beurteilen zu können ist Grundlage von Meinungsbildung und verantwortungsbewussten Handeln. Ein Mensch, der den Umgang mit Emotionen unzureichend gelernt hat, wird immer wieder seinem Empfinden folgen und mitunter Opfer seiner übergreifenden Emotionalität sein. Im Extremfall wird impulsiv geurteilt, ohne die tatsächliche Situation reflektieren und überhaupt wahrnehmen zu können. Auf andere Weise wird die Urteilskraft beeinträchtigt, je mehr sich ein Mensch in Vorstellungswelten entwirft und sich beispielsweise als Vertreter von Werten oder Politiker identifiziert. Die Verschiebung vom Menschen zur Person und zur Persönlichkeit [vgl. Narzissmus] löst jenen, meist für etwas kämpfenden Menschen, aus dem realen Erleben. Mit-Empfinden und Bezug zur Realität geht verloren und zugleich gewinnen symbolische Handlungen an Bedeutung. Auch Strategen in der politischen Welt und insbesondere schillernde Persönlichkeiten verlieren grundlegende Zusammenhänge - mitunter gänzlich - und ihre Urteile und Betrachtungen gehen an der Sache vorbei.

    Manipulierbarkeit des einzelnen Menschen und letztlich der Massen: Sowohl ausgeprägt „Fühlender“ als auch ausgeprägt „Vorstellender Bezug“ machen den einzelnen Menschen empfänglich für Manipulation. Ein Gefühl ist quasi eine Reaktion auf einen Situation (vgl. Intuition). Steht also Empfinden im Vordergrund, ist die Situation immer schon mit angenommen und es kommt oft zu schwerwiegenden Folgen. Denn der Mensch bemerkt nicht, dass die soziale Situation gemacht ist. Wie ein Kind, das Eltern blind vertraut. Kommt es nicht zur Loslösung, kann an die erste Abhängigkeitsbeziehung direkt die nächste konstruierte Wirklichkeit, beispielsweise in Form der medial vermittelten Wirklichkeit, anschließen. Jener Erwachse hört von einer „Bedrohung von Rechts“, einem gefährlichen Virus oder der „Gefährdung durch Terrorismus“ und folgt seinem Gefühl. Was dabei ausgespart wird, bekommt der Mensch nicht mit. Hier fehlen insbesondere Relationen, Maßstäbe und eben ein vollständiges Bild. Jenes Frames/Rahmen sind austauschbar und regelmäßig wird eine neue von Medien erzeugte Sau durch den öffentlichen Diskurs getrieben, eine neue Wirklichkeit mit Möglichkeiten sich zu identifizieren. Auf diese Weise gewinnen Vorstellungswelten an Bedeutung und reale und grundlegende Bezüge werden verdeckt. Je mehr sich also der politische Diskurs nach 68 ausgebreitet hat, Menschen mit politischer Bildung überschüttet wurden, bzw. die Forderung von noch mehr Auseinandersetzung mit Politik propagiert wird, je mehr Menschen sich also als Kämpfer identifiziert wahrnehmen und politische Theorien vortragen, um so mehr wird das eigentliche „Geschäft“ anderen überlassen. Ablenkung vom Wesentlichen und grundlegenden Zusammenhängen zeichnet Manipulation, den „Geniestreich“ des Neoliberalismus aus: Wir verlieren uns in politischen Diskursen, fordern heiter immer mehr Wissen und arbeiten gleichzeitig mit beiden Armen für eben jene Unterwanderung der Welt.

    Eins und eins zusammensetzen und einen Schritt weitergehen: Der marogalische Ansatz greift keine Analysen des Diskurses auf und verliert sich weder in Theorien noch historischer Forschung. Vielmehr wird der einzelne Mensch, als „Wesen mit Geist als auch Seele und Leiblichkeit“ verstanden. Die Herangehensweise ermöglicht es, zwischen „Herrschaftsstrukturen“ in der Politik also in Vorstellungswelten und „Machtstrukturen“ zu unterscheiden. Hier steht jener Mensch und da existieren ebenso „Dinge“, Besitzgüter usw. Aus grundlegenden Zusammenhänge gehen praktische Abläufe hervor.
    Wer allerdings „ab-gelenkt“ ist, sich in Ideen und Vorstellungen verliert, wird beispielsweise niemals über Funktionsweisen und ein Unternehmen als solches nachdenken. Jene vom Neoliberalismus zu „Träumern“ gemachten Personen kämpfen engagiert für Gerechtigkeit und andere Ideale. So wie sie es machen sollen. In einer Welt, die immer schon jene Mächtigen oder Machteliten für sie eingerichtet haben. Da gibt es beispielsweise eine Hand voll Menschen, die gemeinsam über quasi die gesamten Printmedien verfügen. Rein „zufällig“ wird eine wenig mehr über den Virus berichtet, den Angst ist gut. Und dann wird etwas ausgespart. Freilich werden wir nicht oder bestenfalls in den sehr wertvollen alternativen Medien in Zukunft – wenn wir das bewirken - hören, dass die von uns erarbeitete Gewinne abgezogen werden. Wer allerdings tief in seiner Abhängigkeit steckt, ohne dies wirklich zu realisieren, wird sich auch nach dem Lesen dieser Zeilen nicht für grundlegende Zusammenhänge interessieren. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

    Was ist Bildung: Deswegen geht es nicht um mehr Bildung, sondern überhaupt erst einmal um ein passendes Verständnis von Bildung. Denn Bildung ist mehr als einfach nur eine Anhäufung von Wissen. schließt sowohl den Umgang mit Gefühlen, als auch das Ankommen in der Gemeinschaft ein. Bildung kann nicht vom Menschen gelöst werden. Wer sich in leeren Theorien und letztlich auch politischen Welten verliert, mag über Wissen verfügen, ist allerdings aufgrund seiner Loslösung nicht im Bilde.

    Einen Schritt weitergehen: Ziel muss es sein, ebenfalls Realität, Besitz und Machtstrukturen zu fokussieren. Hierbei ist uns Neoliberalismus weit voraus. Kapitalströme werden von unten nach oben geleitet, da durch Ablenkung jene Grundlagen niemals wahrgenommen und thematisiert werden. Deswegen ist es tatsächlich normal, dass ein Prozent weltweit bald 85 % des Gesamtvermögens besitzt. Gelingt es hingegen, weniger jene Herrschaftsstrukturen und mehr die Machtstrukturen zu betrachten, öffnet sich die Möglichkeit auf Kapitalkreisläufe Einfluss auszuüben.
    Indem wir aufstehen und einen Schritt weitergehen, lösen wir uns aus der Abhängigkeitsbeziehung, trennen uns von jeglichen „Gierigen Unternehmern“ (vgl. Adam Smith, der jene als größte Gefahr verstand). Wir setzen Humane Unternehmen um, so wie es hier und in der verlinkten Kurzdarstellung beschrieben wird.

    (Weiterführende Informationen: "Humane Unternehmen und Ausgeglichene Ausgangssituation - Kurzdarstellung von Marogal", http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/


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