Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen



  • Unternehmen oder Gesellschaften E , die nicht solidarisch sind werden Unternehmen oder Gesellschaften S, die solidarisch sind, imperialistisch versuchen zu übernehmen.

    Unternehmen oder Gesellschaften S stehen somit vor der Herausforderung im Machtmittelkampf mit E zu überleben.

    @HCGuth sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Aber in den Markt eingefügt sein muss ein solches Unternehmen auch; es sei denn... man schneidet gleich einen relativ autarken Sektor aus der Gesamtwirtschaft heraus, der nach diesem Prinzip funktioniert, und mit der Restwirtschaft Aussenbeziehugen unterhält. Ich verweise mal auf keimform.de - dort werden seit Jahren immer neue Anläufe ziemlich genau dieser Art, wie Marogal, erwogen: Ansätze, wie ein "entschärfter" Markt funktionieren könnte, ohne den Druck der Konkurrenz - ohne Profite - ohne Grundeigentum uswusw. Wie das vereinbar sein soll mit technischem Fortschritt, der dann auch wieder marktförmig organisiert sein soll (woher kommen Ressourcen für Forschung und Entwicklung, Markteinführung usw, wer trägt das Risiko, wenn etwas nicht funktioniert, wem gehören die Erträge?), ist dort nie geklärt worden. Stagnation kollektiv zu bewirtschaften ist relativ leicht. Die Schwierigkeit ist das beständige Umwälzen der Technik.



  • @AS1 sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    A. Ich hätte ergänzen können:

    Humane Unternehmen sind vermutlich ein Schritt in die Richtung linker Pol der Systeme. Gut. Super. Weiter so.

    B. Weiter in die Richtung linker Pol gedacht (wie meine bisherigen Beiträge dazu)

    Kennt jemand ein Naturvolk, in dem ein "Unternehmen" gegründet worden wäre?

    Die Gründung von Unternehmen ist prinzipiell nicht solidarisch / "human".

    Denn Unternehmen sind immer eine Abgrenzung zu denen, die nicht im Unternehmen geduldet werden. Alte, Junge, Kranke, zu wenig Untertänige wie Freiberufler etc.

    Unternehmer / Manager sind es gewohnt alles auszugrenzen, was diese Herrscher im System Herrschaft der Gewinner kritisiert.

    Ich sage: Unternehmer / Manager glauben ernsthaft, dass sie durch ihre Position und 1%-Spenden gute Menschen sind. Sachlich sind sie nur egoistische machtgeile Gewinner.

    Du bringst hier einiges auf den Punkt, danke. tatsächlich beschreibst du den IST-Zustand. Genauso war die Ur-Auffassung von Unternehmen, so liefe es auch bei einem Naturvolk, ganz so wie du es andenkst. Du stellt das "Klassische Verständnis von Handel" ganz richtig dar.

    Jetzt kommt im Verstehen von Humanen Unternehmen der zweite Schritt: Jener Urzustand eines Unternehmens oder eines jeden Dings/Abkommens oder was auch immer muss keineswegs so für die Ewigkeit bleiben. Das wäre eine dogmatische Haltung und immer schon sind es linksorientierte Menschen, die damit Schluss machen. Mitunter kommt es zu mehr als einer schlichten Weiterentwicklung, bis hin zu einem Paradigmenwechsel (s. u.a. Thomas S. Kuhn). So ein Wechsel wird nur dann verständlich, wenn wir von alten Begrifflichkeiten absehen.

    Beispiel: Der natürliche Zustand in der Steinzeit war, das der Stärkere mit seiner Keule Recht hatte. Durch Veränderungen und einen neuen juristischen Rahmen kommt es zu Neuregelungen und gänzlich neuem Umgang. Getragen vom Bewusstsein von Gerechtigkeit eines jeden Einzelnen in der Gemeinschaft.

    Derartige grundlegende Veränderungen machen Gesellschaft überhaupt erst aus. Ich würde nicht über Begrifflichkeiten streiten wollen, ob Gesetz der Keule oder unser juristische Rahmen menschlich sind. Die Haltung, Unternehmen sind so und bleiben immer so, vertritt einen ähnlich dogmatischen Standpunkt wie jener der sagt, dass die Keule der Steinzeit immer so und angesagt bleiben muss.

    Insbesondere in den FAQs der Webseite wird dargestellt, dass jene Kluft zwischen Unternehmer und Angestellten "normal" ist. Jetzt liegt es an uns über eine andere Form von Unternehmen nachzudenken, sich also vom Klassischen Verständnis von Handel und dem klassischen Verständnis von Unternehme zu lösen.

    Eine schöne Möglichkeit besteht darin, nicht wie üblich bei der Finanzierung anzufangen -wie gesagt ist die bei dem oben dargestellten Unternehmen soweit geregelt- sondern über die Entfaltung des Unternehmens und des Bewusstseins von Gleichheit nachzudenken: Wenn ordentlich Stimmung da ist, weit über die Grenzen von beispielsweise Frankfurt hinaus, wo ggf. das Erfrischungsgetränk hergestellt wird, Menschen den "Aufsteher" einfordern .. die zunächst gegebenen 50 Kästen direkt ausverkauft sind, die Menschen immer mehr wollen, das Getränk im ganzen Land exportiert wird, Produktion in andere Städte ausgelagert wird, es Gewinne gibt, davon vielleicht 30% - oder am Anfang mehr - gesammelt werden und bald ein zweites Unternehmen gegründet wird ... Wer braucht dann jene Unternehmer? Wir sollten mal über jene nachdenken, so wie es Sarah Wagenknecht im ersten Clip im ersten Beitrag hier im Blog getan hat.



  • @AS1 sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    "Kampfansage gegen die Finanzwirtschaft" gibt es auf zwei Ebenen:

    A. Gesetze / System
    [..]

    B. Charakter, Psyche

    Tolle Unterteilung! Ich biete eine andere Betrachtung an:

    A. Gesetze / System
    Es bedarf keiner neuen Gesetze. Die Umsetzung wurde juristisch abgeklärt. Es ist möglich die beiden Grundbedingungen (kein Abzug von Gewinnen, allgemeine Transparenz) in der Satzung zu verankern, warum auch nicht?
    Gerade systemische Betrachtungen, ich gehe mal von Niklas Luhmann aus, eignen sich, um jene systemischen Veränderungen durch die Gründung eines ersten Humanen Unternehmens bis zum ersten Markt darzustellen. Das Humane Unternehmen als "selbst-stabilisierenden, autopoietischen Strukturen" - wunderbar. Einfach mal drüber nachdenken!

    B. Charakter, Psyche
    Wer über Entwicklung und Menschen nachdenkt, sollte bitte nicht von dogmatischen Menschenbildern oder Begriffen ausgehen. Während sich Personen derzeit in digitalen- und Vorstellungswelten entwerfen, sich mit entsprechen Starts und Persönlichkeiten oder Idealen ("Ich bin Veganer") identifizieren (vgl. Narzissmus/Idealismus/Aufspaltung der Gesellschaft), bringen sie Humane Unternehmen auf diversen Ebenen zum Erleben und jene "künstlichen Welten" werden durch gemeinsames Miteinander ersetz:

    • In der Berufswelt verändern sich Arbeitsbedingungen. Aus immer weiter verkürzten Teil-Arbeits-Prozessen wird eine gesamte Handlung, die dem Menschen gerecht wird. Menschen haben wieder Überblick und werden wie ganze Menschen behandelt.. Zudem gibt es angemessene Mindeslöhne, von denen Menschen leben können. Es macht Freude über neue Möglichkeiten in der Arbeitswelt nachzudenken.

    • Zudem werden die Gewinne für reale Veränderungen sorgen. Zum einen zur weiteren Finanzierung von Humanen Unternehmen. Zum anderen und größten Teil werden Sozialen Objekten, unabhängige Forschung, alternative Medien usw. gefordert und allgemeinen, greifbaren Projekten. Die Art und Weise wie die Gewinne angelegt werden, ist Sache und Aushängeschild des Humanen Unternehmens. Menschen gehen gerne zur Arbeit, auch weil sie sich damit identifizieren (Identifikationsmöglichkeit). Bitte mal auf der Webseite nachlesen:
      https://www.marogal.de/teil-6-1/drei-säulen/

    • Nach und nach wird sich der Kapitalstrom von unten nach oben verändern. Erst können es Menschen lediglich theoretisch verstehen. Dann erleben es Menschen. Hierbei geht es um den Aufbau von Bewusstsein von Gleichheit und Erleben von Handlungsmöglichkeiten: Wenn nach und nach immer mehr mitmachen, können wir ohne Mehrheiten im Parlament und ohne Mitwirken der Politik den Ausbau von Humanen Unternehmen umsetzen. Wir können dafür sorgen, dass Gesellschaft immer mehr auf einer Ausgeglichenen Ausgangssituation steht.

    Insgesamt handelt es sich um ein Wechselspiel aus dem Aufbau des Bewusstseins von Gleichheit und dem gleichzeitigen Erleben von schönen Entwicklungen. Ziele und Ausrichtung psychosozialer Entwicklung verändern sich längerfristig, wie auch die allgemeine Sozialisation (Abbau des Prinzips der Gewinnmaximierung).

    Beispiel: Noch in den 80er Jahren war es normal, Müll aus dem Auto zu werfen. Heute hat sich daran etwas geändert. Umweltbewusstsein hat sich entfaltet. Leider sind jetzt alle Meer und der Mensch voller Mikroplastik. Wollen wir es auch bei Unternehmen verschlafen und warten bis ein Prozent mehr als 90 des ganzen Kapitals besitzt bzw. bis die Schere weiter auseinander geht und Armut, Hunger und Kriege den gesamten Alltag bestimmen?



  • @AS1 sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Alle, die Unternehmen als Ausgrenzung vom Rest der Gesellschaft betrachten, wollen nicht in irgendwelche Unternehmen investieren. Egal welche Namen Unternehmen sich geben.

    @Martin-Durel sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Wer letztlich gerne in humane Unternehmen investieren will, dass sind wir alle.

    Genau! Wer weiterhin ein anachronistisches Verständnis von Unternehmen behalten will, der wird wie Dogmatiker, Konservative usw. sich dagegen wehren. Und genau dafür sind wir da: Wir sorgen für Aufmerksamkeit, werfen Anachronismen über Brod und füllen ein neues Verständnis von Unternehmen mit Inhalten: Das neue Verständnis von Unternehmen - Humane Unternehmen.

    Anders als bei politischen Entscheidungen brauchen wir weder Mehrheiten noch den Zuspruch von ewig Gestrigen. Es ist alles da, Gesetze, Finanzierungsplan: Wir fangen einfach an, sorgen für Aufmerksamkeit!



  • @AS1 sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    BWL
    Der Markt führt zu Konzernen.
    Es überleben die Unternehmen mit maximalen Profit.
    Sozial gemachte Unternehmen überleben in dem Markt nicht.
    Politik der Gesellschaft soll ja nicht beachtet / nicht verändert werden.

    Warum glaubt ihr, dass eure "humanen" Unternehmen gegen intelligente, machtgierige Karrieremenschen in Konzernen überleben würden?
    Die würden notfalls die Gesetze ändern, damit eure "humanen" Unternehmen verlieren.
    @Martin-Durel sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Kostenintensivere Unternehmen werden erst innerhalb einer positiven Entwicklung gegründet werden können.

    ..da humane Unternehmen mehr können / in jedem Fall nicht weniger
    Humane Unternehmen sind aus mehrfachen Grunde wirtschaftlich und sogar wirtschaftlicher als derzeitige Unternehmen (wegen Arbeitsprozessen, die ohne Knechten auskommen / siehe Kurzdarstellung / Defizite des Neoliberalismus). Es handelt sich gerade nicht um irgendwelche sozialen Vereine oder "Schmusi-Institutionen" - wie leider oft in Humane Unternehmen hineingedichtet wird.

    ..da Produkte aus humane Unternehmen von immer mehr Menschen gefragt und gekauft werden. Die Nachfrage bestimmt den Umsatz - an den Grundlagen der Wirtschaft können auch Machteliten/Neoliberalismus nicht vorbei.

    ..da Humane Unternehmen zusammen arbeiten und letztlich von immer mehr Menschen gewollt sind. Wenn jemand das Wesen von alten/neune Unternehmen versteht, wird er kein Produkt aus "alten" Unternehmen kaufen wollen (radikaler Nachteil für den Verkauf).

    ..da unsere Ideen nicht weiter als Geschäftsideen verheizt, sondern verbunden mit dem Humanen Unternehmen erstmals wirklich umgesetzt werden.


  • Oder-Neiße-Friedensgrenze

    @Marcel-Hammer Fast alle diese Überlegungen hatte man auch bzgl. der Staatsunternehmen im Realsozialismus angestellt. Dort wurden ja (bei den VEB) auch keine Gewinne privat angeeignet, sondern sie mussten (nach Abzug von Ausgaben für den K-und S-Fonds) komplett an den Staat abgeführt werden. Der Staat war der Zwangsapparat, der unter anderem die Entstehung von privaten Unternehmen unterdrückte (nachdem die ursprüngliche Enteignung vollzogen war) Von Transparenz bei den Staatsunternehmen konnte man allerdings eher nicht reden. Außerdem hat der Zwangsapparat (Stasi eingeschlossen) natürlich immense Mittel verschlungen, die bei einer natürlichen, zwangfreien Entwicklung humaner Unternehmen frei bleiben würden. Das Wesen dieser staatlichen Unternehmen, den dort Beschäftigten zu gehören und damit es lohnend zu machen, dort zu arbeiten und das Unternehmen keinesfalls zu schädigen, hat sich den Beschäftigten aber leider in Jahrzehnten nicht erschlossen (geschweige denn, dass der Staat den Bürgern gehöre). Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass weiterhin alles als Zwang empfunden wurde. Aber es lag natürlich auch daran, dass Nachfrage selten befriedigt werden konnte, dass Kreativität und jegliche Entwicklung gehemmt waren.



  • @HCGuth sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    @Martin-Durel Objektiv ist, was nicht weggeht, wenn man es ignoriert.

    Hehehe - ich finde es romantisch bzw. hat es was nostalgisches, wenn du "objektiv" aus der Klamottenkammer zauberst. Längst ist in den Wissenschaften klar, dass es keine Objektivität geben kann. Davon sehen Naturwissenschaften, die in der Gegenwart konstruktivistisch sind, und Geisteswissenschaften nicht erst seit Diskussionen betreffend Postmoderne usw. ab. Wissenschaftstheoretisch wird dies als eine Form des "Glaubens" insbesondere in der Moderne verstanden.

    Tatsächlich ist "objektiv" in dogmatischen pseudo Argumentationen übrig geblieben: Auf diese Weise wird versucht, die eigne Betrachtung, die stets eine Perspektive unter anderen bleiben muss, mit diesem Trick quasi über andere zu heben.

    Beispiel: Die Kirche hat ihre These, die Welt sei eine Scheibe, als "objektiv" dargestellt oder uns verkauft. Ein dogmatischer Standpunkt, durch Attribute wie "objektiv" oder damals eher "universell gültig" aufgewertet. Von derartigen Tricks lebt(e) auch die Neoklassik (Wirtschaftswissenschaften), die nie die Kriterien einer Wissenschaft erfüllten.

    Letztlich allein durch den Wechsel der Betrachterperspektive sieht es ganz anders aus und diese neue - ebenso objektive Perspektive (hehehe) - kann wie im Falle von Marogal die Augen öffnen, da der dogmatische Standpunkt verlassen wird. Entscheidend sind Veränderungen im System durch humane Unternehmen, die auch veränderte Betrachtungen erfordern: ganzheitliche Betrachtungen, die weit über politisch-wirtschaftliche Betrachtungen hinausgehen. Das, was vielleicht durch Glauben als objektiv bezeichnet wurde, erweist sich als ein subjektiver Standpunkt in einem austauschbaren Systemverständnis.

    Zusammengefast: Konservative und Dogmatiker und ewig gestrige werden so lange diverse Betrachtungen von Zusammenhänge mit diversen Mitteln verteidigen - jene also als objektiv, universell oder was auch immer bezeichnen - bis sie Entwicklung nicht weiter verhindern und anerkennen müssen.

    Ich schließe übrigens auch Dogmatiker nicht aus. Nur antworte ich nicht auf ihre festgefahrenen Betrachtungen, die Entwicklung von vornherein ausschließen und keinen Sinn machen. Alles Gut!



  • @Haraldu sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    @Marcel-Hammer Fast alle diese Überlegungen hatte man auch bzgl. der Staatsunternehmen im Realsozialismus angestellt. Dort wurden ja (bei den VEB) auch keine Gewinne privat angeeignet, sondern sie mussten (nach Abzug von Ausgaben für den K-und S-Fonds) komplett an den Staat abgeführt werden. Der Staat war der Zwangsapparat, der unter anderem die Entstehung von privaten Unternehmen unterdrückte (nachdem die ursprüngliche Enteignung vollzogen war) Von Transparenz bei den Staatsunternehmen konnte man allerdings eher nicht reden. Außerdem hat der Zwangsapparat (Stasi eingeschlossen) natürlich immense Mittel verschlungen, die bei einer natürlichen, zwangfreien Entwicklung humaner Unternehmen frei bleiben würden. Das Wesen dieser staatlichen Unternehmen..

    Du sprichst von staatlichen Unternehmen. Diese unterscheiden sich grundlegend von humanen Unternehmen:

    A Bei staatlichen Unternehmen liegt jegliche Möglichkeit der Einflussnahme beim Saat. Es gibt keine "Kontrolle" (s. aktuelle Postdemokratie"). Der Staat wird gar nicht kontrolliert, kann unterwandert werden. Diese Möglichkeit der Unterwanderung des Sozialismus (und des Kapitalismus) wird in der "Kurzdarstellung von Marogal" auf Seite 25 erörtert und dieser Thematik wurde ein Hauptkapitel gewidmet: "09 Das richtige Wirtschaftssystem und die Frage nach Wirtschaftlichkeit". Bitte Link anklicken und lesen: http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/#p=24 )

    B Humane Unternehmen tragen dazu bei, dass der gesamte Kapitalfluss nicht "umgeleitet" wird, weder zu Machteliten, noch Eliten im Staat. Der "größten Bedrohung der Wirtschaft und insgesamt" wird ein Riegel vorgeschoben (vgl. Adam Smith). Es entsteht eine gänzlich neue Dynamik von Volk, humanen Unternehmen und Staat. Politik bekommt ihren Stellenwert, ihre Aufgabenbereich im Ganzen und Grenzen.

    Diese Unterschiede machen es unmöglich Staatsunternehmen mit humanen Unternehmen zu vergleichen.


  • GLOBALER MOD MOD

    @Martin-Durel Das erste, was dir oben in den Sinn kam, als es drum ging, Marogal Ziele umzusetzen, waren - Gewinnentnahmen zum Aufbau weiterer Unternehmen. Also eines Humanen Wirtschaftssektors. Das ist nun nur ein Spezialfall von DYNAMIK, ständigem Um- und Ausbau von Produktion - unter modernen Vorgaben der Normalfall von Wirtschaft, heute noch dazu in weltweiter Arbeitsteilung. Man kann nun diese hoch-arbeitsteilige und zugleich dynamische Produktionsweise bewirtschaften in Form von (irgendwie im Ausgang gleich oder ungleich verteiltem) Privateigentum an Produktionsmitteln und Marktbeziehungen, oder irgendwie kollektivistisch, staatssozialistisch oder (was bisher noch nie der Fall war) "libertär-kollektivistisch". Die eigentlich grundlegende Frage bei all dem bleibt: Ob Gesellschaften es sich leisten wollen, für diesen beständigen Umbau, und den ihm zugrundeliegenden technologischen Fortschritt, womöglich maximal beschleunigt, Überschüsse zu erarbeiten, und weitere ununterbrochen nötige Anpassungsleistungen zu erbringen. Eine andere Frage ist: Ob sie sich diese Überschüsse angesichts der Schäden an natürlichen Produktions-Voraussetzungen weiter leisten KÖNNEN; und ob eine wirklich ökologische Produktion (die solche Schäden grundsätzlich vermeidet, und die angerichteten soweit möglich rückgängig macht) überhaupt anders als kollektiv geplant (alles hängt dort mit allem zusammen) verlaufen kann.
    Unser Mit-Forent willi übelherr konnte die aufgeworfenen Fragen, ähnlich wie die Vertreter des Marogal Ansatzes, wegwischen, weil er sich von vorneherein, als würde sich das für alle Welt von selbst verstehen, für eine lokal beschränkte und insofern relativ überschaubare Produktions-Einrichtung entschieden hat; die Frage des technologischen Fortschritts oder der überregionalen ökologischen Zusammenhänge, der Bewirtschaftung von geographisch ungleich verteilten Natur- und Produktions-Ressourcen usw hat er ausgeklammert. Es ist aber auf DIESER, der Porduktions-Ebene, wo die für die Wirtschaftsorganisation entscheidenden Vorgaben gemacht werden. Und sobald "Gewinne" und zugehörige Überschüsse zur Verteilung anstehen, ist auch die Frage aufgeworfen: Wer entscheidet, wohin die fliessen? "Sie bleiben im Unternehmen", ist nicht die hochdifferenzierte Antwort, die da benötigt wird. ((Die Ungleichverteilung der PRIVAT-Vermögen (Bruchteil des Gesamtvermögens; vgl. meinen letzten Beitrag zum Thema) ist vor allem auch eine Gefahr für den politischen Prozess in bürgerlichen Demokratien; wie man an den SuperPACs im US Politbetrieb sehen kann. Ansonsten bauen die Reichen heutzutage keine Schlösser mehr wie im Ancien Regime, sondern sind auch nur nominell Halter von winzigen Bruchteilen des produktiven Gesamtreichtums, die wie alle andern im Sinne der Dauer-Produktivitäts-Steigerung des Gesamt-Produktionsapparats investiert werden. Das erzwingt ("klassisches Verständnis von Handel"?) die Konkurrenz, die für diesen und nur diesen Zweck eingerichtet und politisch beaufsichtigt wird.

    Ich sehe also das Problem auf der Ebene der Produktion angesiedelt, und der Grundsatz-Entscheidungen, die dort getroffen werden. Unangenehmerweise ist "die Gesellschaft" zwar hoch-arbeitsteilig organisiert, und alle sind beinah schon weltweit von allen abhängig gemacht. Zur Verständigung über diese Grundsatz-Fragen fehlt es aber am Nötigsten. Und das, neben diesen Grundsatzfragen, ist ein WEITERES Problem.

    PS: Seit 2500 Jahren hat unter Gebildeten im Westen niemand, und schon garnicht die Kirche, eine andre Theorie als die vertreten, dass die Erde eine Kugel ist. Aristoteles streift das Thema in der Physik nur ganz nebenbei, mit der Bemerkung, das könne ja wohl jeder SEHEN, weil bei einer Schiffahrt Richtung Land am Horizont die höchstgelegenen Punkte der Küsten (Bergspitzen uä) immer als erste auftauchen. Eratosthenes hat dann später den Erdumfang mit simplen Methoden erstaunlich genau bestimmt, und Aristarch hat nicht nur das heliozentrische System erwogen, sondern den Abstand Erde-Sonne ebenfalls erstaunlich gut angenähert geschätzt. Bitte, Martin und auch Marcel ("Keule und Steinzeit"): Lasst die Exkurse ins allgemeine Vorurteilswesen beiseite, und bemüht euch lieber um ökonomische Theorie. Um die geht es hier nämlich im Kern.


  • Oder-Neiße-Friedensgrenze

    @HCGuth Da bin ich doch über einen Artikel gestolpert, der von einer Genossenschaft berichtet, die offenbar einiges von dem längst realisiert, was in den Grundsätzen der humanen Unternehmen beschrieben ist:
    Baskische Großgenossenschaft



  • @Haraldu Mondragon hatte ich hier im Thread schon erwähnt, aber die Ziele "humaner Unternehmen" eignen sich angeblich nicht für die Form einer Genossenschaft, auch wenn die betreffende Textstelle, die mir als Begründung geliefert wurde, keine klare Begründung enthält, sehen unsere lieben Marogalier einzig die GmbH als mögliche Rechtsform an.

    Wenn ich das richtig erinnere, ruht ein Teil der französischen Käseproduktion auf Genossenschaftsverbünden von Molkereien und Milchbauern, die sich in den 1930ern entschlossen, keinen Raubbau zu betreiben, indem sie einen ruinösen Preiskampf verhinderten.



  • @Haraldu sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    @HCGuth Da bin ich doch über einen Artikel gestolpert, der von einer Genossenschaft berichtet, die offenbar einiges von dem längst realisiert, was in den Grundsätzen der humanen Unternehmen beschrieben ist:
    Baskische Großgenossenschaft

    Erneut möchte ich betonen, dass der Ansatz von Marogal sich durch eine spezielle Wirtschaftlichkeit auszeichnet. Mit dieser - und nur mit dieser - ist eine zeitnahe und Umsetzung überhaupt möglich. Das ist mit Genossenschaften definitiv nicht möglich. Bitte denkt mal drüber nach: Es ist was ganz anderes ( "Das richtige Wirtschaftssystem - und die Frage nach Wirtschaftlichkeit" s. S. 25 http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/#p=25 )

    Bitte nicht weiter Apfel und Bieren vergleichen. Danke


  • GLOBALER MOD MOD

    Hallo @Marcel-Hammer , ich möchte gerne hier nochmals den Hinweis geben, dass deine Zahl von 85% des Besitzes sich einzig auf PRIVAT-Vermögen bezieht. ((Noch dazu solcher Vermögen, deren Wertsteigerungen in den letzten Jahren sich einer ungreifbaren Anlagenpreis-Inflation verdankt, dh dass ein Grossteil dieser fantastischen Vermögens-Zuwächse fiktiver Art ist, weshalb man fragen kann, wie nachhaltig sie sind). Die meisten Vermögenwerte (fiktiv oder real) sind aber in der Hand von Betrieben und Staaten. Die Frage, inwieweit Aktien-Gesellschaften ihren Aktionären "gehören", ist relativ akademisch. Da geht es ja vor allem um Eingriffsrechte in die Unternehmensstrategie. Darum geht es eigentlich überhaupt bei der ganzen Vermögens-Verteilungsfrage: Wer bestimmt, wer entscheidet - und welchen Zwängen unterliegt er dabei? Dass ständig Entscheidungen anstehen, hat seine Ursache aber nicht im System der Bewirtschaftung (dir zufolge gibt es da ja derzeit nur EIN Verständnis, nämlich eben das klassische des Handels...): Sondern im gesamt-gesellschaftlichen Konsens hinreichend Vieler: Dass technologisch-industrieller Fortschritt sein soll, und es gilt, IHN zu bewirtschaften. Die Entscheidung für eine privatwirtschaftliche (und dann mehr oder weniger vom Staat, nach bestimmten (zB neoliberalen) Prinzipien überwachte) Bewirtschaftungsform ist demgegenüber sekundär, man kann ja "rein theoretisch" auch mal eine staatssozialistische erwägen (um sie zu verwerfen, aber immerhin).

    Mir fällt auf, dass bei Marogal von diesem Gegenstand des Bewirtschaftens, dem technischen Fortschritt, nie die Rede ist. Welche Konsequenzen hat es eurer Meinung, wenn man beständig Überschüsse erwirtschaften will, die schnell in die am meisten Produktivitäts-steigernden Neu-Entwicklungen fliessen sollen? Vor allem: Welche Konsequenzen hätte es, wenn man dies (oder die gegenwärtige Bewirtschaftungsform dieses Vorgangs) unterbindet? Welche Herausforderungen entstehen dann? Ich meine, dass die Debatte DARÜBER geführt werden muss, jedenfalls die Frage der beständigen technischen Umwälzung von Produktionsweisen nicht ausgeklammert werden sollte. Könntest du dazu mal was sagen?



  • "Die Kunst sich auf Neues einlassen zu können setzt voraus, zur eigenen Betrachtung eine gewisse Distanz aufbauen zu können."

    Zwischenstand - Der Blog ist nunmehr fast einen Monat alt und hat sich seitdem entsprechend entwickelt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen mich zu bedanken. Meine Gedanken:

    -Menschen haben unterschiedliche Ansichten, die nebeneinander Bestand haben. Das ist gut und soll so sein. Kein Problem, mitunter ist keine weitere Diskussion erforderlich (@HCGuth)

    -Große Anteile der Diskussion bezogen sich auf den Verlauf in der Zukunft, bewegten sich Bereich des Spekulativen. Freilich ist es notwendig und gut über Zukunft nachzudenken. Dann sollten wir uns aber auch darüber bewusst sein, dass es sich hierbei um Neuerungen handelt. Von Eindeutigkeit und Gewissheit sollte Abstand genommen werden.

    -Betrachten wir das Wesentliche des Ansatzes, dann handelt es sich letztlich um die Korrektur eines grundlegenden Fehlers im Verständnis von Unternehmen allgemein: Niemand wird die gemeinsam erarbeiteten Gewinne einziehen. Mehr nicht! Ein Großteil der herangetragenen Fragen und Kritik stellt sich bei jeder Unternehmensgründung. Bitte überlegt mal: Eine positive Neuerung in Unternehmen wird diskutiert und viele hier rufen „Nein!“ - „Nein! Das kann nichts werden“ - Auf was Antwortet ihr da – wohl kaum auf den Vorschlag einer Neuerung?

    -Macht es also Sinn, über so und primär über Folgen zu diskutieren? Mit derart negativen Einschätzungen würde niemand überhaupt ein Unternehmen gründen.

    Nach dem ersten Monat würde ich von einem ersten, emotionalen Aufeinanderprallen sprechen wollen. Jetzt könnte langsam der Ansatz von Marogal aufgegriffen werden und über die Umsetzung, wie einst im alten Forum, gesprochen werden. Eine Einladung zum Weiterdenken. Freilich erst einmal sich mit dem Ansatz auseinandersetzen und dann weiterdenken. Wichtig: Es handelt sich nicht um eine Theorie, sondern um ganzheitliche Betrachtungen. Ein grundlegender Fehler im System oder eben Systemfehler wird erkannt, benannt und behandelt. Da ließe sich einiges rein dichten, muss aber bitte nicht.

    Wenn also etwas Neues ins Leben gerufen werden soll, dann erfordert das von Menschen , dass sie sich einlassen. Also z.B. mal ein paar Zeilen aufgreifen. Warum nicht auch mal einen Gedanken weiterverfolgen und jenseits des altbekannten Wissens weiterdenken, z.B.:

    • Bis dato werden all unsere Ideen als Geschäftsideen verheizt und vermarktet. Können wir da weiter zusehen?

    • Was bringt unser Engagement überhaupt? Marogal fragt kritisch nach Reichweiten von Ansätzen.

    • Eine Welt ohne Gewinnmaximierung - wie könnten eine „Utopie“ aussehen?

    • Wie könnte Zusammenarbeit von Humanen Unternehmen laufen und diese in einem Markt aufblühen?

    • Wie werden Menschen reagieren, wenn sie erstmals von Gewinnen profitieren und den "Aufsteher" in den Händen halten?

    • Wir sind mehr, warum reden wir dann immer wieder über etwas ("Machen Politik") und fangen nicht konkrete ein?

    • Mensch / Unternehmen / Umwelt: Wie sehen Unternehmen in der Zukunft aus?

    • Steuern, Wunsch nach Umverteilung usw. bringen nicht wirklich etwas. Zulauf zu Linken und zu Aufstehen nimmt ab: Fehlt immer schon der Weg? Warum nicht auch mal überpolitisch denken?

    • Unsere Demokratie kann und wird schutzlos unterwandert. Was kann gegen externe Bedrohung der Gesellschaft gemacht werden?

    • Selbstkritisch: Nach 68 wurde die Welt immer mehr politisiert. Linke Ansätze hatten nicht die entsprechenden Reichweiten. Macht es Sinn, immer wieder das gleiche zu machen, wenn es nicht ausreicht? Ging etwas durch die Politisierung der Welt verloren, muss politisches Engagement ergänzt werden?

    • Brauchen wir ein „Up-date“, neue kritische Betrachtungen, die über den politischen Tellerrand hinausgehen? [vgl. alternative Medien; Systemanalyse, Medienkritik, Machteliten]. Achtung: Bitte nicht in Analysen und Kritik verlieren. Diese sind lediglich Mittel zum Zweck, damit grundlegende Probleme gelöst werden. Marogal ist überpolitisch.

    • Marogal und andere Gedanken / Ansätze lassen sich verbinden und sinnvoll ergänzen (z.B. statt „Politische Bildung“ über den politischen Tellerrand hinaus den Menschen mit Leib und Seele ansprechen „Auseinandersetzung mit grundlegenden Zusammenhängen“) und dann gemeinsam wirken?

    • Aus Fehlern lernen: Aufstehen fehlte womöglich der Weg .. Marogal ist ein Weg https://www.marogal.de/der-gesamte-text/ usw.


  • GLOBALER MOD MOD

    @Marcel-Hammer Jetzt bin ich aber schon ein bisschen enttäuscht. Ich hatte doch garkeine Ansicht geäussert - bloss eine Frage gestellt. Eine freilich, die, wie mir scheint, ziemlich zentral ist. Kann man die Frage, wie der rasante technische Fortschritt (alternativ) zu bewirtschaften wäre (die Richtung der Investitionen in Forschung, Entwicklung, "Markteinführung"), so einfach vernachlässigen?


  • Oder-Neiße-Friedensgrenze

    @Marcel-Hammer sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    Bis dato werden all unsere Ideen als Geschäftsideen verheizt und vermarktet. Können wir da weiter zusehen?

    Beim Verheizen (=nicht in gesamtgesellschaftlichen Interesse liegende Investitionen) nicht. Zum Vermarkten sehe ich keine Alternative im Rahmen einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

    Was bringt unser Engagement überhaupt? Marogal fragt kritisch nach Reichweiten von Ansätzen.

    Politisches Engagement ist unverzichtbar, natürlich mit möglichst großer Reichweite und zwar sowohl unter Nutzung der (beschränkten) Möglichkeiten, die die bürgerliche parlamentarische Demokratie bietet als auch darüber hinaus.
    Grundsätzliche neue wirtschaftliche Konzepte werden notwendig sein und sollten in jeder Form erprobt werden.

    Eine Welt ohne Gewinnmaximierung - wie könnten eine „Utopie“ aussehen?

    Der Antrieb zur Gewinnmaximierung bei jeder Produktion speist sich zum einen aus subjektiver Gier und zum anderen aus dem objektiven Zwang, auf dem kapitalistischen Markt konkurrieren zu müssen. Während das Erstere durch geeignete Maßnahmen (z.B. Unternehmenssatzung in Verbindung mit 100prozentiger Transparenz) beherrschbar ist, ist das Zweite nur über einen regulierten Markt erreichbar, dessen Mechanismen leider noch nicht erfunden sind. Der sogenannte sozialistische Wettbewerb hat sich leider nicht bewährt.

    Wie könnte Zusammenarbeit von Humanen Unternehmen laufen und diese in einem Markt aufblühen?

    Zunächst mal sicher auf Basis ganz normaler wirtschaftlicher Verträge.

    Wie werden Menschen reagieren, wenn sie erstmals von Gewinnen profitieren und den "Aufsteher" in den Händen halten?

    Was ist der "Aufsteher"? Je direkter für einen arbeitenden Menschen ihm dessen erarbeitete Gewinne zu Gute kommen, umso mehr steigert das die Motivation. Das kann man bei Selbständigen beobachten und das konnte man auch bei überschaubaren sozialistischen Genossenschaften beobachten, die ihre Gewinne direkt in der Gemeinde einsetzen konnten.

    Wir sind mehr, warum reden wir dann immer wieder über etwas ("Machen Politik") und fangen nicht konkret an?

    (Ich habe da mal korrigiert, da ich einen Schreibfehler vermute)
    Die abhängig Beschäftigten sind zwar mehr aber in ihrer Mehrzahl nicht risikofreudig.
    Es gibt aber auch Ansätze, die zunächst scheinbar gar nicht im produktiven Bereich angesiedelt sind, z.B. https://www.wohnstrategen.de

    Mensch / Unternehmen / Umwelt: Wie sehen Unternehmen in der Zukunft aus?

    Das ist ein großes Thema für sich.

    Steuern, Wunsch nach Umverteilung usw. bringen nicht wirklich etwas. Zulauf zu Linken und zu Aufstehen nimmt ab: Fehlt immer schon der Weg? Warum nicht auch mal überpolitisch denken?

    Steuern und Umverteilung werden immer erforderlich bleiben, da man das Gemeinwesen nicht ausschließlich um die produktive Einheit herum organisieren kann.

    Unsere Demokratie kann und wird schutzlos unterwandert. Was kann gegen externe Bedrohung der Gesellschaft gemacht werden?

    Demokratie lebt von Beteiligung. Je weniger sich beteiligen, desto leichter fällt die Unterwanderung. Je mehr sie unterwandert wird, um so weniger wird man sich beteiligen. Es müssten also nichtfinanzielle Anreize für die Beteiligung geschaffen werden.

    Selbstkritisch: Nach 68 wurde die Welt immer mehr politisiert. Linke Ansätze hatten nicht die entsprechenden Reichweiten. Macht es Sinn, immer wieder das gleiche zu machen, wenn es nicht ausreicht? Ging etwas durch die Politisierung der Welt verloren, muss politisches Engagement ergänzt werden?

    Ohne Politisierung hätten wir heute vermutlich wieder die Zustände des Kaiserreichs oder schlimmer. Politik muss aber auch die Betrachtung "grundlegender Zusammenhänge" mit einschließen. Es muss also immer auch über Systemgrenzen hinausgedacht werden.

    Bis hierher erstmal meine Antworten auf den Fragenkatalog. Ein andermal vielleicht auch noch den Rest.



  • @HCGuth sagte in Darstellung und Gründung von Humanen Unternehmen:

    @Marcel-Hammer Jetzt bin ich aber schon ein bisschen enttäuscht. Ich hatte doch garkeine Ansicht geäussert - bloss eine Frage gestellt. Eine freilich, die, wie mir scheint, ziemlich zentral ist. Kann man die Frage, wie der rasante technische Fortschritt (alternativ) zu bewirtschaften wäre (die Richtung der Investitionen in Forschung, Entwicklung, "Markteinführung"), so einfach vernachlässigen?

    Dann bitte ich um Entschuldigung. Ich bin - und unterschiedliche Ansichten sind ja nicht "schlimm", sondern können sogar hilfreich sein und sind erwünscht - nicht der Ansicht, dass die Frage nach einem rasanten Fortschritt vernachlässigt wird. Mir erschließt sich nicht - was freilich an mir liegen kann - was das speziell mit Humanen Unternehmen zu tun hat und warum das hier relevant sein sollte? Bitte hilf mir. Rasanter technischer Fortschritt betrifft doch wohl (?) alle Unternehmen. Darüber kann freilich gesprochen werden. Ich habe mich aber nicht geäußert, weil es für mich relevantere Fragen gibt, über die ich reden möchte. Ich habe es vielleicht unzureichend aufgegriffen. Mein Vorschlag: Lasst uns über Neuerungen innerhalb des Unternehmens sprechen. Da öffnen sich gigantische Möglichkeiten auf jeglichen Ebenen. Okay, wir müssen kreativ werden, weil es eben das noch (!) nicht gibt und wir nicht irgendwo nachlesen können: Ein Unternehmen der Zukunft, ohne Kluft zwischen oben und unten, Qualität statt Quantität, keine Angestellten, dafür alles Mitarbeiter, gänzliches neues Arbeitsklima, da Menschen als Menschen verstanden und nicht verheizt werden...

    Hinweis: Wenn ich mal nicht direkt antworte, liegt das womöglich daran, dass ich in meinem Alltag ebenfalls eingebunden bin. Vielen Dank @Haraldu für deine schönen Zeilen. Ich antworte mal noch nicht, weil vielleicht andere etwas dazu sagen wollen. Würde mich freuen.


  • GLOBALER MOD MOD

    Lieber @Marcel-Hammer , natürlich kannst du dir Zeit lassen. es war auch eher inhaltlich gemeint: weil du den Einwand in deinem Resumee nicht berücksichtigt hattest. Ich meinerseits bin vllt manchmal nicht so verständlich wie ich sein sollte, weil ich mich sehr kurz fasse.
    Der Zusammenhang mit dem Thema Gewinn-Entnahme ist der, dass eine Re-Investition in einen existierenden Betrieb oder die Bindung von solchen Investitionen an diesen Betrieb eigentlich von Markt-Situatione abhängt - genau solche versucht eine verantwortungsvolle Betriebsführung ja vorweg zu nehmen, und da ist nun mal bisweilen Diversifizierung, Neu-Investition anderswo erforderlich, - so wie Martin das neulich vorgesehen hatte zum Zweck des Aufbaus eines Human-Sektors der Gesamtwirtschaft. Gibt es keine sinnvollen Investitionen im Betrieb selbst, müssten die Gewinne dann wohl irgendwie verschenkt werden.
    Tendenziell sind viele innovative Entwicklungen verbunden mit befristeten oder auch unbefristeten Vermögensanlagen, und in die gehen "entnommene" Gewinne ziemlich vorrangig ein. Das heisst: Der Fortschritt wird wesentlich durch Anlage "entnommener" Gewinne finanziert (ausserdem durch befristete Fonds aller Art, die der befristeten Wertspeicherung=Sparen dienen). Ein "humaner Wirtschaftssektor" müsste diese Verwendung seiner Gewinne vermutlich im Verbund aller Unternehmen planen. Was dann bereits sehr sozialistisch wäre, und die Frage nach der Konsensfiondng und Möglichkeit derkollektiven Verwaltung eines solchen Investitionsfonds aufwirft.
    Ist der von mir behauptete Zusammenhang zwischen Gewinnentnahme und Finanzierung von Forschung Entwicklug Markteinführung nun etwas deutlicher geworden?



  • Hallo zusammen, hallo @HCGuth, ich werde im Folgenden den Umgang mit Gewinne skizzieren, als Ausgangssituation zur Diskussion und Grundlage für Nachfragen:

    Was versteht man allgemein unter Gewinnen?
    Allgemein - also auch in herkömmlichen Unternehmen - wird unter Gewinnen jener Teil verstanden, der unter dem Strich übrig bleibt. Also jene Beträge, die nach Abzügen von Gehältern, Ausgaben für Neuerungen usw. übrig bleiben. Beispielsweise wird in einer Aktien Gemeinschaft (AG) ein Teil der Gewinne als sogenannte Dividende abgezogen. Allgemein bleibt folglich ein Teil im Unternehmen, die Gewinne, über die Unternehmen verfügen. Der marogalische Ansatz bezeichnet jene Gewinne als Gewinne, die wir alle gemeinsam erarbeitet haben. Neben Dividende fließen diese Gelder u.a. in Neuerungen und Vergrößerung des Unternehmens investiert.

    Der ausgezeichnete Umgang mit Gewinnen in einem Humanen Unternehmen
    Auch wenn dies der große Unterschied im Vergleich zu herkömmlichen Unternehmen ist, bleiben ansonsten die grundlegenden Abläufe in dem Humanen Unternehmen gleich. Konkret heißt das, dass auch hier Gewinne ermittelt werden. Diese werden also Gewinne nicht an Unternehmer und Aktionäre ausgezahlt. Folglich bleibt mehr Geld im Unternehmen und steht zur freien Verfügung, ohne das Wirtschaftlichkeit oder überhaupt etwas beeinträchtigt wird. Dann wird jener Teil der Gewinne, der in der Satzung festgeschrieben wurde (s.https://www.marogal.de/teil-4-1/keine-halben-sachen-die-neuen-grundlagen-werden-in-der-satzung-verankert/), vielleicht 5-15 % der Gewinne entsprechend investiert. D.h. dass das Unternehmen bereits bei der Gründung festgelegt hat, "wohin" dieser Anteil der Gewinne investiert wird. Wer bei dem Unternehmen arbeitet weiß das und identifiziert sich im Idealfall damit. Meist fließt dieser Anteil (5-15%) in Soziale Projekte und in die Förderung neuer Humaner Unternehmen (s.S.11 darstellungskasten http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/#p=11) und s. Absatz: "Säule: Anlegen der Gewinne" https://www.marogal.de/teil-6-1/drei-säulen/). Der Rest der Gewinne, der größte Teil, als 95-85% der Gewinne bleibt im Unternehmen. Von diesem Teil wird Wirtschaftlichkeit, das Arbeitsklima verbessert, die außergewöhnliche Gestaltung des Humanen Unternehmens weiter vorangetrieben, vielleicht neue Modelle für Alleinerziehende und beeinträchtigte MitarbeiterInnen umgesetzt usw. Damit sich niemand doch fälschlich an den Geldern vergreifen kann, ist in der Satzung eine "Allgemeine Transparenz" verankert die bewirkt, dass jeglicher Kapitalfluss offen gelegt wird. Humane Unternehmen haben nichts zu verbergen.

    Auf den Punkt gebracht: Durch den Nicht-Abzug der Gewinne verfügt das Humane Unternehmen über mehr Kapital, nämlich diese Gelder. Das ist ein großer Vorteil von Humanen Unternehmen, über den hier bitte diskutiert werden sollte (Alles andere sind nicht haltbare Gedanken/Sorgen, die womöglich aufgetaucht sind, da Humane Unternehmen unzureichend dargestellt und verstanden wurden. Dies sollten bitte all jene überdenken, wenn sie gegen die Umsetzung von Humanen Unternehmen argumentieren) :

    Übrgens ist dies, also der Nicht-Abzug von Gewinnen -neben einhergehenden Einführung von Minimallöhnen und Maximallöhnen und der allgemeinen Transparenz in der Satzung, die stets einsehbar ist - der Hauptunterschied zu herkömmlichen Unternehmen. Dass Gewinne nicht von Unternehmer abgezogen werden und nicht als Dividende ausgezahlt werden, ändert nichts an der Handlungsfähigkeit des Humanen Unternehmens. Ganz im Gegenteil: Statt diese Gelder abzuziehen, wird sogar mehr in Wirtschaftlichkeit investiert. Humane Unternehmen sind auch aus diesem Grund konkurrenzfähiger als herkömmliche Unternehmen (s.S. 25 in http://online.fliphtml5.com/djgvf/fxci/#p=24.

    Das also allgemeine (!) Probleme erkannt werden, die mit der Gründung eines Unternehmens einhergehen, ist wichtig. Werden allerdings allein diese allgemeinen Probleme herangeführt und wird davon abgeleitet, dass deswegen die Gründung und Entfaltung von Humanen Unternehmen nicht möglich sei, dann wird letztlich die Gründung von Unternehmen allgemein in Frage gestellt. Und das obwohl täglich erfolgreich Unternehmen gegründet werden. Oben wurden Vorzüge von Humanen Unternehmen herausgearbeitet, die zugleich mit keinen Nachteilen einhergehen. Über eine Diskussion dazu - über die Vorzüge und Möglichkeiten von Humanen Unternehmen - würde ich mich freuen. Danke.



  • Hallo Leute,
    bei der umfangreichen Textwüste sehe ich mich nicht wirklich in der Lage, das alles nachzulesen und im Detail nachzuvollziehen.

    Ich habe den Eindruck, dass hier wieder einmal - wie in der Politik üblich - viel philosophiert wird, aber nichts in Richtung auf eine konkrete Umsetzung getan wird.

    Ich befasse mich seit 20 Jahren damit, ähnliche Konzepte in der Praxis zu etablieren und bin daran bereits viele Male gescheitert.

    Beim letzten Mal vor 2 1/4 Jahren wurde mir dann "vom Universum" sehr klar gemacht, warum das immer wieder scheitert.

    Es liegt daran, dass ca. 95% der Menschheit noch das Bewusstsein für gemeinschaftliches Denken und Handeln fehlt.
    Solange sich das nicht ändert, kann man noch so viel theoretisieren wie man will - es wird sich mit diesen Menschen nicht umsetzen lassen - zumindest nicht in der Startphase.

    Ich bin inzwischen dabei, so ein "humanistisches" Unternehmen, wie ihr es nennt in die praktische Umsetzung zu bringen. Zumindest denke ich nach dem Überfliegen des Beitragsstrangs, dass wir von dem gleichen reden.

    Ich habe dafür auch schon zwei Jahre nach der geeigneten Unternehmensform und dem geeigneten Ort als Firmensitz gesucht und hatte lange gedacht, ich müsse das außerhalb von Deutschland und Europa realisieren, weil es dort wegen der Unfreiheit, dem hohen Einfluss der Konzerne und der Bürokratie nicht funktionieren kann.

    Deshalb hatte ich lange Paraguay als den Ort der Gründung vorgesehen, bin mir in den letzten Monaten aber dann sehr klar geworden, dass das der falsche Ort ist - und dass man genau in der "Höhle des Löwen" ansetzen muss.

    Ich bereite daher jetzt die Gründung einer europäischen Genossenschaft, der "Solidara.net SCE mbH", mit Firmensitz voraussichtlich in Hamburg vor.

    Das Konzept dazu könnt ihr auch zusammengefasst auf 4 Seiten seit gestern auf https://solidara.eu/über-die-genossenschaft herunterladen.

    ich würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere von euch mal damit auseinandersetzt und mir ggf. auch Feedback dazu gibt.

    Noch mehr freue ich mich natürlich über jeden, der nicht nur weiter theoretisieren will, sondern mithilft, die Genossenschaft zum Juli 2020 wirklich zu gründen. Ich denke, dann als Genossenschaftsmitglied macht es viel mehr Sinn, weiter darüber zu reden und das endgültige Konzept im Konsens abzustimmen.

    Die Technik für das Systemische Konsensieren kann ich jederzeit bereit stellen, wie viele hier ja schon wissen.


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