gerechtfertigte Lohnunterschiede


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    ich würde im Gesetz verankern,
    daß der Lohnunterschied in einem Unternehmen
    nicht den Faktor 10 überschreiten darf

    wenn also der Manager 100000 Euro im Monat bekommt,
    müsste der am schlechtesten bezahlte Mitarbeiter (bei gleicher Arbeitszeit) 10000 Euro im Monat bekommen
    (der Staat würde automatisch alles Einkommen oberhalb dieses erlaubten Faktors einkassieren)

    ich gestehe den Vielverdienern zu, daß sie fleißiger, glücklicher, brillanter, risikobereiter ... sind/waren
    und bin keineswegs neidisch

    ich möchte jedoch eine Klassengesellschaft bzw. ein Kastensystem verhindern

    dieser erlaubte Faktor wäre zudem ein wirksamer Wahlkampf-slogan,
    den die Bevölkerung gut heißen würde
    und der die CDU, die FDP und die GRÜNEN in der Wählergunst abstürzen liesse


  • ADMIN

    Dann eröffnet man einfach ein neues Unternehmen wo nur Manager drinne sind usw. Kann man sehr leicht umgehen.


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    @Tom sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    Dann eröffnet man einfach ein neues Unternehmen wo nur Manager drinne sind usw. Kann man sehr leicht umgehen.

    ich glaube nicht, daß das juristisch geht,
    denn
    irgendjemand muss ja die Verträge, die das Untermehmen abschließt,
    unterschreiben
    irgendjemand muss die Änderungen am Produkt oder in der Produktionsweise absegnen

    eine externe Firma ist nur als Beraterfirma möglich
    und gegen diese wird sich bald Widerstand regen

    'wozu eine externe Firma?', wird sich das Unternehmen fragen,
    'wenn man es selber hinbekommt'

    wie wollte diese externe Firma juristisch ihr Recht geltend machen,
    wenn das Unternehmen eigene Wege geht?

    spätestens dann würde das Konstrukt doch auffliegen



  • Ich glaube Tom hat recht. Die Manger sitzen dann mit Millionengehältern in den Holdinggesellschaften und stellen sich gleichzeitig mit kleinen Löhnen in der Tochtergesellschaft ein. So wahrt jede Gesellschaft das Gesetz. Die Politiker und viele kleine Angestellte haben doch auch mehrere Einkunftsquellen.
    Alles legal.


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    ich glaube nicht, daß Ihr Recht habt,
    denn im Betriebsverfassungsgesetz §1 steht etwas anderes

    Ein gemeinsamer Betrieb mehrerer Unternehmen wird vermutet, wenn

    1. zur Verfolgung arbeitstechnischer Zwecke die Betriebsmittel sowie die Arbeitnehmer von den Unternehmen gemeinsam eingesetzt werden oder
    2. die Spaltung eines Unternehmens zur Folge hat, dass von einem Betrieb ein oder mehrere Betriebsteile einem an der Spaltung beteiligten anderen Unternehmen zugeordnet werden, ohne dass sich dabei die Organisation des betroffenen Betriebs wesentlich ändert.

    auch dieser Ansatz müsste Eurer Meinung nach zum Scheiteren verurteilt sein



  • @scilla Zu 1. Da heißt es die Betriebsmittel sowie die Arbeitnehmer gemeinsam eingesetzt, sowie bedeutet und auch. Da die Betriebsmittel nicht gemeinsam sind weil die Holding keine hat ist der Punkt irrelevant. Zu 2. Es wird kein Unternehmen gespalten sondern ein neues aufgemacht. Egal wie unsinnig das ist siehe Apple. Das ist in Deutschland eine ganz arme Firma weil sie so hohe Lizenzgebühren nach Holland überweisen muss. Die Firmen die Managern Milliionengehälter zahlen sind alles internationale Konzerne. Das von Dir gewünschte Gesetz wäre nicht durchsetzbar. Eine Lohnobergrenze ist nicht durchsetzbar.

    Und überlege Dir die Konsequenzen für den Bayern München. Die würden sofort 5 Klassen absteigen weil sie den Profis fast nichts mehr zahlen dürften und diese abwandern. Oder die Putzfrauen müssten beim FCB so um die 200000 Euro verdienen.
    Nur ein Scherz, die würden natürlich auch alle einfachen Tätigkeiten an Tochterfirmen auslagern. Ist ja auch ein anderes Geschäftsfeld.


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    @Kurt
    ich sehe keinen inhaltlichen Widerspruch zu meinem Vorschlag

    a) der deutsche Apfelzweig dürfte dennoch einen Betriebsrat haben, wenn nicht, liesse es sich einklagen
    b) die Amateur- und Profiabteilungen im Fußball sollten sich sowieso trennen
    (allein schon der Polizeieinsätze wegen)

    eine entsprechende Formulierung für die Steuererhebung sähe so aus

    §1 es wird angenommen

    1. daß ein Unternehmen, welches eine Niederlassung hat, an diesem Standort auch Geld erwirtschaftet
    2. daß unternehmensinterne Geldflüsse die jeweilige Wirtschaftsleistung verschleiern wollen, aber nicht dürfen


  • Alle angesprochenen Probleme ließen sich juristisch lösen. Ich bin für eine Begrenzung der Managergehälter, auch für eine Begrenzung für Profifussballer.


  • Gesperrt

    @Frieden

    Dein Ansatz begrenzt nur nach oben, bringt unten aber nichts
    mein Ansatz begrenzt nach unten und nach oben

    Dein Ansatz lässt sich leichter überprüfen,
    weil keine Rechnerei nötig ist
    weil keine Überprüfung des tatsächlichen Unternehmensaufbaues notwendig ist

    mein Ansatz passt sich besser an das gängige Lohnniveau in der jeweiligen Branche an
    und schließt eher die Schere innerhalb dieser Branche



  • @scilla Es gilt für die Wirtschaft nicht bloß dein Betriebsverfassungsgesetz weil die international agieren. Ich sage es jetzt deutlich. Sorry, deine These ist naiv..



  • @Frieden Wenn sich alle Regierungen der Welt einig sind kann das funktionieren. Das wird wohl nicht klappen. Die Mindestlöhne können für Deutschland bestimmt werden. Der Rest ist Tarifökonomie. Der DDR Sozialimus und die Planwirtschaft sind zurecht untergegangen.


  • Gesperrt

    @Kurt

    der Mindestlohn ist für bestimmte Branchen viel zu hoch,
    für andere (Automobilbau) viel zu niedrig

    der Staat sollte besser denjenigen Branchen,
    die ein geringes Lohnniveau haben,
    gezielt helfen,
    denn über die Notwendigkeit von Friseuren, Masseuren, Schustern, Schneidern, Köchen ...
    sagt das dortige Lohnniveau wenig aus

    um aber das Lohnniveau richtig erkennen zu können,
    braucht man die Lohnspanne,
    sonst sind die Arbeiter arm und der Manager reich



  • @scilla Ich habe ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Wir sind hier nicht bei WÜNSCH DIR WAS, wir sind hier bei SO ISSES".

    Warum soll der Mindestlohn für bestimmte Branchen zu hoch sein? Wenn für alle Firmen das gleiche gilt ist der Wettbewerb ausgeglichen. Im Zuge der Automatisierung sind die Lohnstückkosten sowieso nicht mehr so gewichtig in der Kostenkalkulation wie früher. Obwohl Deutschland den bis jetzt zu geringen Mindestlohn eingeführt hat, ist die Wirtschaft sensationell weiter gewachsen.

    Bei Friseuren, Köchen, Masseuren usw. sind die Lohnkosten kalkulatorisch fast wie ein durchlaufender Posten. Das bedeutet diese Dienstleistungen werden zwar etwas teurer, was sich aber jeder leisten kann. Diese Berufe können auch nicht ins Ausland verlagert werden.

    Ein höherer Mindestlohn bietet einen Anreiz zur Arbeit, stärkt die Rentenversicherung, beugt Altersarmut vor usw. Deine Alternative mehr staatliche Hilfe hat überhaupt keinen Vorteil für die Gesellschaft.

    Immer nur nach staatlicher Hilfe schreien ist auch kein Ergebnis von eigenverantwortlicher selbständiger Lebensführung. Das was Du Dir vorstellst klingt nach staatlicher Planwirtschaft.

    In meiner Welt sind die Arbeiter nicht arm sondern höchstens die Menschen, die nicht arbeiten. Gegen reiche Leute habe ich im Allgemeinen nichts. Die gab es und wird es immer geben das ist so sicher wie der Himmel blau ist (wenn die Sonne scheint).

    Es gibt blöde arme Menschen und blöde reiche Menschen genauso wie es nette und soziale Menschen in beiden Bereichen gibt.

    Du kannst ja ruhig bei deiner wenig fundierten Einstellung bleiben, aber wenn deine Argumente nicht realer werden antworte ich nicht mehr.


  • Gesperrt

    @Kurt sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    Du kannst ja ruhig bei deiner wenig fundierten Einstellung bleiben, aber wenn deine Argumente nicht realer werden antworte ich nicht mehr.

    1. Vorschlag
      die Lohnspanne sollte den Faktor 10 nicht überschreiten

    2. Vorschlag
      die Spitzengehälter sollten gedeckelt werden

    3. Vorschlag
      die Löhne sollten den Mindestlohn nicht unterschreiten


  • Gesperrt

    @Kurt sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    Immer nur nach staatlicher Hilfe schreien ist auch kein Ergebnis von eigenverantwortlicher selbständiger Lebensführung. Das was Du Dir vorstellst klingt nach staatlicher Planwirtschaft.

    es ist faktisch so,
    daß in bestimmten Berufsgruppen weniger gezahlt wird,
    ohne daß deshalb die Chefs reicher wären

    diese Berufsgruppen brauchen Hilfe



  • @scilla sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    @Kurt

    der Mindestlohn ist für bestimmte Branchen viel zu hoch,

    Wenn eine Branche wackelt, weil 8.84 Euro Stundenbrutto zu hoch sind, dann stimmt etwas mit dem Geschäftsmodell nicht. Dann muss, sofern die Dienstleistung gewünscht ist, der Endverbraucher mehr zahlen.


  • Gesperrt

    @Ingo sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    @scilla sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    @Kurt

    der Mindestlohn ist für bestimmte Branchen viel zu hoch,

    Wenn eine Branche wackelt, weil 8.84 Euro Stundenbrutto zu hoch sind, dann stimmt etwas mit dem Geschäftsmodell nicht. Dann muss, sofern die Dienstleistung gewünscht ist, der Endverbraucher mehr zahlen.

    ... oder der Dienstleister arbeitet schwarz
    (was man andererseits aber auch als Hilfe des Staates verstehen könnte)

    ...

    was den Mindestlohn zu einer nur mittelmäßigen Lösung macht,
    ist,

    1. daß dadurch die Preise ansteigen, was die Hartz4-Empfänger und die Armen weiter abhängt
    2. daß die erhöhten Löhne und Preise praktisch
      a) den Import von durch Sklavenarbeit entstandenen Billigst-Waren erfordern,
      damit auch die Abgehängten einkaufen können
      b) die Zuwanderung von billigen Arbeitskräften erfordern,
      damit die Schwarzarbeit und die Saisonarbeit florieren

    der Mindestlohn zieht aus obigen Gründen das bedingungslose Grundeinkommen nach sich,
    welches ich ebenfalls nicht für die beste Lösung halte,
    weil es nur einen kleinen Teil der Bevölkerung zu gesellschaftlich nützlichen oder notwendigen Tätigkeiten animieren dürfte

    mein Konzept (in den Parallelthreads erläutert) ist besser

    1. der Niedriglohn korreliert positiv mit der Gier des Unternehmers

    2. die am Kapital ausgerichteten Wirtschaftssektoren garantieren Vollbeschäftigung und eine ausreichend gute Bezahlung

    3. die Arbeitspflicht führt das Recht auf Arbeit ein

    4. die Integration von Randgruppen gelingt leichter, weil jeder etwas geleistet hat



  • @scilla sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    ich würde im Gesetz verankern,
    daß der Lohnunterschied in einem Unternehmen
    nicht den Faktor 10 überschreiten darf

    Fein, hört sich auch gut an, läßt sich in der Praxis leicht umgehen.

    Solch eine ähnliche aber wirksame Begrenzung gab's in der Bundesrepublik bis 1959. Seinerzeit war der Spitzensteuersatz 95% bei 120.000DM oder waren es 125.000?

    Dieses System angepaßt an die Heutige Zeit würde bedeuten 95% bei ca. 700.000 bis 800.000

    Die habgierigen Spitzenfußballer und ihre Vereine würden allerdings Krokodilstränen weinen :-).


  • Gesperrt

    @Wittenzwerg sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    Solch eine ähnliche aber wirksame Begrenzung gab’s in der Bundesrepublik bis 1959. Seinerzeit war der Spitzensteuersatz 95% bei 120.000DM oder waren es 125.000?

    I. der Spitzensteuersatz ist eine andere Baustelle
    (im Parallelthread)

    95 Prozent Abzug auf 100000 Mark würde ein Nettoeinkommen von 5000 Mark bedeuten
    falls jemand, der 20000 Mark versteuern muss, nur 50 Prozent Abzug hätte,
    würde dieser 10000 behalten,
    also doppelt so viel, wie derjenige, der fünfmal so viel verdient hat

    das wäre kein gutes Steuersystem

    II. Du kennst meine 10 Thesen,
    bist davon aber nicht begeistert (daher Dein Wittenzwerg)?

    https://aufstehen-forum.de/topic/256/10-punkte-parteiprogramm



  • @Kurt sagte in gerechtfertigte Lohnunterschiede:

    Das von Dir gewünschte Gesetz wäre nicht durchsetzbar. Eine Lohnobergrenze ist nicht durchsetzbar.

    Durch den entsprechenden Steuersatz könnte man das schon hinkriegen.
    Dann zahlt der Manager eben 99% Steuern! 😇


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