Die Zukunft des Internets - Zeit aufzustehen



  • Die Zukunft des Internets - Zeit aufzustehen

    Seit einiger Zeit schwebt in der EU die Reform des Urheberrechts durch die Flure der Bürokratie. Angestoßen hauptsächlich von Axel Voss (CDU) wird hier gerade unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt zugunsten der deutschen Verlage. Hauptsächlich ist hier wohl der Springer-Verlag zu nennen, der hier über Voss das deutsche Rohrkrepierer-Leistungsschutzgesetz (Lex Google) versucht in die EU zu drücken.

    Dazu kommt, das zukünftig alle Anbieter im Netz Upload-Filter einführen müssen.

    Obwohl massiver Protest europaweit herrscht, trotz des nachweislich fehlgeschlagenen Gesetzes in Deutschland, trotz des ofensichtlichen Einfluß der Verlage und obwohl im Kooalitionsvertrag drin steht das man dem gesetz nicht zustimmen werden, wurde gestern nach einem faulen Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich das ganze nochmals verschärft und die Zustimmung quasi beschlossen.

    Wer davon noch nichts gehört hat findet erste Informationen im Zeit Artikel unter:

    https://www.zeit.de/digital/internet/2019-02/urheberrecht-leistungsschutzrecht-reform-eu-uploadfilter

    Ein Video fasst es ganz nett zusammen, ist aber leider nicht mehr auf dem aktuellen Stand

    https://www.youtube.com/watch?v=SpUoLn0k5v4

    Eine tolle Zusammenfassung, auch was man jetzt noch machen kann, liefert uns Julia Reda

    Gestern Abend wurden die Verhandlungen zwischen dem Europaparlament und dem Rat abgeschlossen: Es gibt nun einen endgültigen Text für die EU-Urheberrechtsreform.

    https://juliareda.eu/2019/02/artikel-13-endgueltig/

    Zwei Jahre lang haben wir über verschiedene Varianten der kontroversen Artikel 11 und 13 diskutiert. Alle Unklarheiten sind jetzt aus dem Weg geräumt: Dieses Gesetz wird das Internet, wie wir es kennen, grundlegend verändern – wenn es denn in der finalen Abstimmung angenommen wird. Das können wir aber immer noch verhindern!Die Geschichte dieses Gesetzes ist eine einzige Blamage. Von Anfang an war die Intention hinter den Artikeln 11 und 13 nicht, klar definierte Probleme im Urheberrecht mit sorgfältig abgewogenen Maßnahmen zu lösen – sondern, die Taschen von lobbystarken Branchen zu füllen, egal mit welchen Nebenwirkungen.

    Während des gesamten Prozesses wurden die Bedenken von unabhängigen Expertinnen, Menschenrechts-NGOs, unabhängigen Verlagen, Startups und vielen anderen ignoriert. Über nicht genehme wissenschaftliche Fakten wurde Verwirrung gestiftet. Der Parlamentsverhandler Axel Voss diffamierte den rekordverdächtigen Protest von Millionen Internetnutzerinnen als „auf Lügen aufgebaut“.

    Wir müssen uns dringend dagegen wehren, sonst wird das freie Internet in Europa bald Geschichte sein.

    Wir können das Gesetz noch aufhalten!

    Unsere beste Chance, Artikel 13 zu stoppen: Die baldige Abstimmung im Parlament.

    Unsere beste Chance: Die endgültige Abstimmung im Plenum des Europaparlaments, bei der alle 751 Abgeordneten, die direkt gewählt wurden um unsere Interessen zu vertreten, eine Stimme haben. Das wird an einem der folgenden Tage stattfinden: 25.–28. März, 4. April oder 15.–18. April. Wir haben bereits letzten Juli unter Beweis gestellt, dass eine Parlamentsmehrheit gegen ein schlechtes Urheberrechtsgesetz machbar ist.

    Das Plenum kann das Gesetz in die Tonne treten – oder nochmals Änderungen vorschlagen, wie etwa die Entfernung der Artikel 11 und 13. Sollten die Abgeordneten letzteres tun, darf der Rat entscheiden: Entweder gibt er den Änderungen seinen Segen und lässt das Gesetz ohne diese Artikel in Kraft treten, oder er legt das Projekt bis nach der Europawahl im Mai auf Eis. Die Zukunft ist dann sehr ungewiss, denn die Wahlen werden alle Karten neu mischen.

    hier kommst du ins Spiel
    Die endgültige Abstimmung im Parlament findet nur wenige Wochen vor der Europawahl statt. Die meisten Abgeordneten – und jedenfalls sämtliche Parteien – würden gerne wiedergewählt werden. Die Artikel 11 und 13 werden dann fallen, wenn genug Wähler*innen sie zum Wahlkampfthema machen (So stimmst du bei der Europawahl mit).

    Es liegt nun an dir, deinen Abgeordneten klarzumachen: Ob sie den Artikeln 11 und 13 zustimmen und damit das Internet kaputtmachen ist für dich wahlentscheidend. Sei beharrlich – aber bleibe bitte immer höflich.

    Sieh dir das bisherige Abstimmungsverhalten deiner Abgeordneten zum Thema auf SaveYourInternet.eu an

    Ruf an oder besuche deine Abgeordneten in ihren Büros in Brüssel, Straßburg oder im Wahlkreis http://www.europarl.europa.eu/meps/de/home

    Besuche Wahl- und Parteiveranstaltungen und bring das Thema dort zur Sprache

    Unterzeichne die rekordverdächtige Petition und erzähl anderen davon
    http://change.org/p/european-parliament-stop-the-censorship-machinery-save-the-internet

    So können wir das Gesetz gemeinsam noch aufhalten.



  • kleines aktuelles Update:

    https://www.golem.de/news/eu-urheberrechtsreform-das-absolute-unverstaendnis-des-axel-voss-1902-139511.html

    Das "absolute Unverständnis" des Axel Voss
    Obwohl er seit anderthalb Jahren über die EU-Urheberrechtsreform verhandelt, hat der CDU-Politiker Axel Voss noch immer zentrale Punkte in der Debatte nicht verstanden.

    Wie viel Sachkenntnis braucht ein Politiker, der für mehr als 500 Millionen Menschen über eine Reform verhandelt, die die Nutzung des Internet in wichtigen Punkten umkrempeln könnte? Im Falle des CDU-Politikers Axel Voss, Berichterstatter des Europaparlaments bei der Urheberrechtsreform, ist am Dienstag deutlich geworden, dass er zentrale Punkte seines eigenen Verhandlungsergebnisses nicht verstanden hat.



  • Dieser beitrag von @Anadur ist schon etwas aelter. Aber die darin enthaltenen Illusionen sind nach wie vor am wirken. Er schreibt:

    "Wir müssen uns dringend dagegen wehren, sonst wird das freie Internet in Europa bald Geschichte sein."

    Zunaechst zum Gegenstand: InterNet. Das gibt es nicht und hat es noch nie gegeben. Der name kommt von: Inter-connection of local Net-works. Was wir seit Anfang an und heute immer noch haben, ist ein InterStar: Inter-connection of Star-systems. Das hat damit zu tun, dass von Anfang an die Privatisierung der Telekommunikation ein Leitziel war. So kam es zu dem entscheidenden Ausspruch von Ronald Reagen: Im Internet gibt es eine Person, die da nichts zu suchen hat. Und das ist Jonathan Postel.

    Er hat die IANA aufgebaut, ebenso die RFC-Basis (Request for Comment), die die protokolle von vorne herein zum oeffentlichen Gut machte. Allerdings hat er die Konsequenz virtueller IP-Adressen nicht beruecksichtigt. In den 90er jahren, bei der Vorbereitung des IP-Protokoll version 6, IPv6, flammte diese diskussion wieder auf und wurde mit aller macht erdrueckt. Die Alternative, die IP-Adressen aus der geografischen position im WeltKoordinatenSystem (WCS 84) abzuleiten, durfte unter allen Umstaenden nicht real werden, weil dann keine Kapitalisierung der IP-Adressen mehr moeglich ist.

    Das "freie Internet" kann nie geschichte werden, weil es nie real existierte. Weder vom Begriff her noch von der Intention der Methoden. Ein "freies Internet" setzt zunaechst mal ein Internet voraus und dafuer einen freien Zugang zum Transport digitaler Daten in Paketform. Beides war nie gegeben und war intentional voellig ausgeschlossen.

    Golem.de hat sich mit dieser grundfrage noch nie beschaeftigt und auch nicht heise.de. Egal jetzt, in welchen publikationsformen. Golem.de und Heise.de sind reine Werbeplattformen, die die kapitalisierung der telekommunikation vollstaendig unterstuetzen. Fuer menschen, die sich nie mit den grundfragen beschaeftigen, mag das reichen. Fuer uns, wenn wir nur etwas den Begriff "Aufstehen" ernst nehmen, reicht das nicht.


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