zu BIP Aktuell #74: Verschleiern der Nakba durch Zensur



  • Liebe freunde im Aufstehen-Forum,

    das war mein letzter Beitrag am Aufstehen Stammtisch, der dann zu meiner 30-taegigen Schreib-Blockade fuehrte. Inzwischen ist die englische Version auch in Tlaxcala(en) veroeffentlicht.

    Verschleiern der Nakba durch Zensur
    eine Recherche von Haaretz, 5.7.2019
    https://mailchi.mp/a7d183a1cd8e/bib-aktuell-43-a-park-heid-7643735?e=39a00723ec

    Liebe freunde am Aufstehen Stammtisch und ueberall,

    in der letzten rundmail von BiB (Buendnis gegen die israelische Besatzung), heute BIP (Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern), wohl umgenannt, weil das Erste die gesamte Besatzung in West-Palaestina anspricht, wurde ein Haaretz Artikel zu den Grausamkeiten der israelischen kolonialen Landraeuber ins deutsche uebersetzt.

    Dieser Text von Hagar Shezaf vom 05.07.2019 im Haaretz zeigt uns, dass diese Gangster und Banditen mit juedischer Religion und Kultur nichts zu tun haben. Sie folgen den christlichen Kolonisatoren der letzten 500 Jahre, die ueberall das gleiche taten.

    Fuer juedisch glaeubige Menschen ist das unmoeglich. Jesus von Nazareth, ein juedischer Befreiungstheologe, wuerde dieses Gesindel mit Wucht und Kraft aus ihren Tempeln treiben.

    Gut, das wirkt jetzt etwas idealisiert. Sie wuerden ihn wohl genauso hinrichten lassen von ihren Schergen wie damals. Ob Jesus von Nazareth dann damals danach tatsaechlich nach Indien wanderte, wissen wir noch nicht.

    Meine antwort an BiB:

    "Dass Juden 1948 Methoden angewendet haben, die in der Menschheitsgeschichte seit der Steinzeit Verwendung fanden - den Gegner im Kampf ums Territorium totschlagen, demütigen, niedermachen - kann man nach dem, was Juden in Europa bis 1933-1945 erlebten, verständlich finden."

    Liebe freunde vom BiB,

    niemals koennen wir so etwas "verstaendlich finden". Und fuer wirklich juedisch glaeubige Menschen ist dies auch nicht moeglich.

    Denkt immer daran, dass wir es dort mit PalaestinenserInnen zu tun haben, die niemals den juedisch glaeubigen Menschen so etwas angetan haben, was jene taten, die sich nur Juden nennen, ohne es selbst zu sein.

    Ich lehne es strikt ab, dies den "Juden" in die Schuhe zu schieben, wie es ja auch, leider, Gilad Atzmon tut. Aber bei ihm kann ich es noch nachvollziehen, weil fuer ihn die Juden die Israelis waren und er immer noch nicht versteht, dass diese mit Judentum absolut nichts zu tun haben.

    Trotzdem meinen grossen Dank fuer diese Uebersetzung.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay


  • ADMIN MOD

    @Lotte Hi Lotte, es ist ein sensibles Thema. Ruck zuck wirst du in die rechte Ecke geschoben, oder bist Antisemit.



  • Lieber @Guido, ja, du hast recht. Es ist ein sensibles Thema, weil es einen kristallisationspunkt darstellt. Fuer oder gegen den Kolonialismus, fuer oder gegen das Selbstbestimmungsrecht der Voelker, der grundlage der UNO.

    Wir koennen ausweichen und tun es, um uns den schwierigkeiten zu entziehen. Aber, es ist ein Bumerang. Es kommt mit unveraenderter Haerte auf uns zurueck.

    In den meisten Aufstehen Gruppen mit Beitragsmoderation bin ich deswegen gesperrt. Und, stoert das? Von Attac-de bis WeltSozilForum bin ich deswegen gesperrt. Und, stoert das? Was soll ich in solchen gruppen, die sich diesen grundfragen versperren?

    Liebe @Lotte, Moshe Zuckerman adressiere ich auch oft. Bisher hat er noch nie geantwortet. Er nennt sich Jude, obwohl er keiner ist, weil er nicht juedisch glaeubig auf der Basis der Tora ist. Wenn ich das sage, das gefaellt ihm nicht.

    Fuer Rolf Verleger und Abraham Melzer gilt das gleiche. Uri Avnery hat sich auch immer zum Juden erklaert, obwohl er keiner war. Nur Elias Davidsson ist da streng und klar.

    Und alle lassen sich ueber den tisch ziehen mit dem Kalauer "Anti-Semiten". Es gibt keine Semiten, nur einen semitischen Sprachraum mit arabisch als seinem groessten teil. Und wenn es keine Semiten gibt, kann es auch keine Anti-Semiten geben. So einfach ist es doch.

    Der ganze Bundestag, einschliesslich der PdL, ist eingeknickt und kriecht auf den Knien. Am BDS-Beschluss wieder bestens zu sehen.

    Aufstehen laesst sich den Maulkorb nicht umhaengen. Wenn wir AufsteherInnen sein wollen, dann muessen wir uns da auch verweigern.



  • Liebe @Lotte, ja, das "Projekt kritische Aufklaerung" ist vom namen her wirklich gut. Aber auch dort gelten die "roten Linien" im sand und werden eingehalten.

    Walter Hollstein hat schon anfang der 1970er jahre seinem buechlein (Fischer Verlag) den titel gegeben: Kein Frieden um Israel. Damit kann es nie einen Frieden geben, weil es ein kriegsobjekt ist. Und das schon seit dem 17 jahrhundert. Die "Juden" als Fronttruppen fuer den britischen Imperialismus.

    Zeev Jabotinski hat anfang der 1920er jahre seine schrift "Der juedische Krieg" veroeffentlicht und damit die kernfunktion benannt: Frontsoldaten in Frontcamps. Genau so, wie es in Nordamerika begann. Schon Pabst Alexnder VI hat in seiner "Bambule" 1493 die Eroberung von Amerika durch die Christen vorgezeichnet.

    Das Projekt kritische Aufklaerung nimmt die Propagandismen ernst, die um Israel herum wachsen. Und Moshe Zuckerman hilft da mit. Es geht hier nicht um "Juden" oder "Judentum", das ist alles nur billige Maskerade.

    Wenn wir den Kolonialismus nicht radikal ausrotten und uns dem Selbstbestimmungsrecht der Voelker nicht radikal verschreiben verlieren wir jegliche orientierung.



  • Liebe @Lotte,

    ja, es spricht vieles dafuer, dass negative projektionen zu identitaetsgrundlagen heran gezogen werden. Fuer mich katastrophal und absurd.

    Wir koennen aus der kritik keine positiven perspektiven ableiten. Mit deutsch-sein hatte ich nie etwas zu tun, weil ich Bayer bin. Und genauer Donau Schwabe. Kulturen und damit auch Identitaeten sind immer regional. Deutsche gibt es nicht und hat es nie gegeben.

    Voellig absurd wird es, wenn eine religioese haltung zur ethnischen identifikation herhalten soll. Ich bin in einem hoch-katholischen umfeld aufgewachsen und fuer niemanden kaeme ein gedanke auf, sich als "katholisches Volk" zu definieren. Oder vielleicht als "indo-germanisches Volk" gemaess dem Sprachraum.

    Weil es keine rationale grundlage fuer ein "juedisches Volk" gibt, werden wilde konstruktionen geschaffen. Shlomo Sand, ein Israeli und Zionist, hat die schrift "Wie das juedische Volk erfunden wurde" geschrieben und, wie er erklaerte, mit der veroeffentlichung gewartet, bis er einen festen job an einer Uni hatte.

    All die vielen kritikerInnen des "juedischen Gottestaates" brechen ein, wenn es um die Existenz von Israel geht, die notwendig die grundlagen des Voelkerrechts bricht. So entsteht dann dieses ganze geeiere.

    Dass es um etwas anderes geht, sehen wir sofort an den sogenannten "Anti-Semitismus" kampagnen. Hier tritt auch der koloniale Landraub in West Palaestina deutlich in den vordergrund.

    Fuer die wirklich Juden, die Tora glaeubigen, gibt es kein Israel. Nur Palaestina.

    Neturei Karta (englisch)
    http://www.nkusa.org/index.cfm

    Der blog von Reuven Cableman "Der Israelit" (www.derisraelit.org) ist zur zeit nicht erreichbar. Ich muss ihm mal eine anfrage schicken, welchen blog er heute betreibt.



  • Liebe @Lotte, in meinen augen kippt Tariq Huebsch das kind mit dem Badewasser aus. Er argumentiert mit der Vernunft gegen die Vernunft und meint doch nur den organisierten Egoismus.

    Dass die 3 wesentlichen Elemente, um unserem "freien Geist" so etwas wie eine Referenz zu geben, der Vernunft, der Rationalitaet und der Logik, natuerlich auch anders interpretiert werden koennen, liegt bei der bestehenden Begriffsverschmierung doch sehr nahe. Ich kann also niemals eine auf einem begriff ruhende Absolutheit erwarten. Er sagt:

    "Wir haben heute einen mit Petrodollar finanzierten Extremismus, der Moscheen, Gelehrten, Schulen und Bibliotheken in allen Teilen der Welt unterhält. Diese Ideologien mutieren und fassen besonders dort Fuß, wo Schulsysteme, Arbeitsmärkte, Gerichte, Regierungen versagen."

    An anderer Stelle spricht er von Demokratie, die der NeoLiberalismus benoetigt. Auch wenn es nur um eine Legitimierung geht.

    In seinem zitat verweist er auf die Unfaehigkeit der staatlichen Konstruktionen, ihrer sozialen Veantwortung nicht gerecht zu werden. Was ist denn mit dem los? Hat er immer noch nicht begriffen, welche aufgabe die staatlichen Konstruktionen eigentlich haben? Da gibt es keine sozialen Aufgaben. sondern gewaltorientierte Herrschaftssicherung der wenigen Reichen, der Macht- und Geld-Eliten. Wie kommt jemand auf so eine Idee, von einer Staatskonstruktion soziale Verantwortung einzufordern oder dies vielleicht zu ihrem Zweck zu erklaeren?

    So betrachtet findet diese debatte im Turm der gekauften SchwaetzerInnen und LuegnerInnen statt, den PolitikerInnen, JournalistInnen und AkademikerInnen, die sich dann auch noch zur "oeffentlichen Meinung" erklaeren.

    Interessant auch hier wieder, dass die privaten Geld- und Finanzsysteme keine Rolle spielen. Ja nicht mal irgendwo existieren. Und wie selbstverstaendlich einen Fakt etablieren, dass Menschen diese Apparate benoetigen, um existieren zu koennen.

    Immanuel Kant hat das allerdings ganz anders gemeint. Siehe seinen Text: Was ist Aufklaerung.

    Vernuenftig waere, wenn wir unser gesellschaftliches Sein unseren allgemeinen individuellen Existenzanforderungen unterwerfen. Da ist dann allerdings schluss mit jeder Religion, jeder Art von Dogmatik.

    Oder ist die Ausage falsch: Nicht die Goetter haben die Menschen erschaffen, sondern die Menschen die Goetter? Natuerlich nicht. Ich spreche immer von den 4 grossen Religionen: Geld, Staat, Nation und die Goetter. Und nichts davon brauchen wir, wenn wir nur etwas von der Vernunft uns zu eigen machen.



  • Im "Milieu" habe ich einen interessanten text gefunden. Vieles von dem, wie argumentiert oder die argumentation verkleidet wird, lehne ich ab. Aber der kern trifft.

    Verantwortung. Das Tor zur Zukunft
    Christoph Quarch, 15.07.2019
    https://www.dasmili.eu/art/verantwortung-das-tor-zur-zukunft/

    Es scheint mir, ich habe den RSS-Feed jetzt aktiviert, ein sehr rueckstaendig orientiertes portal zu sein. Also eher das, was du, liebe @Lotte, Aufstehen entgegen bringst. Aber ich liebe ja die Vielfalt und wundere mich dann ueber so manche reaktionaeren Kalauer wie:

    "Verantwortungsbewusstsein und Verantwortlichkeit sind die Kernqualitäten einer Führungskunst, die es als ihre Aufgabe erkennt, im lebendigen Gespräch zu sein, um neue, innovative, zukunftsfähige Antworten zu generieren: im Gespräch mit den Menschen, mit der Gesellschaft, dem Markt und Stakeholdern jedweder Art."

    Um so einen satz fertig zu bringen, brauchen wir wirklich viel Alkohol oder viele Joints. Anders geht es nicht.



  • Liebe @Lotte, du musst nicht sofort antworten. Antworte dann, wenn du etwas zu sagen hast und dir dafuer auch die zeit zur verfuegung steht, weil du es selbst willst.


  • Baden-Württemberg

    Antisemitismusdefinition

    https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/rls_papers/Papers_2-2019_Antisemitismus.pdf

    ZUSAMMENFASSUNGMit der im Jahr 2016 von der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) anerkannten «Arbeits-definition Antisemitismus» liegt ein Instrument für die notwendige Erfassung und Bekämpfung von Antise-mitismus vor, das weite Verbreitung gefunden hat. In einem Handlungsfeld, das durch hochgradige begriff-liche Verunsicherung gekennzeichnet ist, verspricht die Definition als praktische Arbeitsgrundlage begriff-liche Orientierung. Tatsächlich stellt die «Arbeitsdefi-nition» mit ihrer konkreten, ohne Fachterminologie auskommenden Sprache sowie mit anschaulichen Beispielen, die den Begriff Antisemitismus anhand ty-pischer, immer wieder auftretender Phänomene ver-deutlichen, inzwischen eine Grundlage für die Arbeit verschiedener Nutzer*innengruppen dar. Zudem er-folgte mit der Aufnahme bis dato nur wenig beleuch-teter (israelbezogener) Aspekte von Antisemitismus eine zum Zeitpunkt der Formulierung der Definition (Anfang der 2000er Jahre) notwendige Aktualisierung der Diskussion.Bei einer näheren Untersuchung offenbaren sich jedoch auch gravierende Mängel. Insbesondere ist die «Arbeitsdefinition» inkonsistent, widersprüchlich und ausgesprochen vage formuliert; mithin erfüllt sie nicht die Anforderungen guten Definierens. Die Kern-definition des Antisemitismus ist zudem reduktionis-tisch. Sie hebt einige antisemitische Phänomene und Analyseebenen hervor, spart aber andere, wesentli-che, sehr weitgehend aus. Dies gilt insbesondere für ideologische und diskursive Aspekte, beispielsweise den Antisemitismus als verschwörungstheoretisches Weltbild. Ebenso fehlt eine Erwähnung organisations-soziologischer Aspekte der Mobilisierung in Bewegun-gen und Parteien sowie deren Niederschlag in diskri-minierenden institutionellen Regelungen und Praxen. Zudem können manche israelbezogenen Beispiele, die der Kerndefinition hinzugefügt sind, nur mithilfe weite-rer Informationen über den Kontext als antisemitisch klassifiziert werden, da das Beschriebene mehrdeutig ist. Es tritt in komplexen, sich überlagernden Konflikt-konstellationen auf, bei denen eine Zuordnung zu ei-nem spezifischen Problemkreis wie Antisemitismus oft nicht einfach möglich ist. Ein Beispiel sind die so-genannten doppelten Standards. Sie sind kein hinrei-chendes Kriterium, um eine antisemitische Fokussie-rung auf Israel von einer solchen zu unterscheiden, die mit den Spezifika israelischer Politik und ihrer weltpoli-tischen Bedeutung zusammenhängen.In der Folge begünstigt die «Arbeitsdefinition» eine widersprüchliche und fehleranfällige Anwendungs-praxis und führt zu Einschätzungen von Vorfällen oder Sachverhalten, die nicht auf klaren Kriterien basieren, sondern eher auf Vorverständnissen derer, die sie an-wenden, oder auf unreflektiert übernommenen ver-breiteten Deutungen. Die Anwendung der «Arbeitsde-finition» produziert die Fiktion eines kriteriengeleiteten, objektiven Beurteilens. Die Definition stellt prozedurale Legitimität für Entscheidungen zur Verfügung, die fak-tisch auf der Grundlage anderer, implizit bleibender Kri-terien getroffen werden, welche weder in der Defini-tion noch in den Beispielen festgelegt sind.Die Schwächen der «Arbeitsdefinition» sind das Ein-fallstor für ihre politische Instrumentalisierung, etwa um gegnerische Positionen im Nahostkonflikt durch den Vorwurf des Antisemitismus moralisch zu diskre-ditieren. Dies hat relevante grundrechtliche Implika-tionen. Die zunehmende Implementierung der «Ar-beitsdefinition» als quasi-rechtliche Grundlage von Verwaltungshandeln suggeriert Orientierung. Statt-dessen ist sie faktisch ein zu Willkür geradezu einla-dendes Instrument. Dieses kann genutzt werden, um Grundrechte, insbesondere die Meinungsfreiheit, in Bezug auf missliebige israelbezogene Positionen zu beschneiden. Anders als die Bezeichnung «Arbeitsde-finition» suggeriert, findet auch keine Weiterentwick-lung der Definition statt, um diese Schwächen zu be-heben.Fazit: Der Versuch, Probleme allgemeiner begriffli-cher Klärung und universeller praktischer Einsetzbar-keit mithilfe der «Arbeitsdefinition Antisemitismus» zu lösen, muss insgesamt als gescheitert angesehen wer-den. Vor allem aufgrund ihrer handwerklichen Schwä-chen, ihrer defizitären Anwendungspraxis, ihres trotz-dem teilweise verbindlichen rechtlichen Status und ihrer politischen Instrumentalisierbarkeit mit proble-matischen Implikationen für die Meinungsfreiheit kann die Verwendung der «Arbeitsdefinition Antisemitis-mus» nicht empfohlen werden. Eine mögliche Ausnah-me könnten lediglich eng umgrenzte pädagogische Kontexte darstellen.Wie die Entstehungsgeschichte der «Arbeitsdefini-tion Antisemitismus» und ihre weite Verbreitung deut-lich machen, gibt es– auch angesichts einer weiter bestehenden Bedrohung durch gegenwärtigen Antise-mitismus – einen großen Bedarf vonseiten verschiede-ner Institutionen nach in der Praxis anwendbaren Kri-terien zur Identifikation antisemitischer Phänomene. Folglich ist die Entwicklung von klaren und kontextspe-zifischen Instrumenten für die Praxis dringend zu empfehlen.



  • Liebe @Lotte, das ist ja sehr ehrenhaft fuer dich, dieses thema hier aufzugreifen. Praktisch alle hier im Forum machen da einen grossen bogen drum herum, obwohl es doch ein kernproblem betrifft: die Gleichwertigkeit aller Menschen und das Selbstbestimmungsrecht aller Voelker.

    Gestern habe ich eine aeltere Doku von Welt-TV (ZDF?) ueber Namibia angesehen. Auch da wieder das gleiche spiel. Wobei die Filmredaktion bereit war, etwas der Wirklichkeit sich anzunehmen.

    Als ich diesen deinen text las, dachte ich spontan, das kommt von RLS (Rosa Luxemburg Stiftung). Rosa Luxemburg kann sich nicht mehr wehren, wenn in ihrem namen ein solcher Stuss verbreitet wird.

    Es kann keine Anti-Semiten geben, weil es keine Semiten gibt. Es gibt nur einen semitischen Sprachraum mit arabisch als dem groessten teil. Und, gibt es Anti-IndoGermanicos? Anti-Latinas? Anti-Mandarinas?

    Die verbloedung hat wirklich im "Westen" ein katastrophales Niveau erreicht. Tief unten in der intellektuellen Dekadenz sind sie angekommen. Die gepraechsrunde bei Anne Will zu "Erdogan der Sieger .." zeigt uns das extrem klar. Irschinger und Roettgen, die haupt-kasperles im Ring. Soviel Bloedheit auf einem Haufen.

    Israel als koloniale Besatzungmacht in WestPlaestina ist das frontcamp der "Westler". Mir ist klar, wenn wir von Westlern und Nahen Osten oder Mittleren Osten sprechen, dass wir dann auf einer Erde als Scheibe agieren, deren Mittelpunkt WestEuropa ist. Wenn wir in Persien leben, in Indien oder in Japan dann sieht es doch ganz anders aus. Deswegen verwende ich SuedWestAsien, wenn es um die Regionen Mesopotamien und darunter geht und den Nato-Block, Mitglieder und Allierte, wenn es um einen Westen geht.

    Wir haben es mit 2 Bloecken zu tun. Den Nato-Block, der an der kolonialen Hegemonie ueber den Planeten interessiert ist. Sie streiten sich etwas, aber in den grundlinien sind sie sich einig. Einer der hauptakteure ist dabei das Israel-System.

    Der andere Block, die "blockfreien", sind an bilateralen freien Austauschprozessen interessiert, deren arbeitsgrundlage die UNO Charta ist. Nicht die UNO selbst, weil sie in der hand des Nato-Blocks ist.

    Und so finden wir auch die beiden grundsaetzlichen positionen zu Israel. Es gibt kein Israel, es ist ein kolonialer besatzungsprozess, der notwendig beendet wird. Und die andere position, den juedischen Gottesstaat von leuten, die keine Juden sind und mit Goettern agieren, die es nie gegeben hat und auch nie geben wird. Dabei die RLS, staatsfinanziertes kasperltheater der PdL (Partei die Linke), die nie "links" war und auch nie sein will.

    Ja, und nu? Liebe @Lotte , ich kann dir nur empfehlen, deinen eigenen verstand zu benutzen und zu gebrauchen. Warum du nun diesen schrott-text hier vorlegst, weiss ich nicht. Rolf Verleger hat vor kurzem in einem kleinen debattenkreis mit wilden akteuren a'la Abraham Melzer nochmal deutlich gemacht: der begriff Anti-Semiten war eine Selbstbezeichnung von leuten, die jede Andersartigkeit bei Menschen hassten wie die Pest. Er hat es etwas anders formuliert. Jene Hassakteure haben sich deshalb Anti-Semiten genannt neben anderen vielen bezeichnungen.

    Das Dilemma von akademisch geschulten Leuten ist, dass sie diese Luegen, die ihnen ueber jahre eingepresst werden, irgendwann freiwillig uebernehmenen, um dazu zu gehoeren und gekauft zu werden. Weil darauf warten alle von ihnen.

    Hans Christoph ( @HCGuth ) sollte es eigentlich bestaetigen koennen. Ob er bereit dazu ist, weiss ich nicht.


  • GLOBALER MOD MOD

    @willi-uebelherr Wenn es unbedingt sein muss, dann bestätige ich das von dir Gesagte im Grundsatz. Und verweise auf einen ergänzenden Text bei telepolis von Georg Meggle, der dasselbe Gutachten von Peter Ullrich zum Anlass für eigene (die Kritik noch verschärfende) Ausführungen genommen hat.
    https://www.heise.de/tp/features/Test-der-Arbeitsdefinition-Antisemitismus-Ergebnis-Mangelhaft-4574197.html
    Anmerken möchte ich, Willi, dass das (häufiger anzutreffende) etymologische Rumkritteln an dem Wortgebrauch seinerseits einen Anflug von ahistorischem Schwachsinn hat, und die wirklich lange Vorgeschichte der Sache und des Wortes selbst mit zur Schau gestellter Ignoranz ausblendet. So blöd muss man sich als Kritiker nicht stellen.
    Im übrigen gibt es ein Motiv für das Meiden dieses Themas. Über imperiale Kolonialunternehmungen und die Verwerfungen, die sich dabei bis in jüngste Zeit ergeben, kann man selbstverständlich sprechen; es steht eine Fortsetzung an meines eigenen threads im Forum zum Thema Aktuelle US Aussenpolitik:
    https://aufstehen-forum.net/topic/1061/die-aktuelle-imperiale-aussenpolitik-der-usa/10
    und zwar zu der gegenwärtigen Episode im Syrien-Krieg, wo aber die Frontlinien derzeit so verworren verlaufen, dass sich noch kein klares Bild ergibt - ausser, dass die US Fraktionen sich am Boden erneut in grotesker Weise wechselseitig in den Arm fallen, und erneut ein Trump-scher Rückzugsversuch (es geht nicht nur um Trump, sondern die einschlägige Aussenpolitik-Fraktion) auf jede erdenkliche Weise von Gegnern in eigentlich demPräsidenten unterstellten Regierungsbehörden gekontert wird.

    Speziell MEIN Motiv für eine Umgehung dieser Thematik ist, dass (vielleicht abgesehen von der exakt parallel laufenden Russophobie der letzten Jahre) der bundesdeutsche AntiAntisemitismus zum Unappetitlichsten gehört, was die an ekelerregenden politischen Einfällen nicht arme politische Klasse der BRD je hervorgebracht hat: ein spezifisch bundesdeutscher Exceptionalism, der jede erdenkliche Form der Heuchelei und des Moralkitschs toppt - welch andere Nation auf Erden wird sich je nochmal aus so tiefer Zivilisationsbruch-Schuld heraus auf die schwindelerregende Spitze und noch drüber hinaus einer derart perfekten "Aufarbeitung" und daran anknüpfenden Selbstidealisierung hochgearbeitet haben? Da kommt auch der irre (und uralte; weit ins 18.Jahrhundert zurückreichende) christliche Zionismus nicht mit (leider eine sehr aktuelle Erscheinung). Oder eben der im engeren Sinn zionistische. All das fasse ich, wenn überhaupt, nur mit GANZ spitzen mentalen Fingern an.

    PS: Zwei meiner ganz persönlichen Lieblings-"Arbeits-Instrumente" zur Detektion krypto-völkischen Denkens:
    a) das Leiden "als Deutscher" an Doitschland und doitscher Geschichte;
    b) das Mitmachen ohne Zögern des Nazi-Jargons von "Deutschen und Juden".


  • Baden-Württemberg

    willi, ich habe den text nicht gelesen. ich bin in einem Verteiler, der sich kritisch mit den Fragen auseinandersetzt. Ich mache das ebenso mit Jürgen Grässlin und brauche dann nicht jedes Mal meine "Endkontrolle", finde aber die Themen, für die die Verteiler stehen wichtig. Habe nochmal überprüft: Stimmt, habe vergessen hinzuzufügen: "Gutachten von Medico International und der Rosa-Luxemburg-Stiftung:

    Die IHRA-Antisemitismusdefinition ist untauglich."

    Dann ist es ja gut, wenn ihr ihn bewertet habt.



  • "ich habe den text nicht gelesen."

    Wie, @Lotte, meinst du damit den text der RLS, den du selbst hier eingestellt hast?


  • Baden-Württemberg

    Ja, sagte ich doch. Ich bin in einem Verteiler, der sich kritisch mit israelischer und deutscher Politik auseinandersetzt - Inga Rumpf, bib mit Rolf Verleger und Ekkehard Drost - sowie in wenigen anderen wie Jürgen Grässlin von rib. Im Prinzip vertraue ich diesen Informationen, zensiere sie nicht sondern leite sie weiter. Muss ja nicht alles lesen. So war das hier. Kann ja dann kontrovers diskutiert werden.



  • Liebe @Lotte, nochmal meine Frage: Hast du hier einen text der RLS verteilt, den du selbst nicht gelesen hast?



  • Lieber Hans Christoph (@HCGuth ), in deinem Thema "aktuelle US-Aussenpolitik" habe ich einen Text zu einem gesetzentwurf von Tulis Gabbard verlinkt. Eine Uebersetzung auf "Anti Krieg" von Klaus Madersbacher aus Oesterreich.


  • Baden-Württemberg

    Was ist dein Problem, Willi? Ich habe eine Information weitergegeben, die ich nicht gelesen hatte.



  • Liebe freunde,

    @Lotte hat hier auch Michael Blume referenziert. Ich habe mir seinen blog in sciblog etwas durchgesehen und eine email anfrage an ihn geschrieben mit Rolf Verleger im CC. Ich warte noch auf eine antwort und will dann alles hier dokumentieren.



  • "Was ist dein Problem, Willi? Ich habe eine Information weitergegeben, die ich nicht gelesen hatte."

    @Lotte, du treibst ein ekelhaftes spiel. Daran sehe ich, dass du dich nur selbst inszenieren willst und alles, was du hier vorbringst, ist billige Show. Du spielst mit dem ehrlichen Beduerfnis der Freunde hier, Klarheit zu finden, und wirfst billiges Geschwafel in das Diskursfeld. Einfach so, ohne es selbst zu verarbeiten. Dir geht es nur um ein billiges theater, was du hier abziehen willst. Nichts von dem, was du hier vorbringst, ist ernst zu nehmen.


  • Baden-Württemberg

    Danke das wars dann zwischen uns zwei.


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